„Wir können wirklich danken!“Das Erzbistum Berlin feiert 25 Jahre Einheit mit einer Bistumswallfahrt

Der Höhepunkt der Bistumswallfahrt nach Rom ist sicherlich für viele Katholiken die Papstaudienz am 21. Oktober. Foto: KNA

„Meine Frau und unsere Kinder waren noch nie in Rom und die Bistumswallfahrt bietet uns so eine tolle Gelegenheit, zusammen mit anderen Familien und Freunden die ewige Stadt zu entdecken“, sagt Rolf Hoth. „Wir freuen uns auf viele unvergessliche Eindrücke.“

Thomas Kampe hat seit längerer Zeit den Wunsch, nach Rom zu reisen: „Aus Dankbarkeit dem emeritierten Papst Benedikt XVI und Papst Franziskus gegenüber. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit in dieser Gemeinschaft Dank sagend zur Ewigen Stadt zu pilgern.“

„Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Teilnehmer aus meiner Gemeinde mit nach Rom fahren“, betont Pfarrer Konrad Heil aus Stralsund. „Neben dem Wissen über unseren Glauben nimmt man aus Rom vor allem eine gemeinsame Erfahrung mit nach Hause, die trägt und prägen kann.“ Fotos (3): privat

Berlin. Für 25 Jahre Einheit möchte das Erzbistum Berlin „Danke“ sagen und lädt vom 20. bis zum 24. Oktober zu einer Bistumswallfahrt nach Rom ein. Und möglichst viele Gläubige sollen mitkommen.

„Mehr als 800 Anmeldungen sind bereits eingegangen“, freut sich Uta Raabe, die Leiterin des Dezernats Seelsorge. An rund 1000 Pilger aus dem ganzen Erzbistum Berlin hatte man bei ersten Planungen gedacht, so viele könnten es bis zum Anmeldeschluss am 30. Juni auch noch werden.

„Es gehen nach wie vor Anmeldungen ein“, ergänzt Christoph Kießig, der im Ordinariat die Vorbereitung koordiniert. „Familien mit Kindern sind dabei, Firmgruppen, die kroatische Gemeinde, junge Erwachsene, aber auch Großeltern mit ihren Enkelkindern, und sie kommen aus allen Teilen des Erzbistums.“

Eine Bistumswallfahrt nach Rom ist eine Premiere für das Erzbistum Berlin. Natürlich gibt es die Familienwallfahrt und die Seniorenwallfahrt, die Wallfahrt nach Werder oder nach Maria Frieden, aber da benötigt man weder Flug noch Übernachtung.

Und da kommt die Einladung dann an ihre Grenzen: „Jeder, der will, darf sich uns anschließen, die Plätze sind allerdings begrenzt “, versichert Kießig. „Aber die Flüge und Unterkünfte, die wir organisieren können, sind begrenzt und werden mit der Zeit immer teurer. Deshalb haben wir von Anfang an offengelassen, wie der Einzelne oder eine Gruppe anreisen will. Manche werden mit dem Bus oder der Bahn kommen, eine Gruppe will auch ab Siena zu Fuß pilgern.“ Ähnliches gilt für die Unterkunft: „Auch wer sich selbst eine Unterkunft organisiert, kann am Pilgerprogramm in Rom teilnehmen.“

Die Fußwallfahrt von Siena aus führt vom 6. Oktober an über insgesamt ungefähr 250 Kilometer an elf Tagen von der südlichen Toskana über Lazium und den Lago di Bolsena nach Rom. „Der Fußpilgerfahrt kann man sich auch zwischendurch anschließen“, sagt Kießig. Wer zu Fuß in Rom ankommt, holt sich im Petersdom zunächst seine Pilgerurkunde ab, das „Testimonium Peregrinatoris ad Limina Petri“.

„Große römische Kirchen fassen gut 1500 Menschen“

Zentraler Punkt der Wallfahrt ist ein gemeinsamer Gottesdienst an den einzelnen Tagen – „ganz bestimmt dann mit unserem neuen Erzbischof“, hofft Uta Raabe. Gottesdienst mit 1000 Gläubigen? In Rom kein Problem, versichert Kießig: „Die großen römischen Kirchen fassen gut und gern 1500 Menschen, vom Petersdom gar nicht zu reden… “

Die Vorbereitung einer Lichterprozession vom Petersdom aus durch die Vatikanischen Gärten ist schon komplexer und eine Portion Pasta und ein Glas Vino nach dem Abschlussgottesdienst in St. Paul vor den Mauern stellt eine echte Herausforderung dar.

Kießig vergleicht die Planung der Bistumswallfahrt mit einem Katholikentag: „Es gibt zwar ein gemeinsames Programm, aber jeder Pilger ist eigenverantwortlich unterwegs und plant selbst, welches Angebot er nutzen will.“

Und diese Angebote sind vielfältig und zum Teil exklusiv. Neben den großen Gottesdiensten soll es am Donnerstag und Freitag bis zu 50 Angebote von „besonderen Orten“ geben, die entweder kaum einer kennt, oder wo man sonst nicht reinkommt. Die Basilica di Santo Stefano Rotondo al Celio beispielsweise ist einer dieser „besonderen Orte“: Wie die St. Hedwigskathedrale in Berlin und das vorchristlich errichtete Pantheon ist sie eine Kuppelkirche. Hierher wurden zum ersten Mal Reliquien in eine Kirche überführt: Papst Theodor I. (642-649) ließ die Reliquien der Märtyrer Felicianus und Primus aus den Katakomben an der Via Nomentana überführen. Auch das Germanicum, ein Priesterseminar in Rom, ist einer dieser Geheimtipps. Eine der ältesten und wichtigsten christlichen Basiliken in der Stadt gehört ebenfalls dazu: Die Basilika Santa Sabina all‘Aventino wurde unter Papst Coelestin I. (422-432) gebaut, wohl aber erst unter seinem Nachfolger Sixtus III. endgültig fertiggestellt.

Jeder Pilger wird sich entscheiden müssen, welche Orte ihn besonders interessieren. So wird eine Gruppe die Möglichkeit haben, die Deutsche Botschaft im Vatikan zu besuchen und wird dort von der Botschafterin empfangen. Dachterrassen der Ordenshäuser mit wunderbarem Ausblick stehen auf dem Programm oder die päpstliche Bibliothek, Radio Vatikan oder ein Besuch bei der Schweizer Garde.

Im Mai wird die vollständige Liste der Angebote mit der Möglichkeit, sich anzumelden im Internet veröffentlicht. Die jeweils gut 30 Plätze werden dann je nach Nachfrage ausgelost. Alle angemeldeten Pilger erhalten die Informationen in einem Newsletter.

In einer Stadt, die fast so groß ist wie Berlin, „können sich 1000 Menschen leicht verlieren“, sagt Raabe. „Deswegen wird es auf jeden Fall ein Erkennungszeichen geben: einen Pilgerschal oder ein Tuch, damit sich die Teilnehmer wiedererkennen.“ Denn auch darum geht es bei dieser Wallfahrt: „Neben dem Dank für die Einheit wollen wir Einheit des Erzbistums von Jüterbog bis Rügen auch in Rom erlebbar werden lassen.“

Schal oder Tuch kommen mit ins Pilgerpaket, dazu ein Pilgerheft mit Liedern und Impulsen, der Pilgerpass, die Karte für die Papstaudienz und weitere nützliche Informationen. Auf die Wallfahrt einstimmen wird das Erzbistum bei verschiedenen Vorbereitungstreffen und mit einer Predigtreihe in St. Hedwig. Auch der Chor der St.-Hedwigs-Kathedrale und die Band Patchwork pilgern mit, um die Wallfahrt musikalisch zu begleiten.

Der 20. September soll im Bistum als Sonntag unter dem Thema der Romwallfahrt stehen. Die Pilger sind eingeladen, sich im Vorfeld zu begegnen, schon mal Kontakte zu knüpfen und sich auch inhaltlich auf die Wallfahrt vorzubereiten. An vier Orten, zweimal in Berlin und einmal jeweils in Brandenburg und Vorpommern kann man darüberhinaus sein Pilgerpaket in Empfang nehmen.

Anmeldung nur online möglich

Die Anmeldung zu den einzelnen Angeboten und der Bistumswallfahrt allgemein funktioniert ausnahmslos online. „Wir wollen damit das Angebot so günstig wie möglich machen, um Vielen die Chance zu geben, mitzukommen“, erläutert Kießig. „Wer kein Internet hat, kann sicherlich ein Gemeindemitglied, Freunde oder jemanden aus der Familie fragen, auch im Pfarrbüro hilft man bestimmt gerne.“

Wer jemanden kennt, dem das Ganze dennoch zu teuer ist, kann auch einen Gutschein für die Wallfahrt verschenken. Und wer nicht weiß, wem er etwas Gutes tun soll, kann auch spenden und so einkommensschwachen Familien die Teilnahme ermöglichen.

Worauf sich Uta Raabe am meisten freut, ist die große Bistumsmesse in der Basilika St. Paul vor den Mauern und einem anschließenden gemeinsamen Abendessen. „Bei dieser Eucharistie können wir wirklich ,Danke‘ sagen“, schwärmt Raabe. „Und hinterher teilen wir dann auch noch Pasta und Wein.“ Und Kießig freut sich auf viele Begegnungen, darauf, mit dem ganzen Bistum zu fahren: „Wir wollen wirklich das ganze Erzbistum mitnehmen. Wer nicht mitfahren kann, soll uns seine Anliegen, Wünsche und Sehnsüchte mitgeben – ob in einem Zettel oder in einer Mail – wir packen alles mit ein.“ Die Dezernatsleiterin bestätigt das: „Ich bin sicher, dass wir viel auch wieder mit zurückbringen: gute Erfahrungen und unvergessliche Begegnungen untereinander, aber auch mit der Weltkirche. Monate, nein, Jahre später werden wir mit einem Strahlen in den Augen sagen: ,Wir waren dabei.‘“

Programmablauf

20. Oktober: Anreise. 18 Uhr Eucharistiefeier in St. Maria in Trastevere. Anschl. Begrüßung und Eröffnung der Wallfahrt. Abendsegen, Begegnung auf der Piazza.
21. Oktober: 10 Uhr Papstaudienz. 17 Uhr Eucharistiefeier im Petersdom. Anschließend Lichterprozession in die Vatikanischen Gärten.
22. Oktober: 8.30 Uhr Morgengebet in Santa Maria dell‘Anima. 10 Uhr Besondere Orte I. 17 Uhr Eucharistiefeier in der Lateran- Basilika. 21 Uhr. Musikalische Abendandacht in San Ignatio.
23. Oktober: 8.30 Uhr Morgengebet in Santa Maria dell‘Anima. 10 Uhr Besondere Orte II. 16 Uhr Eucharistiefeier in der Basilika St. Paul vor den Mauern. Anschl. gemeinsames Abendessen. Abschluss.
24. Oktober: Abreise. Änderungen vorbehalten. Anlaufpunkt in Rom wird Santa Maria dell’Anima sein.

Aufruf an die Leser

Sie waren schon einmal in Rom und möchten Ihre Erlebnisse mit den zukünftigen Wallfahrern und anderen Lesern des Tag des Herrn teilen? Oder Sie haben einen Geheimtipp, den man in Rom gesehen haben muss? Dann schreiben Sie uns!

Fotos und Texte, die uns bis zum 22. Mai erreichen, werden wir im Tag des Herrn abdrucken und veröffentlichen sie auf Wunsch auch gerne auf www.tag-desherrn. de oder der Tag des Herrn-Facebook-Seite oder auf facebook.com/bistumswallfahrt, einer Seite des Erzbistums. Bei den Fotos (bitte selbst geschossen) sollte allerdings sicher sein, dass alle Abgebildeten mit der Veröffentlichung in unserer Zeitung und im Internet einverstanden sind. Schicken Sie uns zwei oder drei Bilder, die mindestens 1 MB groß sein müssen. Der Text sollte nicht länger als eine DIN-A- 4-Seite sein.

Vielleicht wird es ja Ihr Erlebnis, das den einen oder anderen Leser schließlich überzeugt, doch an der Bistumswallfahrt teilzunehmen.

Sie können uns eine E-Mail (tdhberlin@ st-benno.de) oder einen Brief schicken an: Tag des Herrn, Hinter der katholischen Kirche 3, 10117 Berlin.

Anmeldung und weitere Informationen

gibt es im Internet unter www.erzbistumberlin.de/bistumswallfahrt
und mittwochs von 10 bis 16 Uhr unter Tel.: 0 30/ 32 68 41 90.
Informationen zur Fußwallfahrt stehen im Internet: https://pilgerforumberlin.wordpress.com.