Institutionelles Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt

Wenn innerhalb der Entwicklungsphase ein Pastoralkonzept für einen Pastoralen Raum erstellt wird, empfiehlt es sich, die Erarbeitung eines „Institutionellen Schutzkonzeptes zur Prävention von sexualisierter Gewalt“ mit zu integrieren. Zur Unterstützung hat der „Beauftragte zur Prävention von sexualisierter Gewalt“ im Erzbistum, Burkhard Rooß, eine Arbeitshilfe vorgelegt. Unter dem Titel „Institutionelles Schutzkonzept“ liefert sie inhaltliche Anregungen, Methoden, Fahrplan und Beispiele. 

Bereits bei den Schulungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt wurde vermittelt, wie Präventionsmaßnahmen Risiken vermindern und Kinder und Jugendliche wirksam vor sexualisierter Gewalt schützen können. An ihnen nahmen bis Ende des letzten Jahres allein über 4.500 berufliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Pfarrgemeinden, Schulen und Einrichtungen des Erzbistums teil.

In diesem Sinne haben bereits einige Pfarreien damit begonnen, die bestehenden Präventionsmaßnahmen auf Diözesanebene um konkrete Regelungen für die eigene Gemeinde beziehungsweise den eigenen Pastoralen Raum zu ergänzen und als Institutionelles Schutzkonzept zusammenzufassen, so wie es in der Präventionsordnung des Erzbistums – und auch bundesweit in der katholischen Kirche – vorgesehen ist.

Wer jetzt skeptisch ist und denkt:

  • „Wir wollen niemanden unter Generalverdacht stellen.“
    Zu Recht! Die allermeisten Menschen lehnen sexualisierte Gewalt scharf ab. Und die meisten würden auch gerne etwas dagegen tun. Ein Schutzkonzept gibt ihnen die Möglichkeit, aktiv zu werden.
  • „Machen wir uns mit einem Schutzkonzept nicht verdächtig?“
    Ganz im Gegenteil. Mit einem Schutzkonzept unterstreicht ein Pastoraler Raum, dass seine Einrichtung dem Schutz der ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen höchste Bedeutung beimisst. Das ist ein Qualitätsmerkmal.
  • „Was sollen wir denn noch alles tun?“
    Sicher, ein Schutzkonzept ist mit Arbeit verbunden. Doch auch andere Sicherheitsmaßnahmen wie Brandschutz oder Erste Hilfe bedeuten zusätzlichen Aufwand – und unterbleiben trotzdem nicht. Warum sollte also beim Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt Abstriche gemacht werden?
  • „Ich bin Priester, ich bin Ehrenamtliche… und kein Sozialarbeiter!“
    Richtig, die Ehrenamtlichen und Priester in den Pastoralen Räumen sollen nicht die Kompetenz der Fachberatungsstellen ersetzen. Es genügt zu signalisieren, dass sie und die entsprechenden Einrichtung für die Problematik sensibilisiert und jederzeit ansprechbar sind und wissen, wer weiterhelfen kann.

Die schmerzliche Erfahrung von Missbrauchsfällen in Gemeinden und anderen (katholischen) Einrichtungen zeigt, dass Täter und Täterinnen die Arglosigkeit von Institutionen, in denen spezifische Schutzmechanismen fehlen, gezielt auszunutzen wissen. Ein Institutionelles Schutzkonzept ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, um Kinder und Jugendliche nachhaltig zu schützen und auf diesem Wege immer mehr eine Haltung und Kultur der Achtsamkeit zu fördern.

Für weitere Informationen, gedruckte Exemplare der Arbeitshilfe oder einen Termin für eine Präventionsschulung für Ehrenamtliche in der Pfarrei oder im Pastoralen Raum:

Burkhard Rooß
Präventionsbeauftragter des Erzbistums Berlin
Telefon: 0 30/2 04 54 83 27
E-Mail: burkhard.rooss@erzbistumberlin.de.

Die Arbeitshilfe „Institutionelles Schutzkonzept“

Hinweise und Termine für Präventionsschulungen in Pfarrgemeinden