Kinder aus der Pfarrei Heilige Drei Könige in Berlin führen zum Martinsfest ein Musical auf, das die Legende des Heiligen in die heutige Zeit übersetzt.
Ein Bettler sitzt an der Straße. „Helft mir in meiner Not“, ruft er immer wieder. Er hungert und friert. Doch die Leute gehen einfach vorbei, andere rufen lautstark: „Hau ab!“ Nur ein römischer Soldat namens Martin hat Mitleid. Er teilt seinen Mantel mit dem Bettler.
Es ist die Legende vom heiligen Martin, die rund 15 Kinder aus der Pfarrei Heilige Drei Könige in Berlin-Neukölln in einem Musical des Komponisten Reinhard Horn auf die Bühne bringen. Drei Tage lang haben sie in den Herbstferien das Stück einstudiert und sich mit der Botschaft hinter der Martins-Legende beschäftigt. Geholfen haben ihnen Erwachsene, die beispielsweise die Kostüme genäht haben oder sich um die Musik kümmern. Organisiert wird die Aufführung von Gemeindereferentin Miriam Eckert. Die Kinder stammen aus der Gemeinde oder dem näheren Umfeld, erzählt Eckert. Einige sind in der Kindermusikgruppe und singen einmal im Monat im Familiengottesdienst. Musicals gehören immer wieder
zum Repertoire der Pfarrei, die laut Eckert großen Wert auf Kinder- und Jugendarbeit lege. So haben die Kinder bereits zu Ostern ein Stück aufgeführt und nach dem Martinsfest geht es an die Arbeit für das Krippenspiel – ebenfalls mit Tanz und Gesang.
Am letzten Tag des Feriencamps steigt die Aufregung: Erst gibt es eine Probe, dann eine Stunde Pause. Dann folgt in der Kirche St. Eduard in der Neuköllner Kranoldstraße die Generalprobe. Zahlreiche Eltern sind gekommen – und die Aufführung klappt nahezu einwandfrei. Die Texte sitzen weitgehend, die Kinder singen und tanzen sichtlich mit Freude.
Der neunjährige Noé spielt die Hauptrolle. Er verkörpert den heiligen Martin, dem Christus im Traum erscheint, nachdem er dem Bettler geholfen hat. Daraufhin beschließt er, sich taufen zu lassen und für die Armen da zu sein. „Ich wollte Martin spielen, weil ich seine Geschichte liebe“, erzählt der Junge. „Und seine Lieder waren meine Lieblingsmusik in dem
Stück.“ Schon in der Kita habe er in einem Musical mitgemacht, später in zwei weiteren Aufführungen.
Am 8. November führen die Kinder bereits einen Teil des Stücks im Gottesdienst um 11 Uhr in St. Clara, Briesestraße 17, auf. Die komplette Aufführung findet dann am Martinstag, 11. November, 17 Uhr, in St. Eduard statt. Und wie jedes Jahr wird das Fest in ökumenischer Verbundenheit mit der benachbarten evangelischen Philipp-Melanchthon-Gemeinde gefeiert.
Danach geht es zum Laternenumzug auf den nahe gelegenen Kranoldplatz. Dort wird wieder ein St. Martin auftreten – diesmal hoch zu Ross.