Fastenimpuls

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01. Mar 2020

Gott, der Herr, formte den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. (Gen 2,7)

Irdisch bin ich, geformt aus Materie, ein Mensch, geerdet. So sagt es die Bibel im Bild. Und ich zerfalle ja am Ende wieder zu Erde, kehre zum Staub zurück.

Nach der Bibel ist da noch etwas: Gottes Atemkraft lebt in mir und beseelt mich.

Ich bin also ein Mensch, immer wieder versuchbar und zugleich voll göttlicher Lebens- und Liebeskraft. Eine Zeitlang bin ich da auf dieser Erde; und darf es wagen zu lieben – göttlicher Schatz in irdenen Gefäßen…

Sr. Beate Glania MMS

29. Feb 2020

"Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.“

Bei einem Mahl mit Zöllnern und Sündern zog Jesus sich den Zorn der Umgebung zu. Er antwortet ihnen: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.“  (Lukas 5,27-32)

Von Jesus geht eine Heilkraft aus und die Urkirche hat Jesus den „alleinigen Arzt“ genannt. Die Bibel berichtet uns von vielen Krankenheilungen. So schenkt er uns auch heute die Kraft, seine heilende Liebe den Menschen zu schenken. Das heutige Evangelium ist eine Einladung, mit einer heilenden Ausstrahlung den Menschen zu begegnen. Wo bin ich mit meinen Gaben zu heilen gefragt?

Sr. Michaela Bank MMS

28. Feb 2020

„Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben.“ (Jes 58, 8a)

Es sind so viele Dinge, die Jesaja uns hier vor Augen führt, um uns für die Not der anderen zu öffnen und uns nicht von eigenen Verletzungen daran hindern zu lassen, für Andere da zu sein. Haben wir den Mut dies zu tun?  Dann wird unsere heilende Präsenz sichtbar und die Verheißung der Morgenröte weckt in uns die Hoffnung, dass wir schon jetzt wie ein Licht sind, indem wir wie  im Choral von Joh. Seb. Bach jubeln: „Brich an, du schönes Morgenlicht…“

Sr. Angelika Kollacks MMS

27. Feb 2020

„Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert?“ (Lk 9, 25)

Ein gutes Gefühl: Die To-Do-Liste ist abgearbeitet, Emails beantwortet, die Arbeit für heute erfolgreich erledigt... Und doch ist da eine leise Leere - Wo war ICH an diesem Tag? War ich in der Fülle der Aufgaben mit dem Herzen dabei? Wenn ich ehrlich bin, laufe ich manchmal Gefahr, mich in meinem Tun zu verlieren.

Jesus lädt mich heute zum Innehalten ein. Bei mir selbst ankommen heißt auch, bei Gott anzukommen – denn in meinen Inneren ist Gott längst da und lässt mein Tun und mein Sein wirklich lebendig werden.

Sr. Thekla Schönfeld MMS

20. Apr 2019

Karsamstag ist, wenn nichts mehr geht.

„Sie setzten Jesus bei.“ (Joh 19,42)

Die Hoffnung von gestern ist gestorben und begraben. Eine Hoffnung für morgen gibt es (noch) nicht. Nichts scheint mehr zu gehen. Der Kredit, den Menschen Jesus gegeben haben, scheint verspielt. Das Credo an ihn und das Ringen der Menschen zwischen Glauben an ihn und Zweifel an seiner Echtheit scheint sich nicht ausgezahlt zu haben.

Für mich ist Karsamstag, wenn es Gott nicht zu geben scheint. Wenn der Glaube an ihn erloschen ist. Wenn die Hoffnung auf die Kirche gestorben ist. Wenn weder Visionen noch Wünsche noch Ideen lebendig und wirksam sind. Wenn der Glaube bleibt, dass Gott diese Totenstille mit mir aushält.

P. Manfred Kollig SSCC, Generalvikar

19. Apr 2019

Was fühlen die Menschen unter dem Kreuz?

„Bei dem Kreuz standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.“  (Joh 19,25)

Schmerz, Trauer, Angst - was fühlen die Menschen unter dem Kreuz? Der leidende Mensch wird in Jesus von Nazareth der Welt vor Augen gestellt. „Es ist vollbracht“, sagt Jesus selbst: Freiwillig geht er diesen Weg bis in den Tod und erneuert die Zusage Gottes, dass die Liebe zählt, seine Liebe zu den Menschen – bis in den Tod hinein und über den Tod hinaus.

Der Heilige Franziskus begegnet Jesus Christus im Tafelkreuz in der kleinen Kirche San Damiano. Wochenlang betet er vor diesem Kreuz – Kreuzverehrung: Du, Gott, Kraft im Leiden. Wem begegne ich im Gebet vor dem Kreuz?

Christopher Maaß, Prozessbegleitung „Wo Glauben Raum gewinnt“

18. Apr 2019

"... wie ich an Euch gehandelt habe.“ (Joh 13,15)

„Ich habe Euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an Euch gehandelt habe.“ (Joh 13,15)

Das Mahl mit den Jüngern und die Fußwaschung Jesu haben einen besonderen Platz in der Feier der Kar- und Ostertage. Aber es ist nicht eine Erinnerung an ein Geschehen vor mehr als 2000 Jahren. Es geht um das Bewusstsein, dass es heute geschieht, dass Gott sich uns an jedem Tag zuwendet – damit wir als Christen uns daran ein Beispiel nehmen und in unserer Zuwendung seine Liebe erfahrbar machen. Bedingungslos und ausnahmslos!

Sr. M. Hannelore Huesmann, Franziskanerin von Münster-Mauritz

17. Apr 2019

„Einer von Euch wird mich verraten und ausliefern.“ (Mt 26, 14-25)

Mir fällt sofort Judas ein. Aber genauso wird Petrus Jesus verleugnen, als es für ihn bedrohlich zu werden scheint – sogar drei Mal! Und bis auf Johannes werden auch alle anderen auf Distanz gehen. Eigentlich unvorstellbar: seine engsten Weggefährten, die sich in die Nachfolge rufen ließen, lassen ihn im Stich. Auch wir sind in seine Nachfolge gerufen. Wenn das Zeugnis unseres Glaubens auf Gegenwind stößt, stellen wir dann wie die Jünger auch betroffen die Frage: „Bin ich es etwa, Herr?“

Sr. M. Hannelore Huesmann, Franziskanerin von Münster-Mauritz

 

16. Apr 2019

"Herr, wer ist es?" (Joh 13,25)

"Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?" (Joh 13,25)

Es ist ein angenehmes Gefühl, wenn man sich zurücklehnen kann. Ich war’s nicht. Ein anderer ist schuld.
Kann ich mich wirklich zurücklehnen, wenn es um Schuld und Verrat geht?

Da ist mir ein Trost, dass Jesus auch dem Judas den Kelch als Zeichen der Gemeinschaft reicht. Seine Liebe ist größer als meine Schuld. Ich brauche mich also nicht zurücklehnen.

Prälat Stefan Dybowski

15. Apr 2019

Die liebevolle Geste einer Frau

"Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar." (Joh 12,3)

Gottes menschgewordene Liebe kommt durch Maria von Nazareth in die Welt. Auch am Beginn der österlichen Neugeburt steht die liebevolle Geste einer Frau. Maria von Bethanien tut an Jesus einen prophetischen Dienst und salbt ihn für den weiteren schmerzvollen Weg.

Jede Wandlung hat ihre Zeit und ihr eigenes Geheimnis. Das Evangelium macht uns achtsam dafür, wo neues Leben geboren werden will. Die kostbaren Momente der Wandlung und Neugeburt brauchen auch heute eine liebevolle Begleitung. Halten wir in diesen Tagen die Hoffnung wach, dass durch Jesus unsere ganze Erde und alle Beziehungen heilsam erneuert werden!   

Sr. Mechthild Brömel, Karmelitin (OCD)