Fastenimpuls

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21. Mar 2019

„Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören" (Lk 16,31)

„Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.“ (Lk 16,31)

Heute, am internationalen Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung, kommt mir der große Mahatma Gandi in den Sinn, der da sagte: „Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt den Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit so um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist, sonst weiter nichts!“

Norbert Cuypers SVD, Steyler Missionar

20. Mar 2019

„Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen.“ (Mt 20,21)

Jede Mutter will nur das Beste für ihr Kind. Da ist die Frau des Zebedäus keine Ausnahme. Sie wünscht sich für ihre beiden Söhne eine sichere und angesehene Stellung; im Gottesreich sollen beide gut dastehen. Verständlich finde ich das und auch sehr menschlich. Dennoch: Wer als Christ allein auf Macht und Ansehen aus ist, hat die Botschaft von Jesus nicht verstanden, denn: Ein Christ, der nicht dient, dient zu nichts.

Norbert Cuypers SVD, Steyler Missionar

19. Mar 2019

"Noch während er darüber nachdachte, erschien ihm im Traum ein Engel Gottes." (Mt. 19, 20)

Josef,
ein Stiller, ein Träumer und auch, ein auf Gott Horchender.

Was wäre, wenn ...
Du nicht still ja gesagt hättest,
Du Dich nicht bereitwillig an den zweiten Platz gestellt hättest.

So ganz unaufgeregt,
fernab des Rampenlichts und fast übersehen,
wirst Du,
mir zum Vorbild.
Auch ich will den Willen Gottes vernehmen,
einen Traum leben,
schlicht, und einfach da sein,
wenn ich gebraucht werde.

Br. Bernd Ruffing, SVD

18. Mar 2019

„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist.“ (Lk 6,36)

Für Jesus gab es nur den einen Gott: den Gott, der jeden einzelnen von uns liebt. Er verkündete seine Botschaft in 36 Bildern und Gleichnissen und nicht in abstrakten Worten. Und sie alle erzählen uns nur eines: Gott ist gütig und barmherzig. Dieses Bild des gütigen und barmherzigen Gottes finden wir lebendig greifbar in den Gleichnissen wie dem des verlorenen Schafes (Lk 15,1-7), des verlorenen Sohnes (Lk 15,11-32), oder im Gleichnis vom Besitzer des Weinbergs, der jedem Arbeiter am Ende des Tages den gleichen Lohn gibt (Mt 20,1-15).

Johannes Füllenbach SVD, Steyler Missionar

17. Mar 2019

"Unsere Heimat aber ist im Himmel." (Phil 3,20a)

Ich erinnere mich noch, wie mich dieser Satz wütend machte, denn ich verstand ihn als Vertröstung auf ein Jenseits, einen Verrat an der Erde, als eine Abwertung des Hier und Jetzt.

Irgendwann begriff ich aber: meine Heimat ist nicht nur die Erde. Meine Heimat ist nicht nur das Hier und Jetzt. Meine Heimat ist unendlich weiter und größer, sie reicht über alles Geschaffene, über alles Greifbare und Sichtbare noch hinaus. Meine Heimat ist, in einer Beziehung leben zu dürfen, die mich und alle mir lieben - auch die für mich schwierigen - Menschen trägt. Aufgenommen sein in eine Gemeinschaft, für die auch die Angst und der Tod keine Grenzen mehr sind.

Ich kann es nicht fassen, aber ich staune und mein Staunen wächst, je mehr ich diesem lebendigen Gott und seiner Gemeinschaft nahe komme.

Es tröstet mich und freut mich, wenn ich den Ort immer wieder mal finde, wo Himmel und Erde sich berühren. Er ist mir Heimat.

P. Joachim Gimbler SJ

16. Mar 2019

"Ihr sollt also vollkommen sein" (Mt 5,46.48)

"Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch Euer himmlischer Vater ist." (Mt 5,46.48)

Vollkommen – das nimmt einem ja die Luft. Wer kann (und will) schon vollkommen sein, ohne Fehler, perfekt?

Doch Jesus macht seine Aufforderung gleich konkret: auch die lieben und ihnen Gutes tun, die es nicht zurückgeben können. Die Bibel erzählt viel von Gottes Großzügigkeit, auch bei denen, die es ihm nicht zurückgeben konnten. Vielleicht würden Sie dies noch nicht als „vollkommen“ bezeichnen. Zumindest aber würde es vieles in unserer und auch in meiner Welt verändern. 

Prälat Stefan Dybowski

15. Mar 2019

Achtung, Rücksicht, Hilfsbereitschaft gegenüber den anderen

"Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen." (Mt 5,20-26)

Mit seinen Worten will Jesus das Gesetz nicht aufheben, sondern anhand konkreter Beispiele seinen eigentlichen Sinn verdeutlichen: Es geht um Achtung, Rücksicht, Hilfsbereitschaft gegenüber den anderen – um Haltungen, ohne die menschliches Zusammenleben auf Dauer nicht möglich ist.

Ein Mensch kann äußerlich ganz und gar im Einklang mit dem Buchstaben des Gesetzes stehen, aber dabei innerlich so von Selbstsucht, Hass oder Gleichgültigkeit durchdrungen sein, dass sich beim besten Willen nicht behaupten lässt, seine Lebensweise entspreche dem Gesetz Gottes und erfülle dessen Anliegen.

Immer wenn wir vor Gott treten, sind wir gefragt: „Fällt dir etwas ein, was deine Schwester oder dein Bruder gegen dich haben könnte? Dann kläre das und bring es in Ordnung, und zwar möglichst umgehend.“

Jan Korditschke SJ

14. Mar 2019

"Bittet, dann wird euch gegeben." (Mt 7,7)

Ob das immer so stimmt? – Schon häufig habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich um etwas gebeten und es doch nicht erhalten habe. Das habe ich als Kind in meiner Familie erlebt, später bei der Arbeit, und auch mit Gott.

Doch hat das Bitten nur dann einen Wert, wenn ich das Erbetene auch erhalte? Im Bitten drücke ich eine Erwartung an den anderen aus, und damit auch eine Wertschätzung. Es würde mich traurig machen, wenn niemand mehr etwas von mir erwartet. Und ich hoffe, dass ich das Bitten nie verlerne – auch wenn ich alt geworden bin.

Prälat Stefan Dybowski

13. Mar 2019

"Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive" (Jon 3,2)

"Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive, die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde." (Jon 3,2)

Doch Jona, der Prophet, geht nicht nach Ninive. Was soll er auch dort? Ninive ist gottlos, schlecht, verdorben, korrupt …? Hoffnungsloser Fall. – Übrigens frage ich mich manchmal, was Jona wohl über Berlin und andere Städte gedacht hätte.

Doch was denkt Gott? Anscheinend denkt er viel menschlicher als sein Prophet. Er gibt Ninive ein Chance. Und Ninive nimmt die Chance wahr und ändert sich. Ob man das später auch von uns sagen kann?

Prälat Stefan Dybowski

12. Mar 2019

"Es kehrt nicht leer zu mir zurück"

Der Prophet Jesaja schreibt in der heutigen Lesung über Gottes Wort:

"Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe."

Garant, dass dies keine leere Ankündigung, kein bloßes Versprechen, nicht bloß heiße Lust ist, ist Jesus Christus selbst, das Wort schlechthin:

  • Gottes Kommen in Jesus in diese Welt besagt: Ich geh da rein! Ich mach da mit! Ich bewirke!
  • Sein Tod am Kreuz sagt: Ich bin bereit den Preis zu zahlen! Ich meine es ernst! Ich will!
  • Seine Auferstehung besagt: Ich schaffe das! Ich setze mich trotz aller Widerstände durch: Ich erreiche wozu ich gesandt bin.

Gott spricht: Mein Wort – Jesus Christus – kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es/ihn ausgesandt habe.

Pater Manfred Hösl SJ, St. Canisius, Charlottenburg