Geistlicher Impuls des Monats

Juli/August

Liebe Gemeinde,
es gibt ein Aufatmen, nach längeren Monaten der Beschränkungen. Die Schönheit der Natur lädt zum Hinausgehen ein. Manche wandern gerne, machen ihren Weg sogar zu einem Pilgerweg mit einem besonderen Wallfahrtsort als Ziel. „Pilger sind wir Menschen“ beginnt ein Gottesloblied (820), viele Psalmen (Ps 120-134) der Bibel sind Gesänge anlässlich des Hinaufziehens nach Jerusalem: „Ich freute mich, als man mir sagte, zum Haus des Herrn wollen wir gehen“ heißt es da etwa oder etwas nachdenklicher: „Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Sie gehen, ja gehen und weinen und tragen zur Aussaat den Samen. Sie kommen, ja kommen mit Jubel und bringen ihre Garben.“ und sehr meditativ: „Ich habe besänftigt, habe zur Ruhe gebracht meine Seele. Wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter, wie das gestillte Kind, so ist meine Seele in mir.“ Ruhe suchen wir vielleicht aus der Hitze der Stadt und dem Getriebe Arbeit. In der Natur können wir sie finden aber nicht in Weltflucht, sondern um ausgiebig zu staunen. Folgendes Gebet kann uns dazu inspirieren:

Wir preisen dich, Vater, mit allen Geschöpfen, die aus deiner machtvollen Hand
hervorgegangen sind.
Dein sind sie und erfüllt von deiner Gegenwart und Zärtlichkeit.
Gelobt seist du.
 

Sohn Gottes, Jesus,
durch dich wurde alles erschaffen.
In Marias Mutterschoß nahmst du menschliche Gestalt an;
du wurdest Teil dieser Erde und sahst diese Welt mit menschlichen Augen.
Jetzt lebst du in jedem Geschöpf
mit deiner Herrlichkeit als Auferstandener.
Gelobt seist du.

Heiliger Geist, mit deinem Licht wendest du diese Welt der Liebe des Vaters zu und begleitest die Wehklage der Schöpfung;
du lebst auch in unseren Herzen,
um uns zum Guten anzutreiben.
Gelobt seist du.

O Gott, dreifaltig Einer,
du kostbare Gemeinschaft unendlicher Liebe, lehre uns, dich zu betrachten
in der Schönheit des Universums,
wo uns alles von dir spricht.
Erwecke unseren Lobpreis und unseren Dank für jedes Wesen, das du erschaffen hast.
Schenke uns die Gnade, uns innig vereint zu fühlen mit allem, was ist.
 

(Aus der Enzyklika „Laudato Sí“ von Papst Franziskus)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sommer!

Ihr Michael Wiesböck, Pfr.