Gottvertrauen

Immer wieder höre ich von Eltern, dass sie sich Sorgen machen. Ihre Kinder wissen nicht so richtig, was sie nach dem Schulabschluss machen wollen. Und als Eltern schwanken sie zwischen zu viel Druck und zu viel Freiheit.

Für die Familie der 17-jährigen Ainara verhält es sich genau andersherum: Ainara will ins Kloster gehen, in ein Frauenkloster mit einer strengen Klausur. Sie will sich einsperren lassen, wirft ihr ihre schockierte Tante Maite vor. Ihr Vater Iñaki reagiert eher gleichgültig – „Wenn Sie das unbedingt will …“. Und ihre Oma schmerzt die Vorstellung, die geliebte Enkelin künftig nur noch zu festen Zeiten im Besucherzimmer in den Arm nehmen zu dürfen.

Die baskische Regisseurin Alauda Ruiz de Azúa stellt das Thema Berufung in den Mittelpunkt Ihres Spielfilms GLAUBE und hat damit in Spanien die große Leinwand und das große Publikum erreicht. Jetzt läuft der Film auch in Deutschland in den Kinos.

Dabei liegt das Thema weder in Spanien noch in Deutschland gerade im Trend. Die Zahl der jungen Menschen, die sich für ein Leben im Kloster entscheidet, ist seit vielen Jahren rückläufig. Ordensgemeinschaften überaltern und müssen Niederlassungen schließen, auch in Berlin.

Und dann steht da Ainara beharrlich und unerschütterlich dazu, dass sie den Ruf Gottes gehört hat, so dass sie eigentlich gar nicht anders kann, als dazu „Ja“ zu sagen. Was den Film so besonders macht: Er lässt die unterschiedlichen Einwände und Argumente gelten, er denunziert nicht die Sorgen und Bedenken von Ainaras Familie. Die Regisseurin, die auch das Drehbuch geschrieben hat, nimmt Ainaras Berufung ernst, lässt sie hinterfragen und bestärken. Und bleibt dabei: auch heute noch ruft Gott Menschen, sich vollständig für das Gebet und für das Lob Gottes zu entscheiden.

Und auch wenn Sie das – wie Tante Maite im Film – für ausgeschlossen halten, liebe Hörerinnen und Hörer. Den Film sollten Sie gesehen haben und sei es nur wegen der grandiosen Hauptdarstellerin Blanca Soroa.

Sie spiegelt etwas wider, was ich allen Jugendlichen und ihren Eltern wünsche: Vertrauen, in sich selbst und ihre Fähigkeiten, Vertrauen darauf, dass es einen guten Weg für die Kinder geben wird.

Und es wird Sie nicht überraschen: Ich wünsche auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, Gottvertrauen!