Fastenimpuls

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27. Mar 2018

Einer von euch wird mich verraten.

Einer von euch wird mich verraten. Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. (Joh 13,21.26)

Verrat und Mahlgemeinschaft – sind das nicht extreme Gegensätze? In der Regel führen solche Gegensätze zu Auseinandersetzungen und Verletzungen. Jesus gebraucht diese Gegensätze, um zu heilen: den Verrat des Judas durch seine Einladung zum gemeinsamen Mahl, den Aufschrei der Menschen durch sein stilles Aushalten, den Hass durch seine Liebe. Ein wunderbarer Arzt.

Prälat Stefan Dybowski

26. Mar 2018

"Damit salbte Maria Jesus die Füße."

„Ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl. Damit salbte Maria Jesus die Füße.“ (Joh 12,3).

Das klingt verrückt. Dieses Nardenöl kostete so viel, wie ein Tagelöhner im ganzen Jahr nicht verdienen konnte. Und Jesus wird nicht stolz, weil Maria ihn so sehr liebt. Auch hält er sich nicht für etwas Besseres, weil er mit so kostbarem Parfüm-Öl gesalbt wird. Und schon gar nicht werden in ihm Allmachtsphantasien wach, weil er ein von Maria Gesalbter ist.

Stattdessen erinnert ihn dieses sehr kostbare Öl und die liebevolle Salbung an seinen baldigen Tod. Was wäre, wenn uns das Schöne, Wunderbare und Wertvolle nicht zum Bleiben sondern zum Gehen ermutigt: Wandlung.

P. Manfred Kollig SSCC, Generalvikar Erzbistum Berlin

25. Mar 2018

„Hosianna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.“ (Mk 11,9)

Heute verdichtet sich in den Tageslesungen die Botschaft Jesu Christi vom nahegekommenen Reich Gottes: Der Einzug in Jerusalem als Messias ohne ein Zeichen von Macht, auf einem Esel, Begeisterung und Leidenschaft auslösend. Anschließend: Die Passion, Entäußerung Gottes. Auch sie zeigt Leidenschaft: Leidenschaft Gottes für die Welt - bis in die dunkelste Ecke hinein. Gott ist da!  Hosianna! Übersetzt: Sende Rettung! Heute – in einer Geste, einem Wort, einem Tun auch durch mich? Hosianna!

Christopher Maaß

24. Mar 2018

"Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben" (Joh 11,52)

Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. (Joh 11,52).

Wir können es täglich machen wie Christus, sterben für die Anderen.
Wir können nachgeben, statt zu streiten, wenn der Andere anders denkt.
Wir können lächeln, wenn uns jemand böse anschaut,
wir können den Anderen einfach lieben so wie er ist.

So können die menschlichen Beziehungen auferstehen, indem jeder für den Anderen stirbt.

Kerstin Land, Religionslehrerin in Ausbildung, Idente Familie Spandau

23. Mar 2018

Für welches der guten Werke wollt ihr mich steinigen? (Joh 10,31-32)

Da hoben die Juden Steine auf, um Jesus zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Für welches der guten Werke wollt ihr mich steinigen? (Joh 10,31-32)

Menschen, die Gutes tun, sind oft eine Herausforderung für die anderen. Sie verderben die Preise. Jesu Handeln war ein lebendiger Vorwurf gerade für die, welche meinten, im Namen Gottes zu handeln. Da gibt es nur zwei Alternativen: Steine werfen oder umkehren.

Prälat Stefan Dybowski

22. Mar 2018

"dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein." (Gen 17,7)

"Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein." (Gen 17,7)

Wir leben in Zeiten, in denen man den Eindruck bekommen kann, dass selbst schriftliche Verträge von heute auf morgen nichts mehr wert sind, dass das einmal gegebene Wort nur unter bestimmten Bedingungen oder nur für eine begrenzte Zeit gilt.
Gottes Zusage kennt kein Verfallsdatum: sie gilt bedingungslos, ohne Wenn und Aber! Er will unser Gott sein.
Wer ist Gott in meinem Alltag? Lasse ich ihn nur "einen guten Mann sein" oder ist er für mich der Gott, dessen Zusage mein Leben trägt? Der mich Schritt für Schritt meinen Weg gehen läßt, auch wenn dieser Weg kein Spaziergang ist? Der mich nicht in irgendeine Zukunft, sondern in SEINE Zukunft führt...

Schwester M. Hannelore Huesmann, Franziskanerin von Münster-Mauritz

21. Mar 2018

Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen (Dan 3,91-92)

Haben wir nicht drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen. Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen. (Dan 3,91-92)

König Nebukadnezzar konnte den Leib der jungen Männer fesseln und in den Feuerofen werfen. Doch ihr Gewissen und damit ihre Entscheidung für Gott konnte er nicht fesseln. Wer seinem Gewissen und damit Gott folgt, ist frei. Kein Wunder, das der König die Männer frei umhergehen sieht.

Dass Nebukadnezzar am Schluss zum Glauben gekommen ist, scheint unwahrscheinlich. Zumindest müssen ihm aber diese jungen Männer mächtig imponiert haben.

Prälat Stefan Dybowski

20. Mar 2018

Blick auf! Kopf hoch!

"Und Mose bat für das Volk" (Num 21,4-9)

Blick auf! Kopf hoch! Lass dich nicht kleinkriegen von den Wadenbeißern, Giftschlangen, Quälgeistern, Bodenläusen und Blutsaugern. Bleib nicht beim Kleinkarierten hängen. Lenke deinen Blick immer wieder aufs große Ganze. Lenke ihn von den Verwirrungen des Moments auf das was ewig zählt. Richte deinen Blick auf Jesus. An IHM orientiere dich. An IHM richte dich aus. Vertrau auf IHN und seinen Namen: Jesus- Gott rettet.

P. Emanuel Huemer SVD

19. Mar 2018

Heiliger Josef

„Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte“ (Mt 1,24a)

Ein großer Redner war er nicht, erst recht kein Schwätzer. Josef, der „Bräutigam der Gottesmutter Maria“, wie ihn die Liturgie betitelt, war eher ein stiller Zeitgenosse. Das macht ihn mir so sympathisch.
Josef ist für mich alles andere, als eine biblische Randfigur, ein bedeutungsloser Statist im Stall von Bethlehem. Für mich ist Josef ein Mensch, der fest verwurzelt war im Glauben; der die Zeichen seiner Zeit erkannte und bereit war das zu tun, was angesagt war – auch, wenn es unbequem erschien.
Menschen wie Josef, die aus ihrem Glauben heraus handeln; die ohne viele Worte zu machen einfach das tun, was zu tun ist: solche Menschen braucht die Welt auch heute.

Norbert Cuypers SVD

18. Mar 2018

Einheit von Freiheit und Gehorsam

Fast auf jeder Seite des Evangeliums begegnet uns Jesus als Lehrer. In der heutigen zweiten Lesung jedoch als Lernender/Schüler:

„Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt.“

Was soll uns damit gezeigt werden?

Jesus muss sich immer wieder neu für Gottes Willen entscheiden. Den schmerzlichen Gehorsam lernt er durch viele innere Kämpfe hindurch. Aber genau so kann er uns auch ein Vorbild dafür sein, dass Gehorsam gegenüber Gott und persönliche menschliche Freiheit nicht nur kein Widerspruch sind, sondern einander bedingen.

In dem Maße, wie ich Gott gegenüber gehorsam bin, im Einklang mit seinem Willen, werde ich frei von: Egoismus, Verbitterung, Verzweiflung, Unversöhnlichkeit, Hass, Süchten, und frei dafür, mich zu verschenken an Gott und meine Mitmenschen.

Lukas Tyczka