Zum jüdischen Feiertag Rosh Ha Schana gratulierten der evangelische und der katholische Bischof in einem gemeinsamen Brief.
"Sie begehen dieses Neujahrsfest als Schöpfungstag. Es ist der Geburtstag der gesamten Welt mit all ihren Bewohnerinnen und Bewohnern. So wird die ganze Menschheit mit angesprochen – und wir wissen uns auf diese Weise mit Ihnen verbunden. Wir Christinnen und Christen sind froh und dankbar, dass Sie auf diese Weise auch uns in Ihre Gebete und Gebräuche mit hineinnehmen.
Das Neujahrsfest ist zugleich ein Tag der Erinnerung. Das Lärmblasen mit dem Schofarhorn erinnert Sie und uns an die Heilsgeschichte Gottes mit seinem auserwählten Volk. Mögen wir alle aus dem Schlaf gerüttelt werden, aus dem geistigen, moralischen und religiösen Schlaf, der uns und unsere Gesellschaft immer wieder zu befallen droht.
Und schließlich gilt das Neujahrsfest als Tag des Gerichts. Dieser Tag lädt ein zum stillen Innehalten und zur ehrlichen Besinnung, um vor Gott über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges nachzudenken. Er allein ist gerecht und barmherzig. Auch darin sind wir mit Ihnen verbunden.
Wir wünschen Ihnen von Herzen ein friedvolles und gesegnetes Jahr 5777. Wir freuen uns auf viele gute Begegnungen, die es bringen möge.
Le’schana towa tikatew wetechatem!
Mögest Du für ein gutes neues Jahr eingetragen und besiegelt werden!"
Bischof Dr. Markus Dröge und Erzbischof Dr. Heiner Koch