Kirchensteuer (Haushalt)

Kirchensteuer auf Abgeltungssteuer

Automatisiertes Verfahren ab 2015

Im Jahr 2014 haben Informationsschreiben der Banken zum neuen Erhebungsverfahren der Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer zu Irritationen geführt. In den kommenden Wochen werden Bankkunden erneut Post bekommen, mit der sie ein weiteres Mal auf das neue Erhebungsverfahren hingewiesen werden. Die Banken sind dazu gesetzlich verpflichtet.

Tatsache ist: An dem Verfahren, das zum 1. Januar 2015 erstmals zum Einsatz kommt, hat sich nichts verändert, so dass es sich lediglich um eine nochmalige Information der Kunden handelt. Es bleibt dabei, dass keine neue Kirchensteuer eingeführt, sondern lediglich das Erhebungsverfahren automatisiert wird. Betroffen sind nur diejenigen Kunden, deren Kapitalerträge den Freibetrag übersteigen (801 € für Ledige und 1.602 € für Zusammenveranlagte). Erst dann erhebt der Staat die Kapitalertragsteuer, auf die dann im Falle der Kirchenzugehörigkeit 9 Prozent Kirchensteuer (in Bayern und Baden-Württemberg 8 Prozent) berechnet werden.

Ein Berechnungsbeispiel: Wer als Ehepaar einen Freistellungsauftrag in voller Höhe erteilt hat und Sparguthaben von 100.000 € zu einem Zinssatz von 2 Prozent angelegt hat, zahlt darauf 8,76 € Kirchensteuer im Jahr.

Wer nicht möchte, dass seine Bank die Kirchensteuer automatisch an die Finanzverwaltung abführt und bereits Widerspruch in Form eines Sperrvermerks eingelegt hat, muss nichts weiter veranlassen. Der Sperrvermerk gilt weiter bis zu seinem Widerruf.

Mit der Kirchensteuer leisten die Kirchenmitglieder einen wertvollen Beitrag dazu, dass die Kirche ihre vielfältigen Aufgaben z.B. in der Seelsorge, im Bildungswesen oder auch in der Jugend- und Seniorenarbeit erbringen kann. Dafür sind wir dankbar.


„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ (Mt 25,40)

Liebe Schwestern und Brüder,

die frohe Botschaft von Jesus Christus allen Menschen in Wort und Werk zu verkünden, Kinder und Jugendliche in unseren Kindertagesstätten und erzbischöflichen Schulen zu bilden und zu fördern, Familien, kranken, alten und einsamen Menschen zu helfen – all diese und viele andere Aufgaben sind mithilfe Ihrer Kirchensteuer in unserem Erzbistum überhaupt möglich. Für Ihren Beitrag und Ihre Unterstützung möchte ich Ihnen ganz herzlich danken: Vergelt’s Gott! Sie ermöglichen kirchliches Leben im Erzbistum Berlin!

Schon der Apostel Paulus sammelte in der Urkirche für die Gemeinde von Jerusalem. Dank Ihrer Hilfe reihen Sie sich ein in die Gemeinschaft der solidarischen Christen, die das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe wirksam umsetzen. „Was ihr für einen meiner Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan!“ (Mt 25,40) Das menschenfreundliche Gesicht Gottes spiegelt sich so wider im menschenfreundlichen Wirken der Christen und der Kirche für alle Menschen – Gläubige, Andersgläubige und diejenigen, die nach Gott suchen.

Ich hoffe auch weiterhin auf Ihr Wohlwollen!

Prälat Tobias Przytarski

Diözesanadministrator

Was geschieht mit der Kirchensteuer?

Verteilung des verfügbaren Kirchensteueraufkommens auf Kostenbereiche exemplarisch anhand des Jahres 2016

Das Volumen des Gesamthaushaltes 2016 beträgt 234,0 Mio. €. Die Haupteinnahmequelle stellt die Kirchensteuer mit 128,6 Mio. € des Gesamthaushaltes dar. Dem Erzbistum Berlin verbleiben allerdings nur die Kirchensteuereinnahmen der Gläubigen, die ihren Hauptwohnsitz im Erzbistum Berlin haben. Damit stehen noch 98,6 Mio. € netto zur Finanzierung kirchlicher Aufgaben zur Verfügung.


Diagramm Kirchensteuer

Die Kirchensteuer ist gerecht!

Die Basis für die Kirchensteuer vom Einkommen ist die Lohn- bzw. Einkommensteuer. Der Kirchensteuersatz beträgt 9% der Lohn- bzw. Einkommensteuer und ist auf 3% des zu versteuernden Einkommens gedeckelt. Sie ist somit direkt an die finanziellen Möglichkeiten der und des Einzelnen gekoppelt. Wer wenig verdient, muss auch weniger zahlen; auch wer Kinder hat, zahlt weniger. Auch durch die Berücksichtigung der Kirchensteuer als Sonderausgabe ergibt sich eine steuerliche Entlastung.
Von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe wird keine Kirchensteuer erhoben.

Durch die weitgehende Übertragung der Kirchensteuer-verwaltung an die Finanzbehörden wird die Kirchensteuer zusammen mit der Lohn- bzw. Einkommensteuer erhoben. Diese Dienstleistung, die bei den Finanzämtern nur wenig Mehrarbeit darstellt, bezahlt die Kirche dem Staat (2,5 Prozent der Kirchensteuereinnahmen) und spart damit erhebliche Verwaltungskosten.

     

Kirchensteuerflyer

Download Flyer Kirchensteuer 2014


Gern können Sie den Flyer per Mail kostenlos bestellen: presse(ät)erzbistumberlin.de­

Stichwort Kirchenfinanzierung

Was ist die Kirchensteuer? Was versteht man unter Staatleistungen? Wie finanziert sich die Kirche? Was leisten Caritas und Ehrenamt? Viele Fragen werden zur Kirchenfinanzierung gestellt.

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Kontakt

Allgemeine Anfragen Kirchensteuer

Erzbischöfliches Ordinariat Berlin
Pressestelle
Niederwallstraße 8-9
10117 Berlin
Tel.: (030) 326 84-136
Fax: (030) 326 84-7136
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Erzbischöfliches Ordinariat Berlin
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