Über Mauern durch die ZeitReligiöse Kinderfreizeit in Michendorf

Zu einer religiösen Kinderfreizeit kamen in der vergangenen Woche 36 Kinder aus Nord-Neukölln in das Gemeindezentrum St. Georgs in Michendorf. Das Angebot der Pallottiner aus St. Christophorus verband Geistliches mit Spiel und Abenteuer.

„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ war in diesem Jahr das biblische Motto der Kinderfreizeit, die es in dieser Form seit etwa 20 Jahren gibt.

Zunächst als Zeltlager in Neuhof bei Jüterbog organisiert, wechselten die Orte. An der Attraktivität der Ferienwoche hat sich dadurch nichts geändert. Allein die bis zu zehn Jahre, die einige der zwölf jugendlichen Gruppenleiter schon dabei sind – zuerst als Kinder und nun mit Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung – sprechen dafür. Das Konzept haben die Pallottiner selbst entwickelt, unabhängig vom klassischen Modell der Religiösen Kinderwochen (RKW), zu dem es dennoch Ähnlichkeiten gibt. Auch die RKW hat in Nord-Neukölln Tradition, stärker von der Pfarrei St. Clara getragen und in den Herbstferien angeboten. „Beides ist aber für die Kinder aus beiden Pfarreien gedacht“, betonte Pater Kalle Lenz. Der Pfarrer von St. Christophorus begleitete die Kinderfreizeit gemeinsam mit Pastoralreferentin Lissy Eichert und Gemeindereferentin Anja Breer.

Sie gestalteten die geistlichen Impulse am Vormittag. „Der Donnerstag ist dann ganz spirituell gehalten“, erzählt Pater Lenz. „Da geht es um das, was Kinder stark macht, auch darum, wie der Glaube stärkt.“

Wald und Wasser für die Stadtkinder

Das Georgshaus war nicht nur Unterkunft für die Woche. Mit dem großen Freigelände, auf dem sich sonst häufig die Pfadfinder sammeln, den Aufenthaltsräumen und der Kegelbahn war es auch Ausgangsbasis für die Erkundung der Umgebung. Wald und Wasser satt boten den Stadtkindern ideale Bedingungen für die gestaltete Frei-Zeit. Denn der Zeitbegriff, vom Tag über die Epoche bis hin zur Ewigkeit, diente als Hintergrundfolie für die Angebote, für die sich die Gruppenleiter ins Zeug legten.

Kämpfen wie Asterix und Obelix

 Dabei konnte ein einziger Tag große Zeitsprünge mit sich bringen. Frei nach Asterix rangen am Mittag im Wald Römer und Gallier um die Zaubertrankversorgung, wobei die jeweiligen Vorteile der jüngeren und älteren Teilnehmer eingesetzt wurden.

Nach dem Bad im Lienewitzsee und dem Mittagessen am Strand wurden dann die 20er Jahre tänzerisch in Szene gesetzt. Zurück in Neukölln bleibt die bereichernde Erfahrung, mit Gott Mauern der Altersgruppen, der eigenen Grenzen und Vorstellungen übersprungen zu haben – und die Aussicht auf die nächste religiöse Kinderfreizeit, die es mit Sicherheit geben wird.