Die gute NachrichtEin Blick in die Pfarrbrieflandschaft in den Pastoralen Räumen und neuen Pfarreien

Das erste Heft ist da! Pünktlich zum Beginn des neuen Kirchenjahres legt der Pastorale Raum Berlin-Mitte seinen ersten gemeinsamen Pfarrbrief vor. Sieben Engagierte aus vier Gemeinden trafen sich über zwei Jahre hinweg regelmäßig, um Pläne zu schmieden, Ideen auszuprobieren, Rückschläge in Kauf zu nehmen, um ihre Energie dann wieder nach vorne auszurichten: In die Entwicklung des gemeinsamen Pfarrbriefes „MITTEndrin“. Dabei hatten sie viel Unterstützung im Hintergrund.

Aufgeben gilt nicht

„Die Arbeit am gemeinsamen Pfarrbrief mit so engagierten Leuten hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch meinen Horizont erweitert“, hält Ulrich Casser (54) gleich zu Beginn unseres Gesprächs fest. Der gebürtige Münsterländer lebt seit 2002 in Berlin und engagiert sich schon seit einigen Jahren im Pfarrbrief-Team der Gemeinde Herz-Jesu Prenzlauer Berg. Im Rahmen des Prozesses „Wo Glauben Raum gewinnt“ wurden im Pastoralen Raum Berlin-Mitte, zu dem die Pfarreien St. Hedwig (Berlin-Mitte), Herz-Jesu (Berlin-Prenzlauer Berg), St. Marien Liebfrauen (Berlin-Kreuzberg) und St. Bonifatius (Berlin-Kreuzberg) gehören, verschiedene AGs ins Leben gerufen, unter anderem die AG Martyria, die sich mit der Verkündigung im Pastoralen Raum befasst. Hier wurde als wichtiger Punkt auch die Öffentlichkeitsarbeit identifiziert. Ulrich Casser trommelte alle Leute aus den Pfarreien zusammen, die sich mit Öffentlichkeitsarbeit im Allgemeinen und Pfarrbriefen im Speziellen befassen, und vor rund zwei Jahren gründete sich die Untergruppe „Pfarrbrief“.

Zunächst entstand die Idee eines Sonderheftes, in dem der Pastorale Raum vorgestellt werden sollte. Die Entwicklung des Heftes war fast abgeschlossen, die Umsetzung scheiterte dann allerdings an der Finanzierung. Die engagierte Truppe ließ sich nicht entmutigen: „Während der intensiven Beschäftigung mit dem Sonderheft wurde deutlich, dass der nächste und sehr wichtige Schritt ein gemeinsamer Pfarrbrief sein muss“, erinnert sich Casser und tatkräftig setzte sich das Redaktionsteam das Ziel, dies mit der Weihnachtsausgabe 2019 umzusetzen. Die Arbeit an dem ersten gemeinsamen Heft verlief erstaunlich glatt. Während das geplante Sonderheft größtenteils daran scheiterte, dass die Notwendigkeit eines solchen nicht überall erkannt wurde, unterstützten alle Ebenen das Vorhaben des gemeinsamen Pfarrbriefes. Schnell einigte man sich auf die zweimonatige Erscheinungsweise, denn wie die Bestandsaufnahme ergeben hatte, lagen die Pfarreien in diesem Punkt nicht weit auseinander. Um die Leser sanft auf das neue Vorhaben einzustimmen, wurde der Erscheinungsrhythmus im Laufe der Zeit bereits aneinander angepasst. Auch die Inhalte der Pfarrbriefe wurden übergreifend ausgespielt – in den vergangenen Ausgaben stimmten viele Texte bei allen bereits überein. „Es war einfach sinnvoll, das nach und nach anzupassen, um dann den Schritt zu einem gemeinsamen Heft zu gehen. Unsere Idee hat bis hierhin funktioniert und es ist einfach schön zu sehen, dass die Pläne jetzt Realität werden“, freut sich Casser, der Sprecher des Redaktionsteams. Auch beim Layout fanden schnell alle einen gemeinsamen Nenner, was nicht zuletzt an dem sofort von allen für sehr gut befundenen Vorschlag eines Gemeindemitglieds lag.

Über das Format wurde lange diskutiert, obwohl die Ausgangslage eigentlich einfach war, denn alle Gemeinden nutzten bisher das gängige A5-Heft. Aber auch für das doppelt so große A4-Magazin sprach einiges: Mehr Platz, mehr Layout-Möglichkeiten, moderne Anmutung. Dass die Entscheidung am Ende für A5 fiel, hat damit zu tun, dass das immer noch am besten in die Handtasche passt und in den Augen der Redaktionsrunde die Marke „Pfarrbrief“ am besten transportiert.

In der heißen Planungsphase

Die im Januar 2020 neu zu gründende Pfarrei St. Bernhard von Clairvaux im Norden des Bistums (Stralsund-Rügen-Demmin) steckt in der heißen Planungsphase für den ersten gemeinsamen Pfarrbrief „Wegweiser“. Hier fanden im Vorfeld zwei extern moderierte Workshops in Stralsund statt, u.a. von Pfarrbriefservice und der Prozessbegleitung, um gemeinsam zu überlegen, welchen Namen das Kind tragen soll, wie die Verteilwege sein werden, was eine realistischer Erscheinungsweise sein kann, welche Inhalte relevant sind und nicht zuletzt auch, welches Format das zukünftige Heft haben wird. Deutlich ist geworden, dass ein Pfarrbrief allein nicht ausreichend ist. Zusätzlich sollen in allen Kirchen wöchentliche Terminzettel – der „Zwischenruf“ – ausgelegt werden. Auch Mini-Abos für Menschen, die sonntags nicht in die Kirche kommen können, sind im Gespräch. Das erste Magazin soll zum Start der Pfarrei im März erscheinen – Sebastian Tacke, der Leiter der neuen Pfarrbriefrunde, ist guten Mutes: „Seit den Workshops hat unser Team sogar noch Zuwachs bekommen. Wir arbeiten jetzt zu fünft an der ersten Ausgabe – aus jeder Gemeinde ist jemand vertreten. Ich bin zuversichtlich, dass unser Vorhaben gelingt und wir einen Pfarrbrief entwickeln, der sich sehen lassen kann.“

Beitrag zum Zusammenwachsen der Gemeinden

Den Advent und die Weihnachtszeit nutzt auch der Pastorale Raum Lichtenrade-Buckow-Mariendorf-Tempelhof für die erste Ausgabe ihrer „Pastoralnachrichten“, die Informationen und Termine zu hl. Messen, Andachten und Veranstaltungen im Pastoralen Raum dieser Zeit beinhaltet. Das Leitungsteam Pfr. Bernhard Schlosser, Sabine Halfpap und Joachim Sponholz begrüßen diese Aktion ausdrücklich, denn der Blick über den eigenen Kirchturm hinaus „bringt uns alle ein wenig mehr zusammen, zumal wir ja in absehbarer Zeit eine Pfarrei werden.“ Verbunden damit ist die Hoffnung, dass auf diesem Weg ein bisschen mehr Gemeinschaft gepflegt werden könne. Viel Mühe hat dieses erste Heft vor allem Holger Pelz gekostet, den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden von Maria Frieden (Mariendorf), der für die AG Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation hauptverantwortlich knapp zwei Monate an der Umsetzung des Heftes saß. Grundgedanke war „Wir wollen raus – wir wollen etwas tun, um aktiv die Gemeinden zusammenzubringen!“ Sein Wunsch ist es, dass es nicht bei dieser einen Ausgabe bleibt und auf Pfarrbriefebene das Zusammenwachsen der Gemeinden bald noch deutlicher sichtbar wird.

Nicht in Stein gemeißelt

Sehen lassen kann sich der neue Pfarrbrief aus dem Pastoralen Raum Mitte mit der ersten Ausgabe zum Advent 2019. Mit der Anordnung der vier gleichgroßen Farbfelder für die vier Gemeinden entsteht ein Kreuz auf dem Titelblatt, das zu Ausdruck bringen soll, dass alle im Glauben an Jesus Christus verbunden sind. Der Name des Heftes „MITTEndrin“ spielt nicht nur auf die geografische Lage an, sondern soll auch die Vielfalt der Menschen und Angebote im Pastoralen Raum verdeutlichen. Dieser Pfarrbrief ist der Beginn eines neuen Weges, ein Prozess des Zusammenwachsend. Dem Pfarrbriefteam ist klar, dass ihre Arbeit hier nicht beendet ist, sondern dass sich so ein gemeinsames Heft ständig auch weiterentwickeln muss. „Die neue Ausgabe passt gut in den Zeitpunkt des Entwicklungsprozesses hier vor Ort. Wir merken in der Umsetzung, dass es bei einigen Punkten durchaus noch Diskussionsbedarf gibt, einiges angepasst werden muss und wir freuen uns auf konstruktive Kritik – nichts ist in Stein gemeißelt“, stellt  Ulrich Casser fest und ist schon gespannt auf die Rückmeldungen aus den Gemeinden.