BZ-Kolumne

„Gebt den armen Menschen mit dem Fußball Hoffnung!“

Einen Tag nach dem grandiosen Sieg „unserer“ Mannschaft bei der Fußball-WM darf man auch den Verlierer in den Blick nehmen. Verloren hat – wie es beim Fußball eben so ist – nicht nur die Mannschaft und der Trainer, verloren hat ein ganzes Land. Ein Land, das noch viel mehr Fußall-Begeisterung kennt als Deutschland. Mich haben die Bilder von weinenden Fans im Stadion berührt.

Die Fußball-Begeisterung, die während der WM immer noch mehr gestiegen war, von Sieg zu Sieg, war zunächst durch die schwere Verletzung von Neymar geschmälert worden. Jetzt ist sie weg, und die alten Probleme, die vor der WM die Schlagzeilen beherrscht hatten, sind wieder da:

Warum ist Brasilien in der Lage, Milliarden Euro in den Neubau von Fußballarenen zu investieren, schafft es aber nicht, eine bezahlbare Gesundheitsversorgung, ein funktionierendes Nahverkehrssystem oder Kindern und Jugendlichen den ungehinderten Zugang zu Bildungsangeboten zu ermöglichen.

„Steilpass“ heißt eine Aktion, die dem Elend in Brasilien die Rote Karte zeigt. Gemeinsam mit der Brasilianischen Bischofskonferenz fordern kirchliche Verbände die Einhaltung von Regeln, damit Fairplay nicht nur auf dem Platz sich durchsetzt. Sie fordern, dass möglichst viele Menschen von der Fußball-Party etwas haben. Viele WM-Veranstaltungen finden in einem Umfeld statt, in dem die Menschenrechte missachtet werden, die Umwelt zerstört wird und die Diskrepanz zwischen schreiender Armut und Glamourwelt unerträglich ist. „Uns reicht's“, sagen daher die Unterstützer von „Steilpass“.

Ich habe mich über den deutschen Sieg sehr gefreut, ich freue mich auf das Endspiel und ich hoffe auf den Titel. Aber ich nehme den Aufruf von Papst Franziskus ernst, der anlässlich der WM fordert: „Gebt den armen Menschen mit dem Fußball Hoffnung!“ Deswegen unterstütze ich auch die Projekte des Hilfswerks Adveniat zur Verbesserung der Lebensbedingungen aller Menschen in Brasilien.

www.aktion-steilpass.de