Fastenimpuls

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14. Apr 2019

Boten des Friedens

„Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Frieden und Herrlichkeit in der Höhe!“ (Lk 19,38)

Der Einzug Jesu in Jerusalem markiert den Eintritt in die Heilige Woche, in der wir den Leidensweg Jesu mitgehen – bis zum Kreuz, und durch Kreuz und Grab hindurch zur Auferstehung.

An diesem Wendepunkt rufen die Jünger: „Im Himmel Frieden“. Es erinnert an die Worte der Engel bei der Geburt Jesu: „Friede auf Erden bei den Menschen seiner Gnade“ (Lk 2,14). So sind Himmel und Erde hineingenommen in das Geheimnis des Lebens und Sterbens Jesu.

Er, der König des Friedens, will auch in unsere Mitte einziehen und uns zu Botinnen und Boten des Friedens machen.

Sr. Teresia Benedicta, Karmel Regina Martyrum

13. Apr 2019

Eine Heimat haben

„Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln.“ (Joh 11,52)

Wie sehr sehnen sich Menschen nach einem Zuhause!

Bezahlbarer Wohnraum, Obdachlosigkeit, Flucht und Vertreibung haben in den Nachrichten einen Dauerplatz. Dahinter stehen immer Schicksale von konkreten Menschen.

Jesus ist gekommen, um „die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln“ (Joh 11,52). Die Bibel erzählt Geschichten, wie Gott alles tut, um den Menschen Heimat zu schaffen, damit sie nach Hause kommen zu ihm.

Die Tage auf das Osterfest zu geben in besonderer Weise die Chance, Gottes Einladung zu hören.
Kommen Sie gut nach Hause heute!

Sr. Ruth Lazar OSB, Kloster Alexanderdorf

12. Apr 2019

„Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held (...)“ (Jer 20, 11.12)

„Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held (...), er sieht Herz und Nieren.“ (Jer 20, 11.12)

Es wird dunkel in und um Jeremia.
Er droht an seiner Berufung als Prophet irre zu werden.
Zu groß scheint die Aufgabe, seinem Volk die Wahrheit zu verkünden,
doch er weiß sich an das Wort Gottes gebunden.
Gott sieht Herz und Nieren, d.h. er schaut auf den Menschen in seiner Gesamtheit,
auf sein Denken und Fühlen. Der ganze Kummer und Schmerz den Jeremia trägt,
liegt offen vor Gott und gerade in dieser an die Grenzen gehenden Berufung steht JHWH Jeremia bei wie ein gewaltiger Held.
Im Vertrauen auf Gottes rettende Hilfe der inneren Wahrheit, der Gottes Wahrheit in Liebe nachfolgen - Was bedeutet das heute für mich?

Schwester Paula, Kloster Alexanderdorf

11. Apr 2019

Erfüllung finden, die ich ersehne

Jesus spricht: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. (Joh 8,51)

Die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, führt in den tiefsten Sinn des christlichen Glaubens: Wenn ich weiß, dass die irdischen Jahre nicht meinen ganzen Lebenshunger erfüllen müssen, kann ich eine große Freiheit gewinnen. Wenn ich weiß, dass mich mehr erwartet, als ich auf Erden erleben kann, kann ich irdisches Leben freigebig verschenken und einsetzen. Und möglicherweise wird gerade so mein Leben die Erfüllung finden, die ich ersehne. Daran zu glauben, ist ein Wagnis – aber es lohnt sich.

Schwester Bernadette Pruß, Benediktinerin aus Alexanderdorf

10. Apr 2019

Im Vertrauen auf Gott

„Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos. Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet. Im Vertrauen auf ihn haben sie lieber den Befehl des Königs missachtet und ihr Leben dahingegeben, als dass sie irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott verehrten und anbeteten.“ (Dan 3, 95)

Die drei Jünglinge im Feuerofen im Buch Daniel haben ihr Vertrauen ganz auf Gott gesetzt und Gott hat sie aus ihrer scheinbar völlig aussichtslosen Situation heraus gerettet.

Mich lädt diese Erzählung zu der Frage ein, worauf bzw. auf wen ich mein tiefstes Vertrauen setze. Ist mein Vertrauen auf Gott so groß, dass sich mein Reden und Handeln in meinem Alltag wirklich aus meiner Gottesbeziehung heraus nährt - auch im Gewirr verschiedener Stimmen und Emotionen und auch dann, wenn ich auf Widerstand stoße und es mich etwas kostet? Ich darf darauf vertrauen, dass Gott mein Vertrauen auf ihn nicht enttäuschen wird, dass er auch in Situationen von Schmerz und Bedrängnis, dort wo es dunkel, hart und eng um mich herum wird, mich einen Weg heraus zum Leben führen möchte.

Sr. Regina Stallbaumer, Kongregation der Helferinnen

09. Apr 2019

„Unterwegs verlor das Volk den Mut.“ (Num 21,4)

Es gibt Tage, da ist es zum Verzweifeln! Auch das Volk Israel verliert auf dem Weg durch die Wüste die Geduld und zweifelt, ob der, der sie befreit hat, noch bei ihnen ist, mitgeht.

Wie sehr die Hoffnung  auf die Verheißung Gottes trägt, kann uns Dietrich Bonhoeffer zeigen. Heute ist sein Todestag. Er schreibt aus dem Gefängnis:  „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag, Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Christopher Maaß, Prozessbegleitung „Wo Glauben Raum gewinnt“

08. Apr 2019

„Auch verurteile dich nicht!“ (Joh, 8,1-11)

Wie schnell bin ich dabei über andere Menschen zu urteilen, aufgrund von Dingen, die ihnen vorgeworfen werden? Die persönliche Ebene und auch die Bereitschaft es anders zu machen bleibt außen vor. Es steht mir aber gut, es zu tun wie Jesus: die Ruhe bewahren und auf den Menschen zu schauen: Du darfst einen neuen Anfang wagen, ich verurteile dich nicht!

P. Markus Mönch, Klinikseelsorger im Vivantes Klinikum im Friedrichshain

07. Apr 2019

"Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!" (Joh 8,11)

Jesus setzte sich, Jesus bückte sich, Jesus richtete sich auf … Eine Erzählung mit viel Aufwärts- und Abwärtsbewegung.

Doch die entscheidende Aufwärtsbewegung kann man zwischen den Zeilen lesen. Jesus richtet eine Frau auf, die von ihrer Schuld beladen und von den Menschen niedergeschrien wurde.

Mir kommen Worte des Propheten Jesaja in den Sinn: „Das geknickte Rohr zerbricht er nicht.“ Und am Ende: „Auf seine Botschaft warten die Menschen.“

Prälat Stefan Dybowski

06. Apr 2019

"Noch nie hat ein Mensch so gesprochen." (Joh 7,46)

Dass Gerichtsdiener einen Befehl nicht ausführen – auch auf die Gefahr, dafür gerügt oder sogar bestraft zu werden, muss schon einen triftigen Grund haben.

Ja, den hatten sie: Jesus selbst. Welche Worte er gesprochen hat, sagt die Bibel nicht. Auf jeden Fall muss er einen enormen Eindruck auf sie gemacht haben. Und aus diesem Eindruck heraus haben sie gehandelt: mutig und entschieden.

Prälat Stefan Dybowski

05. Apr 2019

„Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen“ (Lk 7,28b)

„Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit.“ (Lk 7,28b)

Für Jesus ist Sendung offenkundig vom Verwiesen-Sein auf den Vater her geprägt. ER ist der Ausgangspunkt jeder Sendung, die ER vielfältig und sich verändernd ausspricht. Das bedeutet unter anderem, dass Andere in gleicher Bedeutsamkeit wie ich selbst gesandt sind und dass es die Einheit in der Vielfalt ist, die Gott erahnen lässt. Es ist also wichtig, sich als jemand, der sich gesandt weiß, das Verwiesen-Sein auf Gott und die Tatsache, in einer Gemeinschaft von Gesendeten zu stehen, immer neu ins Bewusstsein zu rufen.

Bitten wir in dieser Österlichen Bußzeit den Heilige Geist, uns insbesondere durch die Sen-dung der Anderen dazu anzuleiten, unserer je eigenen Sendung immer neu auf die Spur zu kommen und offen dafür zu bleiben, von Gott neu gesendet zu werden.

P. Heribert Kerschgens SDS