DIE INFO

Aktuelle Ausgabe Nr. 119

Mit liebenswürdigem Blick auf den Anderen schauen

»Ich verstehe diejenigen, die eine unerbittlichere Pastoral vorziehen, die keinen Anlass zu irgendeiner Verwirrung gibt. Doch ich glaube ehrlich, dass Jesus Christus eine Kirche möchte, die achtsam ist gegenüber dem Guten, das der Heilige Geist inmitten der Schwachheit und Hinfälligkeit verbreitet: eine Mutter, die klar ihre objektive Lehre zum Ausdruck bringt und zugleich ›nicht auf das mögliche Gute [verzichtet], auch wenn [sie] Gefahr läuft, sich mit dem Schlamm der Straße zu beschmutzen‹ (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium 45). Die Hirten, die ihren Gläubigen das volle Ideal des Evangeliums und der Lehre der Kirche nahelegen, müssen ihnen auch helfen, die Logik des Mitgefühls mit den Schwachen anzunehmen und Verfolgungen oder allzu harte und ungeduldige Urteile zu vermeiden. Das Evangelium selbst verlangt von uns, weder zu richten, noch zu verurteilen (vgl. Mt 7,1; Lk 6,37)« – so schreibt Papst Franziskus in seinem nachsynodalen Schreiben Amoris Laetitia (308).

Damit fordert Papst Franziskus uns heraus, die Gratwanderung zu wagen zwischen der objektiven Lehre der Kirche und der Logik des Mitgefühls mit dem Verweis auf das Wort Jesu: »Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.«

Dennoch werden wir immer wieder vor Situationen stehen, in denen Entscheidungen zu treffen sind, im alltäglichen Leben wie im beruflichen.

Erzbischof Dr. Heiner Koch erläutert in seinem Text die Hintergründe das Nachsynodalen Schreibens Amoris Laetitia. Er lädt sie ein, diese »Liebeserklärung in der äußeren Form eines nachsynodalen Schreibens« zu lesen. 

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und viele Gelegenheiten, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Und: »Um sich für eine wirkliche Begegnung mit dem anderen zu bereiten, muss man mit einem liebenswürdigen Blick auf ihn schauen« (AL 100).

Uta Raabe

Dezernatsleiterin Seelsorge

»Das ist eine Gratwanderung«

Interview mit Prof. Dr. Christian Waldhoff

Dieses Interview gibt einen Einblick in das kirchliche Arbeitsrecht und das Verhältnis von Kirche und Staat.

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Amoris Laetitia

von Erzbischof Heiner Koch

Erzbischof Koch erläutert "Amoris Laetita", das nachsynodale Schreiben zu den Themen Ehe und Familie.

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»Jesus, du bist da«

Alfred Herrmann

Von katholischen Kindertagesstätten in Ostdeutschland.

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»Die Verkündigung kann zu schnell phrasenhaft werden«

Ein Gespräch

Hermann Fränkert-Fechter im Gespräch mit Pfarrer Dieter Wellmann.

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Inhalt aktuelle Ausgabe (Nr. 119)

  • Vorwort
    Uta Raabe
  • »Das ist eine Gratwanderung«
    Interview mit Prof. Dr. Christian Waldhoff zum Staats-Kirchen-Verhältnis und dem kirchlichen Arbeitsrecht
  • Die Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse
    Wolfgang Bürder
  • Loyalität neu Denken
    Zum kirchlichen Arbeitsrecht
    Christoph Renzikowski
  • Amoris Laetitia
    Eine Erläuterung zum nachsynodalen Schreiben des Papstes
    Erzbischof Dr. Heiner Koch
  • Aufbruch im Erzbistum
    Rund die Hälfte der angestrebten Pastoralen Räume hat sich gefunden
    Alfred Herrmann
  • Von Versorgern zu Charismen-EntdeckernüÜber Pastoralteams der Zukunft
    Alfred Herrmann
  • »Jesus, Du bist da«
    Bonifatiuswerk fragt katholische Kitas in Ostdeutschland nach ihrem religiösen Profil
    Alfred Herrmann
  • Damit sich der Nebel lichtet
    Bericht vom CaritasPastoraltag
    Alfred Herrmann
  • Ein Portrait
    »Die Verkündigung kann zu schnell phrasenhaft werden«
    Gespräch mit Pfr. Dieter Wellmann