Traumberuf

Die Arbeit als Gemeindereferentin war mehr als ihr Beruf: Brigitte Ehlert engagiert sich auch nach ihrer
Pensionierung in der Seelsorge.

Fragt man Gemeindereferentin Brigitte Ehlert (66) nach ihren Erfahrungen in 43 Jahren als Gemeindereferentin, so fällt bald das Wort vom „Traumberuf“. „Es war der Beruf meines Lebens.“ Die in
Köpenick Aufgewachsene hat sich nie einen schöneren Beruf vorstellen können. Nach dem Abitur 1969
an der Bischöflichen Theresienschule im Prenzlauer Berg war die konkrete Gemeindearbeit ihr Herzensanliegen, vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Freude an Erstkommunion- und
Firmunterricht, an Religiösen Kinderwochen und Sternsinger-Begleitung, an Caritas- und Seniorenarbeit reicht darum über ihre offizielle Pensionierung im Herbst letzten Jahres hinaus. Noch immer ist sie in der St.-Georg-Gemeinde von Pankow aktiv.

Ihr Pfarrer Jörg Wittig (75) weiß diese „halbe Stelle im Ehrenamt“ sehr zu schätzen. Zu ihrem 25-jährigen Dienstjubiläumals „Seelsorgehelferin“ (so die alte Berufsbezeichnung) fragte der inzwischen verstorbene Pfarrer Msgr. Joachim Busl in der Predigt: „Was ist der Zweck dieses Dienstes?“ Als Antwort nannte er Zeugnis geben für Christus, glaubhaft sein Christsein leben. Gegen Leistungsdenken hatte sich auch der Berliner Erzbischof Kardinal Alfred Bengsch bei der Beauftragung von Brigitte Ehlert im Mai 1973 ausgesprochen. In der Unterkirche der St.-Hedwigs-Kathedrale betonte er das Gewicht der Sendung durch die Kirche. Als „Gesandte von Christus“ müsse dies zur fachlichen Ausbildung unbedingt hinzukommen.

Nach ihrer theoretischen Ausbildung am Seelsorgehelferinnen-Seminar in Magdeburg absolvierte Brigitte Ehlert fünf Jahre in der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Berlin-Lichtenberg. Nach weiteren sechs Jahren in der Pfarrei in Premnitz wechselte sie 1984 in die Jugendseelsorge des Erzbistums. Über 30 Jahre wirkte sie in der Pfarrei St. Maria Magdalena, die später in die Pfarrei St. Georg, Berlin-Pankow, aufgenommen wurde. Die letzten sieben Jahre arbeitete sie darüber hinaus noch in der Pfarrei Heilige Familie, Berlin-Prenzlauer Berg. „Nur Gott kann ermessen, wie Sie sich dabei für das Wachsen seines Reiches eingesetzt haben“, schreibt Erzbischof Heiner Koch in einem Dankschreiben.

„Können Sie die Bibel eigentlich auswendig?“, fragte einmal ein Kind. So lebendig kann Brigitte Ehlert biblische Geschichten rüberbringen. Zeitweise auch als Religionslehrerin an einer Schulen. Der tiefste Grund für diese überzeugende Haltung: „Ich habe den Sinn meines Lebens – Gott – gefunden. Ihn will ich verkündigen und im Alltag leben.“ Dabei blieb Brigitte Ehlert auch vor Krankheiten nicht verschont und kennt das Gefühl, hinter dem eigenen Anspruch zurückgeblieben zu sein. Doch eine unzerstörbare Freude an ihrem Traumberuf gab ihr stets neue Motivation. Jetzt hat sie mehr Zeit für die Betreuung ihrer Mutter (93) im Pflegeheim, für eine Reise nach London oder mit einer Gemeinde zur heiligen Hedwig nach Breslau.

Wer sich für den Beruf des Gemeinde- oder Pastoralreferenten interessiert, wende sich an Margarete Kümpel, Referentin für Ausbildung und Berufseinführung im Erzbischöflichen Ordinariat.
Telefon 030 / 3 26 84-165 ; margarete.kuempel(ät)erzbistumberlin.de