Am 21. Juli 2025 besuchte der Bischof von Buta (Demokratische Republik Kongo - DRK), Martin Banga Ayanyaki (O.S.A), das Ordinariat gemeinsam mit seinem Ordensbruder Pfarrvikar Matthias Hecht O.S.A). Im Gespräch mit Erzbischof Koch, Judith Lübker (Diözesanbeauftragte für weltkirchliche Aufgaben) und Milan Ivic (missio-Diözesanreferent) berichtete Bischof Banga von der Situation in seinem Bistum. Er wurde Mitte 2024 zum Bischof von Buta ernannt und ist zuständig für mehr als 300.000 Katholikinnen und Katholiken. Im Blick auf die Katholikenzahl ist das Erzbistum Berlin mit seinen knapp 351.000 Gläubigen also durchaus vergleichbar. Jedoch stehen dem Bischof von Buta lediglich acht Priester zur Verfügung, wohingegen es im Erzbistum von Berlin 211 aktive Priester gibt. Ein Grund dafür sind auch die fehlenden Strukturen, welche die Ausbildung neuer Priester erheblich erschweren. Aufgrund der geringen Priesterzahl und der schwierigen Wegverhältnisse feiern viele der verstreut liegenden und schwer zugänglichen Gemeinden lediglich etwa zweimal im Jahr Eucharistie. Wichtig für ein lebendiges Gemeindeleben ist daher insbesondere das Wirken der lokalen Katechetinnen und Katecheten, welche Gemeinden leiten, Katechesen halten und Gottesdiensten vorstehen. Ca. 50 % der Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo sind katholische Christen. Die andere Hälfte der Bevölkerung gehört protestantischen Kirchen, dem Islam sowie verschiedenen Sekten an. Eine Situation wie im Erzbistum Berlin, indem die Mehrheit der Bevölkerung sich zu keiner Religion bekennt, bezeichnete Bischof Banga als für seine Heimat nicht vorstellbar.
Die Diözese von Buta liegt im Norden der Demokratischen Republik Kongo in der Grenzregion zur Zentralafrikanischen Republik und somit mitten im Urwald. Es gibt weder Straßen noch Elektrizitätsversorgung. Die politische Situation in der DRK ist seit mehr als 30 Jahren schwierig und es gibt viele Konflikte und bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen diversen Rebellengruppen sowie mit den Regierungstruppen. Hoffnung macht die jüngst getroffene Waffenstillstandsvereinbarung zwischen der Regierung und der Rebellengruppe M23 (https://weltkirche.katholisch.de/artikel/63196-kongo-und-rebellen-unterzeichnen-waffenstillstandsabkommen). Ob dies tatsächlich zu Frieden führt, ist ungewiss. Die Erzdiözese Buta grenzt an die Region im Osten des Landes, in der die Auseinandersetzungen besonders heftig sind. Nach UN-Angaben haben bereits über eine halbe Million Menschen ihre Heimat verlassen und sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Gleichzeitig ist der Kongo ein an natürlichen Ressourcen reiches Land. Davon profitieren jedoch fast ausschließlich internationale Konzerne und nicht die örtliche Bevölkerung, die zu den ärmsten der Welt zählt.
Im Gespräch wurde der Bischof auch auf den Weltkirchenfonds des Erzbistums hingewiesen und dazu ermutigt einen Antrag zu stellen. Unterstützung im Bereich der Weiterbildung von Katecheten scheint ein mögliches Projekt zu sein, welches das Erzbistum Berlin in seiner Diözese fördern könnte. Als Anekdote erzählte Bischof Banga, dass er wie der neue Papst ebenfalls dem Augustiner-Orden angehört und dieser es war, der ihm vor Jahren die ewige Profess abnahm. Für die am Gespräch Beteiligten war es ein anregender Austausch, der mit dem Wunsch endete, in Kontakt zu bleiben.