Wo Glauben vor Ort Raum gewinnt

Gesichter der GemeindeMit einem Heft fördert Stralsund/Rügen/Demmin das Kennenlernen im Pastoralen Raum

03. Mai 2018 Alfred Herrmann

„Gesichter der Gemeinde – Der pastorale Raum zwischen Altentreptow und Kap Arkona“ heißt das Heft, dass der Pastorale Raum Stralsund/Rügen/Demmin in dieser Woche an all seine katholischen Haushalte verschickt und an zentralen Stellen auslegt hat. „Mit diesem Heft möchten wir Ihnen Lust machen, die Orte und Menschen persönlich kennenzulernen“, schreibt Sebastian Tacke vom Pfarrgemeinderat Stralsund im Vorwort.

Die mit 4.122 Quadratkilometern demnächst flächenmäßig größte Pfarrei Deutschlands fragt sich: „Was ist das eigentlich, unsere Gemeinde?“ Mit dem Heft gibt sie eine eindeutige Antwort: die Menschen. Rund 6.300 katholische Christen leben in dem Pastoralen Raum, 2,5 Millionen Urlauber werden pro Jahr auf seinem Gebiet beherbergt – „Keine Pfarrei in Deutschland hat mehr Gäste“, schreibt Tacke. „In diesem Heft portraitieren wir Menschen, die dieser Gemeinde ein Gesicht geben und Kirchen, in denen sich diese Menschen zu Hause fühlen.“

Menschen, die dieser Gemeinde ein Gesicht geben

In der 36 Seiten starken Publikation begegnet der Leser zum Beispiel Felix Parnow. Der 24-jährige Heilerziehungspfleger aus Stralsund hat sich 2012 taufen lassen. Oder Kerstin Baudet. Sie lebt in Dalkvitz unweit von Bergen auf Rügen. Die Ärztin und Schmerztherapeutin berichtet von ihren Erfahrungen mit ihrem Leben als Katholikin vor der Wende, mit einer Glaubenskrise, mit der Offenheit Menschen gegenüber, die sie nach ihrem Glauben fragen.

Und da ist Heike Hoffmann, Mutter von vier Kindern, aus Demmin. Als Kind eines katholischen Vaters und einer evangelischen Mutter wuchs sie in der DDR ohne konfessionelle Bindung auf. Die 38-Jährige erzählt von ihrer spirituellen Suche in den verschiedenen Weltreligionen, schließlich von ihrer Taufe und ihrem Hang zum Mystischen. Mit ihrer Taufe wollte sie einen Glauben annehmen, sagt sie, „den ich auch praktizieren kann, wo ich Verbündete habe und ich den Weg nicht alleine gehen muss“.

Ohne Mittel der Pfarreien finanziert

Zwischen den Gesichtern der Gemeinde werden Gottesdienstorte vorgestellt, Pfarrer Andreas Sommer kommt in einem ausführlichen Interview zu Wort, Orte kirchlichen Lebens wie die Kita Marienkrone oder das Seniorenzentrum St. Josef oder das Caritas-Regionalzentrum Stralsund werden vorgestellt.

Das Heft mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren konnte finanziert werden, ohne dass die Pfarreien etwas dazu geben mussten, durch Mittel der Franz-Sales-Stiftung und des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken sowie durch Anzeigen. Tacke denkt die Idee weiter: „Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Heft einmal im Jahr erscheint.“

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