Viermal jährlich byzantinisch Pfarrer Norbert Pomplun feiert die Liturgie der katholischen Ostkirche

Berlin. Auch katholisch und doch ganz anders – das ist die Göttliche Liturgie der griechisch-katholischen Kirche im byzantinischen Ritus. Viermal jährlich feiert Pfarrer Norbert Pomplun sie in St. Hildegard in Berlin-Frohnau.
Viermal im Jahr gestaltet Pfarrer Norbert Pomplun seine Kirche um: Dann bringt er zwei Ikonen herbei und stellt einen siebenarmigen Leuchter auf den Altar. Für die Göttliche Liturgie, die er vorbereitet, benötigt er einen
Kelch, dessen Patene – also die Hostienschale – mit Standfüßen versehen ist. Auch ein Messer zum Schneiden des Brotes und einen Löffel für die Kommunionspendung braucht er – und sehr viel Weihrauch.

„Meine geistliche Heimat ist der Osten“

„Ich bin Priester für beide Riten, den römischen und den byzantinischen“, erklärt Pomplun sein Tun. Das habe biografische Gründe: Bis zum 18. Lebensjahr war er evangelisch, aber „solange ich katholisch bin, habe ich mit dem byzantinischen Ritus zu tun“. Den römischen Ritus findet er im Vergleich karg. „Meine Vorliebe war nie ein Geheimnis“, schmunzelt Pomplun. „Meine geistliche Heimat ist der Osten, auch wenn ich im Westen geboren wurde.“ Und so kam es, dass ihn Kardinal Georg Sterzinsky ansprach, ob er Beauftragter für die Ostkirchen sein wolle. Diese Aufgabe übernahm er dann im Frühjahr 2010. Zweieinhalb Jahre später wurde die Beauftragung geändert in „Beauftragter für die byzantinischen Katholiken im Erzbistum Berlin“.

Seitdem feiert Pomplun viermal jährlich die heilige Messe im byzantinischen Ritus (die Göttliche Liturgie) in deutscher Sprache. „Jeder Priester soll in seiner Sprache die Liturgie feiern, die ihm vertraut ist“, erklärt er. Gedacht sind die Gottesdienste eigentlich für die Katholiken des byzantinischen Ritus, die nicht der ukrainisch-katholischen Kirche angehören – denn diese haben ihre eigene Gemeinde. Faktisch kämen aber viel mehr Interessierte, sagt Pomplun: „Jeder, der mag, ist eingeladen.“ Mitgestaltet werden die Gottesdienste vom Chor der ehemaligen griechischkatholischen Gemeinde St. Nikolaus in der Mittenwalder Straße in Kreuzberg, deren Kapelle 2006 aufgegeben werden musste.

Eineinhalb Stunden und Reihen von 50 Kyrie

Was ihm an der östlichen Liturgie besonders gefällt, erklärt Pomplun, sei das langsamere Tempo. „Im lateinischen Ritus geht alles sehr schnell, alles wird nur einmal gebetet.“ Das bedürfe einer hohen Konzentration des Mitfeiernden. „Im byzantinischen Ritus wird man quasi langsam angewärmt und bis zur Kommunion ist man ganz da.“ Das komme durch die zahlreichen Hymnen und die vielen Wiederholungen,
manchmal gebe es beispielsweise Reihungen von 50 Kyrie. Die Gottesdienste dauern entsprechend länger: „Eineinviertel bis eineinhalb Stunden dauert bei mir die hörbare Liturgie“, sagt der schnell sprechende Priester und ist sich bewusst, dass das im Vergleich noch wenig ist. Er selbst beginne mit seinen Gebeten schon eine
halbe Stunde vorher.

Die nächste Göttliche Liturgie feiert Pfarrer Pomplun am 4. Dezember um 15 Uhr in der Kirche St. Hildegard, Senheimer Straße 35/37, Berlin-Frohnau.