20 Jahre Vinzentiner Mission - St. Clemens Kirche, Berlin Geschichte der St. Clemens-Kirche

Die St. Clemens-Kirche und das Kolping-Hospiz wurden 1910 von Clemens von Galen aus seinem eigenen Erbe erbaut, um die im Zuge der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts nach Berlin strömenden zugewanderten Gesellen und Handwerker zu unterstützen. Ab dem 23. April 1906 wirkte er als Kaplan in der Kirche St. Matthias am Winterfeldtplatz und als Präses des Gesellenvereins in Berlin. Am 24. März 1911 übernahm er das Amt des Seelsorgers (Kurat) in der neu errichteten Kirche und Gemeinde St. Clemens Maria Hofbauer am Anhalter Bahnhof. Von 1919 bis 1929 war er Pfarrer der Pfarrei St. Matthias, anschließend kehrte er nach Münster zurück. Am 28. Oktober 1933 weihte ihn Kardinal Karl Joseph Schulte, der Erzbischof von Köln, zum Bischof und führte ihn in sein Amt ein. Clemens August Graf von Galen wurde später wegen seines Widerstandes gegen das Nazi-Regime als „Löwe von Münster” bekannt.

Nach der Aufhebung des Jesuitenverbots im Jahr 1917 übernahm der Orden die Seelsorge in St. Clemens. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden jedoch mehrere Jesuitenpriester wegen angeblicher Beteiligung an der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis verfolgt. 1942 beschlagnahmte die Geheime Staatspolizei (Gestapo) die Kirche und nutzte sie als SS-Kameradschaftshaus. Trotz schwerer Kriegsschäden, darunter die Zerstörung des Daches und der Orgel, blieben die Struktur und die Mosaike der Kirche erhalten. Die Restaurierungsarbeiten ermöglichten 1949 die Wiederaufnahme von Eucharistiefeiern. Nachdem die Jesuiten nach vielen Jahren des geistlichen Dienstes die St. Clemens-Kirche 1973 verlassen hatten, diente sie bis 2006 als Pastoralzentrum für die kroatische katholische Mission.

Die Vinzentiner in Berlin

Pater Dr. Jose Vettiyankal, ein Priester der indischen Vinzentiner Kongregation, wurde eingeladen, Exerzitien in verschiedenen Teilen Deutschlands, darunter auch in Berlin, zu halten. Der damalige Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, lud die Vinzentiner aus Kerala in Indien ein, eine Mission in Berlin zu gründen. Im Jahr 2006 stand die St. Clemens-Kirche vor der Schließung und wurde an einen privaten Investor verkauft. Eine engagierte Unterstützergruppe arbeitete jedoch mit den Vinzentinern zusammen, um die Kirche zurückzumieten und den seelsorgerischen Dienst fortzusetzen. Im Jahr 2006 wurde sie als „Exerzitienzentrum der Göttlichen Barmherzigkeit” wiedereröffnet und zu einem Zentrum für spirituelle Exerzitien und ewige Anbetung. Seit Beginn der Vinzentiner-Mission ist die Kirche rund um die Uhr für die Ewige Anbetung geöffnet. 

Vision und Mission der Vinzentiner in Berlin

Als Werkzeug in Gottes Hand erfüllen die Vinzentiner den Missionsauftrag Jesu: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!” Auch der Patron der Vinzentiner, der Heilige Vinzenz von Paul, und der Patron der St. Clemens Kirche, der Heilige Klemens Maria Hofbauer, folgten dieser Mission und brachten den Menschen, insbesondere den Verlassenen, die Frohe Botschaft. Der Heilige Klemens diente den Menschen durch geistliche Begleitung, Predigten, Beichte und Werke der Nächstenliebe, wofür er den Titel „Apostel von Wien” erhielt. Als der selige Clemens August von Galen diese Kirche im Namen des heiligen Klemens Maria Hofbauer erbaute, wollte er diese Mission auch durch die geistliche Unterstützung der nach Berlin strömenden Wanderarbeiter und Handwerker erfüllen.

Seit Beginn der Mission sind die Vinzentiner ihrer Vision und Mission treu geblieben und haben verschiedene Methoden der Evangelisierung angewendet. Auf dem Fundament der Missionsgeschichte dieser Kirche möchten die Vinzentiner den Auftrag fortführen und dabei neue, vom Heiligen Geist inspirierte und auf die Bedürfnisse der Zeit angepasste Formen der Neu-Evangelisierung nutzen. Heute ist St. Clemens ein lebendiges spirituelles Zentrum, das Gläubige aus über 60 Ländern willkommen heißt. An Sonntagen feiern wir mehrere Heilige Messen in verschiedenen Sprachen mit mehr als 1200 Gläubigen.

Alle folgenden Aktivitäten sind nur möglich, weil es so viele großherzige ehrenamtliche Helfer und Helferinnen gibt.

Aktivitäten der Vinzentiner Mission in St. Clemens

Tägliche Aktivitäten

  • Ewige Anbetung (7/24)
  • Hl. Messe (13 Uhr)
  • Hl. Messe (19 Uhr, im Anschluss gestaltete Anbetung mit Gebet für die Kranken)
  • Sonntags zusätzliche Hl. Messen um 11 Uhr (Englisch) und 16 Uhr (Malayalam)
  • gestaltete Barmherzigkeitsstunde (15 Uhr)
  • Beichtgelegenheiten (9-12 Uhr und 15-18 Uhr)
  • Rosenkranzgebet (18 Uhr)
  • Seelsorgegespräche (mit Terminabsprache)

Verkündigung des Wortes Gottes

  • Täglich in der 19 Uhr Messe
  • Glaubensfeste
  • Exerzitien mit Übernachtung im Haus St. Vinzenz
  • Bibeltagung an Pfingsten

Weitere Aktivitäten

  • Nachtvigil (jeden 1. Samstag im Monat)
  • Feier des Sonntags der Göttlichen Barmherzigkeit
  • Vinzenz von Paul Fest
  • Katechismus für Erwachsene und Kinder
  • FIAT - Glaubensgruppe für Jugendliche und junge Erwachsene
  • Jugendvigil / Holywin
  • Verschiedene Gebetsgruppen
  • Fatima Lichterprozession
  • Pastoraler Dienst für die Gläubigen des Syro-Malabar-Ritus
  • Pilgerreisen
  • Vincent de Paul Buchladen
  • YouTube Online Übertragung (St. Clemens Berlin)
  • und vieles mehr

Adresse: St.-Clemens-Kirche, Stresemannstraße 66, 10963 Berlin

Webseite: https://stclemens.berlin/

YouTube-Kanal: St. Clemens Berlin - YouTube