Zu Fuß 1500 Kilometer nach Padua

Pilger am Sarkophag des heiligen Antonius in Padua.

Nach sieben Jahresetappen haben 16 Pilger aus der Babelsberger Gemeinde St. Antonius Padua erreicht. Weitere Gläubige sind nachgereist, um am Grab des heiligen Antonius zu beten.

„Wen hast du mitgebracht?“ Mit dieser Frage beendete Pfarrer Patzelt, Brandenburg/Havel, seine Predigt in der Basilika in Padua, die zu Ehren des heiligen Antonius errichtet wurde. Als damaliger Pfarrer in Babelsberg begann er vor sieben Jahre die Wallfahrt zum Gemeindepatron. Seitdem wurden die Etappenziele Halberstadt, Erfurt, Bamberg, Augsburg, Innsbruck und im letzten Sommer Trient erreicht. Die Gruppe bestand dabei stets aus zwölf bis 16 Personen: Männer und Frauen, Junge und Alte, erfahrene Pilger und Anfänger. Einige waren immer dabei, viele mehrere Jahre, einige nur einmal.

Auf dem Weg nach Padua wurde das Leben des Antonius betrachtet. Dem Ordensmann, der seine Aussicht auf eine glänzende Karriere aufgab und sich der jungen Gemeinschaft um Franziskus anschloss, um in Armut zu leben, auf die Menschen zuzugehen und ihnen das Evangelium zu verkünden. Dem es aufgrund seiner brillanten Predigten gelang, die Menschen in den Sorgen und Ängsten ihrer Zeit zu erreichen und ihnen Hoffnung zu geben. Er führte die Kirche aus einer tiefen Krise der Glaubwürdigkeit gestärkt und erneuert heraus.

Auf der letzten Tagesetappe verdoppelte sich die Zahl der Pilger um weitere Gemeindemitglieder und Pfarrer Karlson, so dass die Gruppe in den Gassen Paduas durchaus Beachtung fand. Vor der Basilika angelangt, fielen sich die Pilger überglücklich in die Arme. „Für mich erfüllt sich ein Lebenstraum“, so Günther Klupsch. Für Norbert John hielt der Weg viele Geschenke bereit: „Das größte ist die Erfahrung, die wir mit uns selbst machen durften.“ Für Susanne Walter wurde immer mehr bewusst, „dass wir im Sinne von Antonius als Gesandte unterwegs sind“.

Dankbar wurde die Abschlussmesse gefeiert. In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Patzelt an den Sendungsauftrag aller Gefirmten, den Nächsten das Evangelium zu verkünden. Wen man mitgebracht habe, sei die entscheidende Frage beim Eintritt in das Reich Gottes. Von der Pilgerreise ist der Impuls ausgegangen, neben der Pflege des Tradierten auch über die Gemeindemauern hinweg zu blicken und den Menschen, wie einst Antonius, mutig von Gott zu erzählen und dadurch die Gemeinde zu stärken und zu erneuern. (vr)