„Diözesanrat – Miteinander – 2020“Diözesanrat startet Strategieprozess auf Herbstvollversammlung

Im Rahmen des Pastoralen Prozesses „Wo Glauben Raum gewinnt“ startet der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin einen eigenen Strategieprozess. Dies hat die Vollversammlung am 10. November 2018 beschlossen. Während des Strategieprozesses „Diözesanrat – Miteinander – 2020“ soll ein tragfähiges Zukunftsbild seines Wirkens entwickelt werden und zudem die Aufgaben, Arbeitsweise und Zusammensetzung des Diözesanrates reflektiert werden, die in eine zukunftsfähige Gremiumsstruktur mit neuer Satzung münden sollen.

Im Beschluss des Diözesanrates heißt es: „Im Rahmen einer notwendigen Satzungsreform, hervorgerufen durch den Prozess ,Wo Glauben Raum gewinnt‘ und der sich ändernden Dekanatsstruktur soll nicht nur ein Satzungsdokument für den Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin erarbeitet werden, sondern eine Reflektion der bisherigen Arbeits- und Wirkungsweise dieses Gremiums stattfinden und die Frage nach Vision und Selbstverständnis für die zukünftige Arbeit beantwortet werden. […] Es geht darum, ein tragfähiges Zukunftsbild für die Arbeit unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen und kirchlichen Implikationen zu entwerfen, um die Weichenstellungen entsprechend diesem Zukunftsbild rechtzeitig vorzunehmen“ und das unabhängig von der notwendigen Satzungsreform.

Wahrnehmungen des Vorstandes

Die Vollversammlung des Diözesanrates im November 2017 hat sich intensiv mit dem Prozess „Wo Glauben Raum gewinnt“ anhand der Frage „Wie wollen wir in Zukunft im Erzbistum Berlin Kirche sein?“ beschäftigt. Schließlich beauftragte sie den Vorstand des Diözesanrates, sich mit den von ihr erarbeiteten Ergebnissen auseinanderzusetzen und die Strukturen und die Arbeitsweise des Diözesanrates kritisch zu reflektieren. Diesen Auftrag hat der Vorstand innerhalb des Jahres auf mehreren Sitzungen und einer Klausurtagung umgesetzt. Nun teilte er der diesjährigen Herbstvollversammlung seine Wahrnehmungen mit. Sie sind im Beschluss wie folgt dargestellt:

„Eine Kirche, die sich an ihrem Gegenüber ausrichtet, sucht den einzelnen Menschen in seiner Lebenswirklichkeit. Wir wollen eine Kirche sein, die nachfragt, sich interessiert, solidarisch und einladend ist. Wir nehmen wahr, dass wir das in unseren Strukturen und Organen unzureichend widerspiegeln.

Wir nehmen wahr, dass wir oft nicht wissen, wie wir christliche Werte in unserem Miteinander erlebbar machen können durch gegenseitiges Vertrauen, respektvoller Umgang, gegenseitige Unterstützung, Anerkennung von Leistungen, Übertragung von Verantwortung, Lernen aus Fehlern und Annahme von Verbesserungen. Unsere Gemeinschaft soll offen sein für Außenstehende, soll sich anfragen lassen, neugierig sein und Veränderungen möglich machen. Die Einübung einer bedingungslosen Offenheit für Menschen, die etwas anderes glauben und uns fremd sind, stellt uns auch in unserer Gremienarbeit vor eine große Herausforderung. Wir nehmen wahr, dass wir nicht wissen wie eine Willkommenskultur aussehen und gelebt werden kann.

Teilhabe leben, bedeutet Teilhabe ermöglichen. Das erfordert eine Veränderung der wechselseitigen Wahrnehmung von Menschen, auch von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen. Wenn wir das Verständnis von Gemeinschaft, also Communio, als Grundmotiv haben und daraus den Teamgedanken ableiten, bedeutet dies für unsere Strukturen und Gremien, dass wir uns von unserem bisherigen Leitungsverständnis verabschieden und im Sinne eines synodalen Prinzips weiterentwickeln müssen. Wir alle, Laien, Priester, Diakone und Ordensleute, Hauptamtliche und Ehrenamtliche, müssen aufeinander hören und voneinander lernen. Wir nehmen wahr, dass es uns nicht ausreichend gelingt, unser Handeln in den Gremien durch eine solche breite Kultur des Miteinanders beeinflussen zu lassen.

Jede und jeder Gläubige hat eigene Gaben und Talente. Die Annahme von Fähigkeiten und Charismen ist der zentrale Punkt für die Entwicklung der Kirche. Kirche lebt davon, dass sich alle einbringen und mitgestalten. Damit verbunden ist ein radikaler Paradigmenwechsel, der Vertrauen, Zutrauen und Ermöglichung als wesentliche Merkmale der Kirchenentwicklung aufgreift. Es wird darauf ankommen, nicht zu fragen: ,Was kann ich verhindern?‘, sondern ,Was kann ich ermöglichen?‘

Wir nehmen wahr, dass wir als Diözesanrat einen Weg vor uns haben, um Kirche im heute und morgen Raum zum Wachsen zu geben. Diesen Weg wollen wir aktiv gestalten.“

Ziele des Strategieprozesses

Als Ziele des nun angestoßenen Strategieprozesses formuliert der Beschluss: „Ziel des Prozesses ist es, ein tragfähiges Zukunftsbild für die Aufgabenwahrnehmung des Diözesanrates unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen und kirchlichen Implikationen zu entwerfen, dass in eine zukunftsfähige Gremiumsstruktur mündet, welche den Prinzipien von Selbstorganisation, Demokratie, Partizipation, Ehrenamtlichkeit, Christlicher Glaube, Lebensweltbezug und Freiwilligkeit entspricht.“

Während des Strategieprozesses, der bis zur Vollversammlung am 16. November 2019 angelegt ist, gilt es nun zunächst, eine Vision und ein Leitbild des Diözesanrates zu erarbeiten als Grundlage seiner künftigen Arbeit. Als Zweites muss die Zusammensetzung und Amtszeit, die Organe und Arbeitsweisen, die Aufgaben und Zuständigkeiten des künftigen Diözesanrates geregelt werden. Als Drittes wird eine neue Satzung für den Diözesanrat verfasst. Für die Koordination des Strategieprozesses hat die diesjährige Herbstvollversammlung eine Steuerungsgruppe eingesetzt.

Zum Beschluss des Diözesanrates