4. April 2013, Horst Leyer

Ich habe so meine Zweifel, ob der Weg, so wie er bislang begonnen wurde, am Ende das bringt, was unser Erzbistum hier in der Diaspora braucht. Das „Flow Chart“ der Prozessstruktur „Wo Glaube Raum gewinnt“ scheint mit nicht sehr vertrauenserweckend. Es erinnert mich eher an Organisationsentwicklungsprozesse, wie ich sie aus der Wirtschaft – mit unterschiedlichem Erfolg - in vielen Jahren kennengelernt habe. Aber sind das die richtigen Ansätze für unsere Kirche?
Ich denke, dass in beiden zitierten Schreiben, also in dem von Pfarrer Prof. Dr. Höhle und Pfarrer Dr. Pulsfort sowie in dem Antwortschreiben von Kardinal Woelki gute Ansätze zu lesen sind. Wichtig ist es m.E. die gut funktionierenden Gemeinden vor Ort zu stärken und nicht Räume zu schaffen, in denen am Ende nichts mehr richtig zusammen passt. Ich finde es auch wichtig, Laien, da wo es sinnvoll und angemessen ist, zu qualifizieren und einzusetzen. Allerdings meine ich, ist es genauso wichtig inständig und regelmäßig um Priesternachwuchs zu beten. Aber nicht nur das, sondern die Kirche sollte viel aktiver junge Menschen für kirchliche Berufe werben. – Hierfür gibt es übrigens erfolgreiche Beispiele aus der Wirtschaft. –
Auf die angesprochene Thematik für oder wider die zölibatäre Lebensform, will ich hier nicht eingehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Heilige Geist dieses Thema eines Tages ganz auf seine Weise regeln wird. –
Wissen Sie, ich bin noch nicht sehr lange katholisch; aber ich bin es mit großer Freude und Begeisterung! Ich wünsche mir eine Kirche, die bei den Menschen ist, denn nur dann wird es langfristig auch Menschen geben, die bei der Kirche sind. Ich bin es und werde es auf jeden Fall bleiben. Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit damit der Glaube Raum gewinnt und wirklich lebt.

In herzlicher Verbundenheit Horst Leyer