Spannend, spaßig und spontanBeim Athenäum der Idente Jugend kann jeder zeigen, was in ihm steckt

Foto: Alexandra Wolff

Welches Thema hat das nächste Athenäum? Das entscheiden die Moderatoren je nach Festlichkeit. Und wer moderiert? Das kann jeden mal treffen. Nur Ort und Zeit stehen fest.

Doch was ist ein Athenäum überhaupt? „In Spanien ist ein Athenäum eine Art Stadthalle, ein Gebäude für Kunst und Kultur“, erläutert Sr. Pilar Martin von der Gemeinschaft Missionare Identes (M.Id.), zu der die Idente Jugend gehört. „Doch unser Gründer, Fernando Rielo, hat den Inhalt, also die Kreativität, genommen und die Idee gehabt, dass man das, was man geistlich ausdrücken kann, teilen sollte.“ Das Berliner Athenäum ist also eine „Offene Bühne“ mit spiritueller Hintergrundidee. Das heißt aber nicht, dass auch die Aufführungen spirituell sein müssen.

Selbstverfasste oder selbstgemochte Gedichte

Sr. Pilar hat beispielsweise das selbstverfasste Gedicht „Ein neuer Tag“ vorgetragen. Inspiriert hat sie dazu der rote Himmel, den sie beim Blick aus dem Fenster sah. Ireri Jimenez fand in Michael Roth spontan einen Duett-Partner, sang und tanzte mit ihm „Think of me“ („Denk an mich“) aus dem Phantom der Oper und Gritt Kleylein- Klein las ein paar Ritter-Fips-Gedichte von Heinz Erhardt vor. Sr. Rebecca Sattler vereinte in ihrem teils besinnlichen, teils launigen Lied Religiöses und Humorvolles. In ihrem selbstkomponierten Lied ging es um ihren Glauben und die „Innere Überwindung meines Egos“.

Vortrag über den Stern von Betlehem

Der ehemalige Lehrer und jetzige Rentner Henning Gynz-Rekowski hielt einen astrologischen Vortrag zu einem christlichen Thema: Er sprach über den Stern von Betlehem.

Im Grunde kann jeder mitmachen, muss es jedoch nicht, auch wenn bei einigen Liedern dann doch alle aufgefordert waren, fleißig mitzusingen. Irgendetwas an der Musikauswahl des Abends war eigentlich immer bekannt: Sei es der Text beim Vaterunser mit einer recht flotten Melodie, oder sei es die Melodie von Leonard Cohens „Hallelujah“. Liedtexte wurden in beiden Fällen ausgeteilt. Der Nachmittag endete – wie immer – mit einem Gedicht des Gründers Fernando Rielo. Zuerst in der Originalsprache spanisch und dann in der deutschen Übersetzung.

Diesen Nachmittag haben Sr. Susanne König M.Id. und Sr. Josephin Guhl M.Id. moderiert und sich dabei ganz gut die Bälle zugeworfen. Bei allen Beiträgen des Abends fiel ihnen ein Bezug zum Thema „Wunder“ ein – selbst wenn sie erst wenige Minuten vor Beginn des Athenäums über einen Beitrag informiert wurden. Und selbst wenn es keinen Bezug zum Thema gab, weil nicht nur einige Beiträge, sondern sogar einige Gäste so spontan kamen, dass sie gar keine Chance hatten, von dem Thema zu erfahren. Zwischendurch trugen die beiden noch ein paar Zitate zum Thema „Wunder“ vor.

„Die Idee unseres Gründers war es eigentlich, dass immer ein Mann und eine Frau moderieren“, sagt Sr. Rebecca. „Das können Leute aus der Gemeinschaft sein, aber auch welche, die unserer Gemeinschaft einfach nur nahestehen.“

Wer das nächste Mal moderieren wird, kann sie noch nicht sagen. Das gleiche gilt für das Thema. Aber: Ein Tag steht schon fest: Das nächste Athenäum wird auf das Fest des Himmlischen Vaters fallen. „Unser Gründer hat festgelegt, dass der letzte Sonntag im April dem Himmlischen Vater geweiht sein soll“, erläutert Sr. Rebecca. „Fernando Rielo ist aufgefallen, dass es beispielsweise mit Weihnachten und Pfingsten Feiertage für den Sohn und den Heiligen Geist gibt, aber eben keinen Tag für den Vater im Himmel. Das wollte er ändern.“

Das nächste Athenäum beginnt am 26. April um 15.30 Uhr im Bernhard-Lichtenberg-Haus, Hinter der katholischen Kirche 3 in Berlin-Mitte.