Aufarbeitung sexualisierter Gewalt

Grundlage der Aufarbeitung sind die Ergebnisse der bundesweiten sog. MHG-Studie vom Herbst 2018 und das Gutachten „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich des Erzbistums Berlin seit 1946“ vom Frühjahr 2021, darauf bauen alle weitere Maßnahmen zur Aufarbeitung auf.

Unterstützung der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Pfarrgemeinden

Erzbischof Koch bietet – in einem Brief vom Oktober 2021 – an, in Pfarreien bzw. Gemeinden zu kommen, um gemeinsam mit Fachleuten aus Intervention, Aufarbeitung und Prävention ins Gespräch zu kommen. In einem geschützten Raum für offenen Austausch soll es Gelegenheit geben, sich den Emotionen und Fragen stellen, Schuld bzw. Pflichtverletzungen von Verantwortlichen und daraus resultierende Konsequenzen – soweit schon möglich – benennen und möglichen (weiteren) Betroffenen Hilfe anbieten und Ansprechpersonen nennen. Da das Thema sexualisierte Gewalt häufig eine eigene Dynamik entwickelt und Belastung für Teilnehmende bedeuten kann, würden unsere externen Ansprechpersonen ein solches Gespräch traumatherapeutisch begleiten.

Die Terminkoordination und weitere Absprachen übernimmt die Interventionsbeauftragte Birte Schneider: birte.schneider(ät)erzbistumberlin.de, Tel: (030) 326 84-257.

Sprechstunde online

Ein erster Versuch, eine offene Sprechstunde online durchzuführen, brachte ermutigende Ergebnisse. Weitere Sprechstunden online sind in Planung und Vorbereitung.

Hearing

Wie der Namen schon sagt, sollte die Möglichkeit gegeben werden, möglichst viele Facetten und Aspekte, Emotionen und Informationen, Fragen und Verunsicherungen zur Sprache zu bringen.

Das Hearing vom 23. Juni 2021 ist nach wie vor nachzuhören.

Interventionsbeauftragte

Im November 2020 hat die selbstständige Rechtsanwältin Birte Schneider (46) als Interventionsbeauftragte begonnen. Ihre Hauptaufgaben sind die Koordination, Steuerung und Durchführung von Interventionsmaßnahmen bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch durch Mitarbeitende des Erzbistums Berlin oder von Pfarrgemeinden, die Mitarbeit bei kirchenrechtlichen Voruntersuchungen, die Überprüfung der Einhaltung der Leitlinien und die Nachsorge im Rahmen nachhaltiger Aufarbeitung.

Betroffenenbeirat und unabhängige Aufarbeitungskommission

Derzeit entstehen – gemäß dem Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz () vom April 2020 – eine unabhängige Aufarbeitungskommission sowie ein Betroffenenbeirat, gemeinsam mit den Bistümern Dresden-Meißen, Görlitz und der Katholischen Militärseelsorge. Die Federführung und Geschäftsführung liegt beim Bistum Dresden-Meißen.

Kirchenrechtliche Überprüfung des Gutachtens

Einzelne Fälle aus dem Gutachten wurden an Kirchenrechtler zur Bewertung übergeben.

Das Gutachten

Das Gutachten „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich des Erzbistums Berlin seit 1946“ war vom Erzbistum Berlin im November 2018 im Anschluss an die Veröffentlichungen der sog. „MHG-Studie“ beauftragt worden. Es behandelt die im Erzbistum Berlin aktenkundigen Vorwürfe gegen Kleriker zwischen 1946 und 2020. Dabei handelt es sich überwiegend um im (Erz-)Bistum inkardinierte Priester, teilweise auch um Ordenspriester, die im Bereich des (Erz-)Bistums tätig waren. In diesem Zeitraum sind bisher insgesamt gegen 61 Beschuldigte Vorwürfe im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch aktenkundig geworden.

Bei der Veröffentlichung des zusammenfassenden Inhalts der Personalakten wurde große Sorgfalt darauf gelegt, dass Betroffene nicht erkennbar sind. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Schilderung der Fälle bei ihnen eine erneute Traumatisierung auslöst.

Zum Gutachten (Stand 23. August 2021*)

Teil C geschwärzt (Stand 10. September 2021*)

*Die in der aktuellen Version dieses Gutachtens vorgenommenen zusätzlichen Schwärzungen und Korrekturen sind Resultat einer weiteren internen Bewertung und erfolgen ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.


Die Gutachten-Kommission

Zur Fortführung der innerkirchlichen Aufklärungs- und Aufarbeitungsbemühungen im Erzbistum Berlin erarbeitet die Gutachten-Kommission bis Ende 2021 Empfehlungen an Maßnahmen, die sich aus dem Gutachten ableiten.

Ihre Mitglieder:

Entsandt vom Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin sind: Johanna Jungbluth, Mitglied im Berliner BDKJ-Vorstand, Kristin Wedekind, Daniel Schade

Entsandt vom Priesterrat im Erzbistum Berlin sind: Msgr. Winfried Onizazuk, Pfarrer von St. Mauritius im Pastoralen Raum Berlin Friedrichshain-Lichtenberg, Martin Kalinowski, Pfarrer von Heilige Drei Könige Nord-Neukölln, Johannes Schaan, Pfarrer St. Bernhard Stralsund/Rügen/Demmin

Ein Statement

des Berufsverbandes und der Berufsgruppe der Pastoralreferent:innen zur Aufarbeitung
des sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Berlin

Download

Kontakt

Birte Schneider
Interventionsbeauftragte im Erzbistum Berlin

Telefon: (030) 326 84-257
E-Mail: birte.schneider@erzbistumberlin.de