Welche Inhalte vermittelt der Religionsunterricht?

Kinder und Jugendliche stellen in Frage, was ihnen begegnet. Sie fragen weiter, denken nach, tauschen sich untereinander aus und hören die Meinungen und Überzeugungen der anderen.
Sie stellen die großen Fragen der Menschheit – nach dem Sinn ihres Lebens, nach ihrer Herkunft und Zukunft und nach Gott.
Diesen  Fragen Raum zu geben, dafür steht der  Religionsunterricht in der Schule!

Unabhängig von einer religiösen Prägung oder Bindung der Schüler und Schülerinnen lädt der Religionsunterricht dazu ein, über ihr Leben, über das Miteinander mit anderen und über ihre Welt unter der Prämisse nachzudenken:
Gott gibt es.
Der Gott der Bibel ist ein Gott, der die Menschen liebt. Er fordert sie heraus, stellt unbequeme Fragen, geht mit in Freude und Trauer und hat versprochen, die Menschen nicht zu verlassen. Wenn wir dies erfahren, ordnet sich die Welt und die Stellung des Menschen in ihr neu:

Im Religionsunterricht geht es vor allem darum, den Kindern und Jugendlichen das Christentum nahe zu bringen und die Wurzeln und die Inhalte des christlichen Glaubens zu entfalten. Schülerinnen und Schüler können sich hier neue Erfahrungsräume erschließen und so zu begründeten Entscheidungen gelangen.

In anderen Fächern wird das ja auch so gemacht: Stellen Sie sich nur mal vor, Sie haben Musikunterricht und lernen nur den Quintenzirkel oder das Notenlesen, hören aber nie wirklich Musik. So ist es auch im Religionsunterricht. Man kann nicht nur über Religion sprechen, man muss auch erleben, wie sich Religion von innen anfühlt. Und da ist in der Schule einiges möglich: ein Kreuzzeichen machen, Gebetshaltungen ausprobieren, ein Grundgebet sprechen, mit den Schülerinnen und Schülern heilige Räume erleben, das Alphabet der Zeichen und Symbole erschließen usw. Dieses ganzheitliche Lernen ist grundlegend für den katholischen Religionsunterricht.
So kann im Religionsunterricht deutlich werden, wie Leben und Glauben zusammengehören.

Die Begegnung mit biblischen Texten ist ebenso vorgesehen wie die Einführung in Epochen der Kirchengeschichte. Auch die dunklen Seiten der Kirche, wie die Kreuzzüge oder Hexenverfolgungen, werden dabei nicht verschwiegen. Bei der Behandlung biblischer und kirchengeschichtlicher Stoffe stößt man auf andere Religionen wie das Judentum oder den Islam.  So kommen auch die großen Weltreligionen zur Sprache. Nicht selten führt die Beschäftigung  mit nichtchristlichen Religionen dazu, dass Kinder und Jugendliche ihre eigene Religion ganz neu entdecken!

Der Religionsunterricht ist ebenso wie die übrigen Fächer an Rahmenlehrpläne gebunden. In Aufbau und Struktur orientieren sich die Rahmenpläne am pädagogischen Rahmenkonzept aller schulischer Fächer. Ausgangspunkt ist der Kompetenzansatz, der die Förderung von Sachkompetenz, Methodenkompetenz, personaler und sozialer Kompetenz in den Mittelpunkt stellt.

Rahmenpläne "Katholische Religion"

Die Gestaltung des katholischen  Religionsunterrichts im Erzbistum Berlin erfolgt nach einheitlichen Rahmenplänen, die für alle Lernorte (öffentliche und private Schulen, katholische Schulen und Kirchengemeinden) in den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verbindlich sind.

Die Rahmenpläne für den katholischen Religionsunterricht sind gleichwertig mit den staatlichen Rahmenlehrplänen:  die Förderung von Sachkompetenz, Methodenkompetenz, personaler und sozialer Kompetenz als komplexes und voneinander nicht trennbares Anliegen ist auch für den katholischen Religionsunterricht die Richtgröße für Anforderungen, Ziele, Unterrichtsinhalte, Unterrichtsgestaltung bis hin zur Leistungsfeststellung und -bewertung. Ebenso sind für den Religionsunterricht  „Standards" formuliert, die am Ende der Schulzeit zu erreichen sind.

Kontakt

Erzbischöfliches Ordinariat Berlin
Abteilung Religionsunterricht
Leitung
Mathias Bröckl
Schulrat i.k.A.
Niederwallstraße 8-9
10117 Berlin
Tel.: (030) 326 84-176
Fax: (030) 326 84-233
E-Mail: Religionsunterricht(ät)erzbistumberlin.de

Mathias Bröckl

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