Wettbewerb St. Hedwigs-Kathedrale

Symposium zur Kathedrale

Am 15. Dezember 2015 hat ein Symposium zur St. Hedwigs-Kathedrale in der Katholischen Akademie in Berlin stattgefunden.

Dokumentation


Offene Fragen - einige Antworten

Kniebänke, Sitzplatzanzahl, baulicher Untergrund

Nach der Jury-Entscheidung und der Sommerpause stehen unterschiedliche Gremien, Gruppen und Einzelpersonen in einem intensiven Austausch darüber, wie es weitergehen kann.

Mit der Preisverleihung ist – nach den Richtlinien – verbunden, an den ersten Preisträger einen Architektenvertrag zu vergeben, „sofern kein wichtiger Grund der Beauftragung entgegensteht“. Das heißt nicht, dass der Entwurf genauso realisiert wird, wie er derzeit in der Kathedrale zu besichtigen ist. Peter Sichau und Leo Zogmayer legen von sich aus großen Wert darauf, zahlreiche offene Fragen im Dialog mit dem Auslober des Wettbewerbs und den „Nutzern“ der Kathedrale zu klären.

So ist mehrfach bereits die Frage nach der Anzahl der Stühle gestellt worden: Auch wenn im Modell nur rund 400 abgebildet sind versichern die Architekten, dass 550 Sitzplätze vorgesehen sind. Nicht klar im Modell erkennbar – aber vorgesehen – sind beispielsweise auch Kniebänke in der Kathedrale. Auch diejenigen, die in der Kathedrale tätig sind und weiterhin werden, wie die Kirchenmusiker, die Küster, aber auch Mitglieder des Metropolitankapitels und andere Geistliche, engagierte Mitglieder der Domgemeinde, Vertreter von weiteren Berufsgruppen, des Diözesanrats und anderer Gremien, haben ihre Anfragen und Problemstellungen bereits formuliert.

Gleichzeitig gibt es viele andere Sachverhalte zu klären: Die Kathedrale steht auf einem baulich nicht unproblematischen Untergrund und in einem engen baulichen Umfeld, die Staatsoper und die „Prinzessinnen-Gärten“ sind nur die größten Baustellen in der Nachbarschaft. Vieles bleibt hier noch abzustimmen und zu beantragen.

Kostenfrage

Das Erzbistum Berlin beabsichtigt ebenfalls eine Sanierung bzw. einen teilweisen Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses. Hierzu hat der Wettbewerb keine Jury-Entscheidung erbracht. Somit hängt die Frage nach den Kosten zunächst davon ab, ob nur die Kathedrale oder auch das Bernhard-Lichtenberg-Haus in Angriff genommen werden sollen. Was  noch ansteht, ist eine präzise Kostenberechnung der Architekten, sowie Angaben zum Umfeld und Untergrund, auf dem die Maßnahmen durchgeführt werden sollen. Erst muss der Auftrag feststehen, solange ist es nicht möglich, eine einigermaßen solide Kostenschätzung vorzunehmen.

Was man jetzt schon sagen kann: Allein die dringend nötige Sanierung der St. Hedwigs-Kathedrale ohne jegliche bauliche Veränderung wird uns mehrere Millionen Euro kosten. Von daher gingen alle Überlegungen aus, anlässlich der Sanierung über eine Umgestaltung nachzudenken.

Eine Entscheidung zum tatsächlichen Baubeginn – ganz unabhängig von allen anderen Fragen – bleibt dem neuen Erzbischof von Berlin vorbehalten.

Der Siegerentwurf des Architekturbüro Sichau & Walter Architekten GmbH und Leo Zogmayer.

Der Siegerentwurf des Architekturbüro Sichau & Walter Architekten GmbH und Leo Zogmayer.

Die neue Unterkirche in dem Modell von Sichau & Walter Architekten GmbH und Leo Zogmayer.

Neu verkleidet: Der Innenraum von St. Hedwig in dem Modell von ARGE Ruf + Partner Architekten & J.-C. Quinton (3. Preis).

Traditionell: St. Hedwig in dem Modell von o5 Architekten BDA Raab, Hafke, Lang (3. Preis).

Ausgestellt: Noch bis zum 13. Juli sind die 15 Entwürfe der letzten Runde in St. Hedwig zu sehen.

Die siegreichen Architekten Peter Sichau und Leo Zogmeyer mit Kardinal Woelki und Bürgermeister Klaus Wowereit.


Erzbischof Koch: Die nächsten Schritte

Erzbischof Koch hat am 12. November 2015 die nächsten Schritte und die zu erwartenden Kosten vorgestellt.

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Während der Vakanzzeit

Damit der neue Erzbischof eine fundierte Entscheidung fällen kann, nutzte das Erzbistum Berlin die Zeit der Vakanz, um die Grundlagen für eine endgültige Entscheidung über die Umgestaltung der St. Hedwigs-Kathedrale zu schaffen. Dazu gehören u.a. das

  • Erstellen der Entwurfsplanung mit Kostenberechnung und die
  • Durchführung von Baugrunduntersuchungen.

Hierfür hat der Diözesanvermögensverwaltungsrat (DVR) Mittel bis zu einer maximalen Kostenhöhe von 1,5 Mio. Euro freigegeben. Auch die Kosten für den Wettbewerb in einer Höhe von 800.000,- € für Preisgelder, Modelle, organisatorische und Wettbewerbs-Kosten hatte der DVR freigegeben.

Preisträger und Siegerentwurf

Den ersten Preis des offenen Realisierungswettbewerbs zur Neugestaltung des Innenraums der St. Hedwigs-Kathedrale, dotiert mit 65.000 €, verlieh das Preisgericht in seiner Sitzung am 30. Juni 2014 mit großer Mehrheit an das Architekturbüro Sichau & Walter Architekten GmbH und Leo Zogmayer.

Abschließendes Protokoll zur Preisgerichtssitzung zur 2. Phase

Pressemitteilung

Statement des Jury-Vorsitzenden Kaspar Kraemer

Nächste Schritte

Historische Skizze

Interview mit Jesuit und Kunstexperte Friedhelm Mennekes

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind ...

Leo Zogmayer über den Wettbewerb im Hedwigsboten Oktober/November 2014

Manche unserer Gesprächspartner sehen in der Neugestaltung der Hedwigskathedrale, die Kardinal Woelki ausgelobt hat, noch immer nichts weiter als eine ‚Baumaßnahme’, einen kostspieligen Eingriff in die historische Gestalt der Kathedrale. Architekt Peter Sichau und mir jedoch wurde in der sieben Monate währenden Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe klar, dass es sich hier an diesem Standort um eine Jahrtausendchance handelt. Eine Chance für wen oder was?

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Broschüre zum Siegermodell

Blättern Sie sich durch die Ideen und Entwicklung des Siegermodells.

Download

Klausurtagungen zum Wettbewerbs-Entwurf

In der Folge der Jury-Entscheidung hat das Erzbistum Berlin zu bisher zwei Klausurtagungen eingeladen. Dabei sollten Leo Zogmayer und Peter Sichau detailliert ihr künstlerisches und architektonisches Konzept erläutern und Fragen beantworten. Es gab aber auch Raum für Kritik, Ergänzungen, eigene Ideen der Eingeladenen.

Zur ersten Klausurtagung waren Vertreter der Gremien des Erzbistums Berlin eingeladen, zur zweiten Personen und Gruppen, die Kritik oder Bedenken auch schriftlich formuliert hatten.

Die einführenden Vorträge und die sich anschließende Diskussion sind hier dokumentiert:

Weitere Veranstaltungen sind geplant.