Förderung der Geschlechtergerechtigkeit

im Erzbistum Berlin

Präambel

Entsprechend den Leitgedanken des Erzbistums Berlin verstehen „wir unsere Sendung als eine Sendung in Gemeinschaft. … Wir leben unsere Sendung in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche in Einheit mit dem Papst, dem Bischof und dem gesamten Presbyterium. … Communio als Grundmotiv und der daraus abgeleitete Teamgedanke führen auch dazu, partizipative Leitungsformen einzuführen, zu erproben und zu fördern.“ Daher „fördern und ermöglichen (wir) die gemeinsame Sendung aller Getauften“ und die Entfaltung der Charismen von Frauen und Männern.

Geschlechtergerechtigkeit ist in der gleichen Würde eines jeden Menschen und seiner Gottesebenbildlichkeit begründet, die in der Einheit in Jesus Christus ihren Ausdruck findet: „Ihr alle seid einer in Christus Jesus“ (Gal 3,28).

Geschlechtergerechtigkeit wird verwirklicht, wenn Frauen und Männern gleichwertig ihre Charismen und Sichtweisen einbringen und verwirklichen können. „Jede Form einer Diskriminierung in den gesellschaftlichen und kulturellen Grundrechten der Person, sei es wegen des Geschlechts oder der Rasse, der Farbe, der gesellschaftlichen Stellung, der Sprache oder der Religion, muss überwunden und beseitigt werden, da sie dem Plan Gottes widerspricht.“ (Pastoralkonstitution des II. Vatikanischen Konzils, Gaudium et spes 29).

Im Anschluss an die Trierer Erklärung der Deutschen Bischöfe zum Abschluss des Studientages 2013 gilt es, das Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche zu fördern: „Für das Wirken der Kirche in der heutigen Gesellschaft ist eine geschlechtersensible Pastoral von hoher Bedeutung. Sie kann nur gelingen, wenn Frauen und Männer ihre je spezifischen Gaben und Sichtweisen in Verkündigung, Gottesdienst und Caritas einbringen.“

Die Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit im Erzbistum Berlin wird daher gefördert.

Geltungsbereich

Für das Erzbischöfliche Ordinariat mit seinen unselbstständigen Einrichtungen, für die Katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB), für das Pastorale Personal, dessen Tätigkeit die Weihe nicht voraussetzt, werden Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit für das Erzbistum Berlin ergriffen.

Zielsetzung

Ziel ist die Verwirklichung der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern in geschlechtergerechten Strukturen. Durchgängiges Leitprinzip ist dabei die Förderung der Chancengleichheit auf allen Ebenen und in allen Bereichen, sofern die Weihe nicht Voraussetzung für eine Tätigkeit ist. Dazu zählt auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zur Steigerung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Ist-Stand

Der Ist-Stand wird regelmäßig erhoben und veröffentlicht.

Maßnahmen

Stellenbesetzungsverfahren

Ziel der Personalplanung ist ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in allen Bereichen in denen die Weihe nicht Voraussetzung für eine Tätigkeit ist.

Stellen werden grundsätzlich ausgeschrieben, sofern sie nicht an ein Weiheamt gebunden sind. Die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung wird vor der Ausschreibung geprüft. Die Stellenausschreibungen werden geschlechterneutral formuliert. Familienbedingte Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit oder Reduzierungen des Beschäftigungsumfangs werden ermöglicht. Die Bewerbungskommission wird im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten geschlechtergerecht besetzt. Im Stellenbesetzungsverfahren wird bei gleicher fachlicher und persönlicher Eignung das unterrepräsentierte Geschlecht bevorzugt.

Analyse

Der Bereich Personal-Ressourcen erstellt regelmäßig unter Wahrung der Persönlichkeitsrechte und des Datenschutzes eine Analyse, die die Situation der weiblichen mit der der männlichen Beschäftigten vergleicht. Inhalte der Analyse sind: Frauen und Männeranteil, Vollzeit- und Teilzeitquote, Beschäftigungs-Umfang, Altersstruktur, Geschlechterverteilung nach Entgeltgruppen, Geschlechterverteilung in Leitungspositionen.
Auf Grundlage der Analyse wird die Zielsetzung überprüft und in der Leitungskonferenz regelmäßig beraten. Die Analyse wird in geeigneter Weise veröffentlicht.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Das Erzbischöfliche Ordinariat fördert Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowohl bei der Betreuung von Kindern als auch bei der Pflege von Angehörigen:

  1. Information über gesetzliche und tarifliche Regelungen zu Elternzeit, Beurlaubung und Teilzeit
  2. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familienpflichten werden unterstützt, Vorgesetzte und Personalverantwortliche sorgen für Akzeptanz im beruflichen Umfeld
  3. Teilzeitvereinbarungen auf allen Ebenen
  4. Rückkehr zur Vollzeit wird unterstützt
  5. Sonderurlaubsvereinbarungen und familienbedingte Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit werden gewährt
  6. Unterstützung nach der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit
  7. Teilzeitbeschäftigung und Beurlaubungen aufgrund von Familienarbeit wirken sich nicht nachteilig aus und beeinträchtigen nicht das berufliche Fortkommen
  8. Dienstvereinbarung zur Flexibilisierung des Arbeitsortes (Home Office und Arbeit von Zuhause)
  9. Dienstvereinbarung zur Flexibilisierung der Arbeitszeit (Gleitzeit)
  10. Fortbildungsmaßnahmen erfolgen unter Berücksichtigung der familiären Situation
Gremienbesetzung

Kommissionen, Konferenzen und sonstige Gremien werden soweit wie möglich geschlechtergerecht besetzt.

Geschlechtergerechte Sprache

In allen schriftlichen Äußerungen wird auf die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache geachtet.

Förderung von Frauen

Frauen werden gezielt durch die Teilnahme am Mentoring-Programm des Hildegardis-Vereins zur Steigerung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ gefördert.

Evaluation

Die Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit werden regelmäßig evaluiert, denn: „Wir befähigen und fördern, die Arbeit in allen Kontexten kirchlichen Handelns zu reflektieren. Hierzu gehört es, die Realität (Sozialraum, personelle Möglichkeiten, materielle Ressourcen etc.) wahrzunehmen und anzuerkennen, sie zu evaluieren und daraus verbindlich entsprechende Schlussfolgerungen für die zukünftige Arbeit zu ziehen.“ (Leitgedanken für das Erzbistum Berlin).

In der Leitungskonferenz werden die Maßnahmen regelmäßig auf ihre Eignung zur Zielerreichung überprüft.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich im Fall einer Geschlechterungerechtigkeit an die zukünftige Beschwerdestelle wenden.

Berlin, Dezember 2022

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