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Den missionarischen Charakter stärkenTiergarten-Wedding startet mit Pastoralkonzept ins dritte Jahr der Entwicklungsphase

08. Februar 2018 Alfred Herrmann

Das Pastoralkonzept steht und damit der Wegweiser in die Zukunft einer neuen Pfarrei: mit dem Jahreswechsel hat der Pastorale Raum Tiergarten-Wedding als einer der ersten das zweite Jahr der Entwicklungsphase abgeschlossen.

„Unser Pastoralkonzept durchzieht der Grundgedanke, den missionarischen Charakter der Kirche in unserem Pastoralen Raum zu stärken“, betont Pater Michael Dillmann. Der Dominikaner ist der Leiter der Entwicklungsphase in dem Pastoralen Raum im Herzen Berlins. Über 26.000 Katholiken leben in den fünf Pfarreien St. Paulus, St. Petrus, St. Joseph-St. Aloysius, St. Sebastian und St. Laurentius.

Biblisches Leitwort

Seinem 26-seitigen Pastoralkonzept vorangestellt, hat der Pastorale Raum ein Bibelwort aus dem Kolosserbrief (Kol 3,8-14), das unter anderem auf die Vielfalt in Moabit, Tiergarten und Wedding antwortet: „Da gibt es dann nicht mehr Griechen oder Juden, Beschnittene oder Unbeschnittene, Barbaren, Skythen, Slaven, Freie, sondern Christus ist alles in allem.“

Das Pastoralkonzept basiere auf der Analyse des Ist-Standes von Pastoral und Sozialraum, die der 52-köpfige Pastoralausschuss im ersten Jahr der Entwicklungsphase erstellt hat, betont Pater Michael. „Anhand dieser Ergebnisse haben wir Grundsätzliches für die gesamte Pfarrei in Liturgie, Caritas und Verkündigung erarbeitet und Profilierungen der einzelnen Gemeindestandorte vorgenommen, die durch die gesamte Pfarrei getragen werden sollen“, spricht er über Inhalte des Pastoralkonzepts. Zum Beispiel habe man sich entschlossen, in jeder Kirche sonntags eine Messe zu feiern. Ebenso soll ein Dienst für das letzte Geleit von Alleinstehenden organisiert werden. „Oftmals stehe ich bei Beerdigungen alleine da“, nennt der Pfarrer ein Problem der modernen Großstadt, das im gesamten Pastoralen Raum angegangen werden soll.

Profilierung der Standorte

Bei der Profilierung der Standorte plane der Pastorale Raum, zum Beispiel St. Joseph als offene Kirche für Suchende, als Gesprächs- und Begegnungsort aufzubauen. „Die Kirche steht mittendrin in der Müllerstraße, einer beliebten Einkaufsstraße, direkt neben dem belebten S- und U-Bahnhof Wedding.“ Für St. Paulus nenne das Pastoralkonzept neben dem Dominikanerkloster als geistlichem Zentrum die Kinder- und Jugendpastoral, so Pater Michael, da sich dort mit katholischer Schule, Hort, zahlreichen Kitas, Pfadfinder und Caritas junges Leben bündele.

„Im dritten Jahr müssen wir nun diesen Rohbau mit Mörtel füllen“, blickt der Leiter der Entwicklungsphase auf die kommenden Monate. Dazu gehöre es, Personal, Finanzbedarf und Räumlichkeiten zu bestimmen. Außerdem soll sich zeigen, ob das Konzept trägt. Pater Michael: „Mit ersten Versuchen wollen wir in 2018 prüfen, wie praktikabel das Ganze ist, was wir noch brauchen, oder ob wir umdenken müssen.“