Was hält uns zusammen?

Foto: Joseph Kopf

Gute Tradition im Erzbistum hat die Seniorenwallfahrt nach Alt-Buchhorst. Der Autor dieses Beitrags ist 18 Jahre alt und hat ausprobiert, wie er als junger Mensch diesen Tag wahrnimmt. Er wurde gut aufgenommen.

Als junger Mensch auf einer Seniorenwallfahrt, ist das möglich? Ich habe bei der Seniorenwallfahrt des Erzbistums am 20. Juli erlebt, dass es geht. Obwohl ich vor Beginn nicht so recht wusste, was mich erwarten würde und ich deshalb mit etwas Skepsis in den Bus gestiegen bin, mit dem die Gemeinden der Rosenkranz-Basilika, zu der ich gehöre, St. Benedikt und Vom guten Hirten nach Alt-Buchhorst gefahren
sind.

Spürbare Vorfreude auf das Programm

Aber schon im Bus wurde die Stimmung gelöster und viele waren gesprächsbereit, so war die Reaktion einer Frau: „Ich bin zum ersten Mal dabei, es ist Neugierde auf das, was mich dort erwartet.“ Eine andere erzählte von der Historie und sagte: „Vor 35 Jahren fuhren wir noch gemeinsam mit der S-Bahn zur Seniorenwallfahrt nach Alt-Buchhorst.“ Die Freude auf das Programm des Tages und darauf, neue Bekanntschaften zu schließen, war zu spüren. Und so fuhr der Bus mit vielen gespannten Personen an Bord Richtung Christian-Schreiber-Haus.

In Fangschleuse am Kriegsgräberdenkmal sind einige ausgestiegen, so auch ich, um gemeinsam mit Erzbischof Heiner Koch das letzte Stück des Weges durch den Wald zu pilgern. Mit einem „Herzlich Willkommen zur Seniorenwallfahrt“ und mit einem Lächeln begrüßte der Erzbischof mich und alle anderen Wallfahrer und ließ so sofort ein Gemeinschaftsgefühl entstehen. Nach einer kurzen Andacht zog die Wallfahrtsmadonna voran und die Pilger den Rosenkranz betend hinterher. Nach einem guten Fußmarsch mit Liedern und viel Stille kamen wir am Christian-Schreiber-Haus an. Jeder bezog einen Platz, sofern er einen bekam, denn das Menschenmeer war dort nicht mehr zu überblicken. Während der anschließenden heiligen Messe predigte Erzbischof Koch über das uns Verbindende, gemäß dem Motto „Besser sind alle zusammen“ von Papst Franziskus.

Und auch musikalisch wurde das Motto umgesetzt: Die ökumenische Seniorenkantorei sang und der evangelische Posaunendienst spielte. Nach der Messe kamen die Pilger beim gemeinsamen Mittagessen in intensive Gespräche. Ich unterhielt mich mit Gemeindemitgliedern aus St. Bonifatius. Nach dem Essen begannen dann die verschiedenen Angebote: Eine geistliche Stunde mit Weihbischof em. Wolfgang Weider, ein Vortrag mit Pfarrer Josef Wieneke zum Thema Ökumene oder ein offenes Singen von
ökumenischen Liedern aus dem Gotteslob.

Ich habe mich für das Erste entschieden. Die Kapelle war schon nach wenigen Minuten gefüllt und immer noch kamen Menschen herein. „Was sind die Unterschiede und was sind die Gemeinsamkeiten zwischen Katholiken und Protestanten?“, diese Frage stellte Weihbischof Weider in den Raum und beantwortete sie sehr anschaulich anhand von Bildern und Texten. Im Anschluss war eine Kaffeetafel gedeckt, wo dann nochmal Zeit zum Austausch war.

Marianische Andacht zum Abschluss

Den Abschluss in Alt-Buchhorst bildete eine marianische Sakramentsandacht mit Weihbischof Weider, bei der er in seiner Predigt aufzeigte, was die Wallfahrer über diesen gemeinsamen Tag hinaus zusammenhalten und wie Gemeinschaft gelebt werden kann. Und dieses Zusammenbleibenwollen
wurde am Ende sichtbar: Man verabredete sich schon für die nächste Seniorenwallfahrt am 27. Juni 2018.