Wo Glauben vor Ort Raum gewinnt

Für Nähe und WeiteKünftig gibt es Pfarreiräte und Gemeinderäte in einer Neuen Pfarrei

28. Juni 2018 Alfred Herrmann

Mit Tiergarten-Wedding schickt sich nach Reinickendorf-Nord der zweite Pastorale Raum an, den Pastoralen Prozess mit der Gründung der sogenannten Neuen Pfarrei zu einem Ziel zu führen. Bereits am 1. Januar 2019 kann es soweit sein. Doch was heißt das insbesondere mit Blick auf die jetzigen und Pfarreigremien, müssten diese doch vor Errichtung einer Neuen Pfarrei gewählt werden?

Auf seiner Frühjahrsvollversammlung in Potsdam-Babelsberg befasste sich daher der Diözesanrat mit der Frage nach der Gremienstruktur einer Neuen Pfarrei. Er verabschiedete eine neue Satzung und Wahlordnung der Pfarreiräte und Gemeinderäte. Diese hat nun Erzbischof Heiner Koch unterschrieben. Sie tritt zum 1. Juli in Kraft und wird entsprechend im Amtsblatt veröffentlicht.

Für die Mitwirkung in der Pastoral vor Ort

Die Gremienstruktur einer Neuen Pfarrei orientiert sich an ihrer neuen Gestalt. Eine Neue Pfarrei besteht aus mehreren Gemeinden und Orten kirchlichen Lebens. Sie zeigt sich als Einheit in Vielfalt. Sie hat also mit den Gemeinden Orte gelebter pastoraler Nähe und mit der Gesamtpfarrei ein Dach, das die Pastoral im Ganzen, in der Weite im Blick hat.

So kann es künftig für die Mitwirkung an der Pastoral auf Gemeindeebene entsprechende Gemeinderäte geben. Für die Mitwirkung an der Pastoral der Gesamtpfarrei ist ein Pfarreirat vorgesehen. Die Mitglieder des Gemeinderats werden von der Gemeinde gewählt, einige werden entsandt, zum Beispiel ein Mitglied des Kirchenvorstands, wenn möglich aus der Gemeinde, oder Vertreter der Orte kirchlichen Lebens.

Was den Pfarreirat betriff, so besteht dieser aus von den Gläubigen der gesamten Pfarrei gewählten Mitgliedern. Hinzu kommen in gleicher Zahl Entsandte der Gemeinderäte. Selbstverständlich zählt der Pfarrer als geborenes Mitglied dazu sowie berufene Mitglieder zum Beispiel Vertreter der Muttersprachlichen Gemeinden und der Orte kirchlichen Lebens oder auch der Verwaltungsleiter.

Ein Kirchenvorstand für die gesamte Pfarrei

Gemeinderäte wie auch Pfarreirat werden im Vorfeld der Errichtung einer Neuen Pfarrei gewählt. Beim Kirchenvorstand verhält sich das zunächst anders. Ganz im Sinne des Kirchenrechts wird es künftig in jeder Neuen Pfarrei nur einen einzigen Kirchenvorstand geben. Um Kontinuität zu wahren, werden die Kirchenvorstände der alten Pfarreien in den ersten, den Gründungskirchenvorstand der Neuen Pfarrei eine bestimmte Anzahl von Vertretern entsenden. Sie bleiben für eine Wahlperiode im Amt. Der dann zu bestimmende Kirchenvorstand wird von den Gläubigen der gesamten Pfarrei gewählt.

Satzung für die Gemeinderäte und die Pfarreiräte im Erzbistum Berlin

 

 

Wahlordnung für die Gemeinderäte und die Pfarreiräte im Erzbistum Berlin