„Seht ich mache alles neu“ Glaubwürdige Seelsorge in pastoralen Großräumen

Jahreskonferenz der GemeindereferentInnen

vom 15-17.9.2014 in Bad Saarow

52 GemeindereferentInnen (GR) in den Rauener Bergen, 3 Impulse, 3 Stunden wandern, etliche Schweißperlen, vielstimmiges Gotteslob und ein Festmahl.

So ließe sich Tag 1 der Jahreskonferenz der Berufsgruppe der GR kurz zusammenfassen. Ungesagt bliebe dann jedoch, wie gut uns das Miteinander unter Wolken – losem Himmel in Form von gemeinsamem  Schweigen,  gefeierter Eucharistie und angeregten Gesprächen getan hat. Die Bündelung von jährlich stattfindenden Elementen wie Fortbildungstag, Ausflug und Bischofsgespräch zu einer Jahreskonferenz der Berufsgruppe hat sich auch im 3. Jahr als sehr gut erwiesen.

Tag 2 begann mit dem informativen Konferenzteil und mündete am Nachmittag in die Fortbildung mit Professorin Doris Nauer zum Thema: „Glaubwürdige Seelsorge in pastoralen Großräumen“  Einige persönliche Eindrücke und Fragen, die ich mir stelle, müssen an dieser Stelle genügen:
Der Glaubwürdigkeitsverlust, den Frau Nauer bildreich beschrieb, ist sowohl empirisch nachgewiesen, als auch von Hauptamtlichen in der Pastoral erlebbar. Ein Beispiel: Die Familien, die vor der Erstkommunionvorbereitung schon da waren, sind es in der Regel hinterher auch noch. Die anderen kommen in unsere Kirchen, erleben Gemeinde und – sind wieder weg.

Das muss uns nicht zu denken geben, könnte aber.

Was verstehen wir unter Seelsorge und welche Schwerpunkte setzen wir als Seelsorgerinnen und Seelsorger?  Gibt es ein persönliches Seelsorgekonzept? Sorgen wir uns um die Seelen, die uns im Alltag begegnen, die am Rand der Gesellschaft und der Kirche sind, die keine Stimme haben, die nicht immer an den christlichen Gott glauben?

Wir alle sind mit dem Reich Gottes, das in Jesus Christus begonnen hat, schon erlöst und die Präsenz Gottes ist doch auch in denen schon da, die uns fremd sind. Gelingt es uns, Menschen zu begegnen ohne gleich zu wissen, was für sie das Beste ist und mit ihnen quälende Warum-Fragen auszuhalten?
Ermöglichen wir Erwachsenen mystagogische Zugänge zum trinitarischen Gott der Christen?
Frau Nauer meint einen Kairos zu erkennen und macht ihn fest in der Möglichkeit in pastoralen  Großräumen in entstehenden Teams um ein gemeinsames Seelsorgekonzept zu ringen, das in der Nachfolge Jesu Christi steht. Die pastoralen Leitlinien geben nach ihrer Aussage die dafür nötigen Rahmenbedingungen vor, z. B. unter 4.1 zum Thema Teambildung.

All das und noch vieles mehr nehme ich aus diesen (waren es wirklich nur) 2 ½ Tagen mit. Am Schluss soll keine Schelte für irgendjemanden stehen oder Gejammer über die Umstände, sondern ein Wort von Papst Franziskus, das mich in Bewegung bringt: „Die Mission … ist nicht ein Teil meines Lebens … den ich auch wegnehmen kann; … außer ich will mich zerstören. Ich bin eine Mission auf dieser Erde, und ihretwegen bin ich auf der Welt. … Licht zu bringen, zu segnen, zu beleben, aufzurichten, zu heilen, zu befreien….“  EG 273

In dem Bewusstsein, dass auch mein Beitrag wichtig ist, vertraue ich auf den der sagt: „Seht ich mache alles neu“ (Offb 21,5).