„Das Evangelium zum Leuchten bringen“ Werkstattgespräch zum Beschluss Evangelisierung des Synodalpastoralrats

Mit Regina Bomke, Vorsitzende Ausschuss Pastoral (Verkündigung, Liturgie und Caritas), Pater Marc-Stephan Giese SJ, Mitglied im Ausschuss, engagiert in der Arbeitsgruppe zum Beschluss und Generalvikar Pater Manfred Kollig SSCC, Mitglied im Vorstand des Synodalpastoralrats, Mitglied im Ausschuss Pastoral

Frage: Am 14. März 2026 beschloss die Plenarversammlung des Synodalpastoralrats (SPR) mit großer Mehrheit, „dass die Bistumsleitung es sich zum Ziel setzt bis zum Bistumsjubiläum 2030 die Evangelisierung auf allen Ebenen des Bistums als vorrangige Aufgabe der Kirche zu erkennen, anzunehmen und zu erfüllen“. Wie kam dieses Thema in den SPR?

Regina Bomke: Das Thema, das man uns aufgegeben hatte, war Verkündigung; begonnen hatten wir mit „Verkündigung im Gottesdienst stärken“, diesen Antrag hatte die Plenarversammlung des SPR im Oktober 2025 angenommen und beschlossen. Bekräftigt wurde das Anliegen durch Erzbischof Koch mit einem Brief an alle Seelsorgenden im Erzbistum. Er hat dazu ermutigt, „getaufte und gefirmte Laien in den Verkündigungsdienst stärker einzubeziehen, um die Frohe Botschaft lebensnah und vielseitig erfahrbar zu machen“. Die Idee, als nächstes zum Thema Evangelisierung zu arbeiten, ist aus dem Ausschuss selbst gekommen, auch weil es thematisch naheliegend ist.

Pater Marc-Stephan Giese SJ: Ein weiterer Grund war der Wunsch des Erzbischofs bei der konstituierenden Sitzung, sich mit „Verkündigung für Erwachsene“ auseinanderzusetzen, auch auf dem Hintergrund, dass mehr und mehr Erwachsene den Weg in unsere Kirche finden.

„Evangelisierung ist der größere Begriff“ – worum geht es?

Frage: Was ist denn der Unterschied zwischen Verkündigung und Evangelisierung?

Giese: Evangelisierung ist der größere Begriff. Er meint die Grundorientierung der Kirche darauf hin, das Evangelium in der Welt leuchten zu lassen.

Generalvikar Pater Manfred Kollig SSCC: Die frohe Botschaft zum Leuchten zu bringen: In diesem Sinne bedeutet Evangelisierung, sich zu orientieren an den Menschen, die das Evangelium gelebt haben, allen voran Jesus Christus selbst; sich zu orientieren an dem, was die Evangelisten davon festgehalten haben, was sie für entscheidend hielten. Sie haben die Aufgabe übernommen, die Botschaften aufzuschreiben, die – ausgehend vom Leben Jesu – für die Menschen wichtig sind. Das hat mehrere Dimensionen, die sich in den folgenden Fragen ausdrücken lassen: Wie verkünden wir das Wort so, dass es anschlussfähig ist bei den Menschen; dass es einen Mehrwert für das eigene Leben gibt und eine zusätzliche Perspektive aufzeigt? Wie können wir auch durch unseren Dienst das Wort Gottes zum Leuchten bringen, indem wir etwas von diesem Wort in die Tat umsetzen, sodass die Menschen spüren, was es heißt, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Und schließlich bedeutet Evangelisierung auch, anzuerkennen und wahrzunehmen, dass Gott mit jedem Menschen schon eine Geschichte hat; davon gehen wir aus. Auch dadurch bringen wir das Evangelium zum Leuchten, indem wir den Menschen helfen, das Gute in ihnen selbst zu entdecken.

Bomke: Das bedeutet auch eine demütige Haltung: Nicht ich bin die „Macherin“, diejenige, die evangelisiert, sondern die Geschichte Gottes mit einem jeden einzelnen Menschen hat schon begonnen, er ist nicht Objekt, sondern Subjekt der Evangelisierung. Das bedeutet gleichzeitig, meine eigene Geschichte mit Gott ernst zu nehmen.

Frage: Wie ist die Arbeit am Antrag abgelaufen?

Giese: Auch wenn die Arbeit sehr formalisiert ist, ist es doch gelungen, den Wunsch des Bischofs über Arbeitsgruppen, Ausschussarbeit und verschiedene Lesungen in der Plenarversammlung, in eine synodale Breite zu bewegen. Begonnen haben wir damit, dass wir alles auf den Tisch gelegt haben, was es bereits gibt an pastoralen Angeboten, und was wir daran als gut und was als schwierig erleben. Auf diese Suchphase übernahm ein Unterausschuss die Aufgabe, das zu systematisieren und einen ersten Antrag zu formulieren.

Kollig: Daneben arbeitet im Ausschuss eine Arbeitsgruppe zu Katechese und Verkündigung; eine Gruppe um die Referentin für Bibelpastoral im Erzbistum Berlin, die bereits gute Veranstaltungen anbietet sowie eine Initiative, die das Glaubenszeugnis vor der Homilie – entsprechend dem Beschluss „Verkündigung im Gottesdienst“ umzusetzen.

„Damit alle Menschen mit Jesus Christus in eine Beziehung kommen“

Bomke: Sehr gerungen haben wir darum, was wir eigentlich unter Evangelisierung verstehen. Denn es hat sich gezeigt, dass es unterschiedliche Vorstellungen und Missverständnisse gibt. Deswegen ist mir der Anfang des Beschlusses so wichtig, in dem wir für diesen Antrag den Begriff Evangelisierung klar definieren: „Evangelisierung bedeutet für uns, die Frohe Botschaft in der Welt zum Leuchten zu bringen: Durch die Verkündigung des Wortes, den Dienst am Menschen um Christi Willen, durch Zuhören und Teilen der Sorgen und Freuden der Einzelnen, im Entdecken der Gegenwart Gottes in dieser Welt, in der Vermittlung von Hoffnung an alle, die auf der Suche sind.“

Frage: Evangelisierend Kirche sein oder missionarisch Kirche sein? Ist da ein Unterschied?

Giese: Theologisch ist das kein Unterschied. Bei dem Begriff „Mission“ denken aber immer noch viele, dass etwas übergestülpt wird, dass Menschen zwangsweise in ein System hineingebunden werden sollen. Das ist nicht gemeint, wenn Papst Franziskus in Evangelii Gaudium von einer missionarischen Umkehr spricht. Und vom Lateinischen ausgehend, stimmt es: Wir sind von Jesus Christus gesandt in diese Welt, um alle Menschen zu seinen Jüngerinnen und Jüngern zu machen.

Kollig: … damit alle Menschen mit Jesus Christus in eine Beziehung kommen. Wie sie sich dann entscheiden, das ist ihre freie Entscheidung. Unsere Sendung ist, alles zu tun, damit die Menschen mit Christus in Berührung kommen. Und dann lassen wir ihnen die Freiheit. Es ist wichtig, dass wir als Zeuginnen und Zeugen das sagen und tun, wovon wir überzeugt sind. Aus dieser Überzeugung machen wir ein offenes Angebot, und müssen damit rechnen, dass es abgelehnt wird: Jesus lässt den „reichen Jüngling“ (Mt 19,16-22) gehen. Und er fragt, nachdem sich viele seiner Jünger zurückgezogen und ihn verlassen hatten: „Wollt auch ihr weggehen?“ (Joh 6,66f). Diese Freiheit ist in der Evangelisierung ist wesentlich. Wir sind überzeugt, aber der andere muss deshalb noch lange nicht überzeugt sein.

Bomke: Und wenn wir es als Angebot verstehen, ist Evangelisierung der bessere Begriff als Missionierung, da denken doch immer noch manche an Feuer und Schwert.

Giese: „Proposer la Foi“, den Glauben anbieten, so hat die Französische Bischofskonferenz 1996 einen Brief an die Katholiken überschrieben und damit Evangelii nuntiandi von Papst Paul VI. aus dem Jahre 1975 fortgeführt. Das habe ich schon damals als bessere Formulierung empfunden.

„je mehr wir selbst evangelisiert sind, desto sprachfähiger werden wir über unseren Glauben“

Bomke: Damit verbunden ist auch die Einsicht, dass wir als Kirche nicht die allein selig machenden sind. Der Beschluss zur Evangelisierung richtet sich nicht nur „nach außen“, sondern zuerst an uns selbst, also in die Kirche hinein, denn zu einer freien Entscheidung gehört auch, zu wissen, wofür oder wogegen ich mich entscheide. Dazu gehören Bibel, Theologie, Vorbilder, aber vor allem auch Glaubenserfahrung und die Entwicklung einer Spiritualität. Im Ausschuss ist immer deutlicher geworden, je mehr wir selbst evangelisiert sind, desto sprachfähiger werden wir über unseren Glauben.

Offene Debatten in einem synodalen Geist

Frage: Bis zum Beschluss gab es einige Debatten, worum wurde am meisten gerungen?

Giese: Je mehr wir differenzierten, präzisierten, je mehr Perspektiven wir berücksichtigten, desto besser wurde der Text. In einer ersten Fassung schien der diakonische Grundvollzug von Kirche unberücksichtigt, das war nie die Absicht gewesen, aber durch den entsprechenden Widerspruch wurde der Text besser. Die Debatten waren immer offen, ehrlich und von einem synodalen Geist geprägt. Und im Grundanliegen waren wir uns einig, es sollte ein Text werden, der keinesfalls spaltet, aber auch nicht zu einem zahnlosen Papiertiger wird. Ich bin sehr gespannt, wie das jetzt in der Umsetzung funktioniert.

Kollig: Auch den diakonischen Grundvollzug von Kirche konnten wir so herausarbeiten: Ich leiste den Dienst am Nächsten um Christi willen! Also nicht, weil ich so nett und so fähig bin, nicht weil Kirche so viel Geld hat oder Gebäude, sondern um Christi Willen. In meinem Nächsten lebt Christus, im Sinne des Gleichnisses vom Gericht des Menschensohnes über die Völker (Mt 25, 31ff): „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“. (Mt 25, 40). Jesus selbst bekräftigt diese Perspektive: „Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat“ (Mk 9,37), also deutlicher kann es ja nicht sagen. Wir haben die Sendung, Christus zu erkennen und ihn darzustellen. „Christus hat keine Hände, nur unsere Hände“, heißt es in einem Gebet. Wir setzen uns ein für Randgruppen für Geflüchtete und Obdachlose, weil wir in ihnen Christus sehen!

Bomke: Und dadurch wird mein Reden über Christus und über Gott ein authentisches, da passen Wort und Tat zusammen. Unser Antrag ist nicht beschlossen im Sinn von abgeschlossen und erledigt, wir arbeiten weiter, um ihm Luft unter die Flügel zu geben, um Formen zu finden, wie wir von Gott, von der frohen Botschaft so reden und handeln können, dass Menschen dadurch etwas von dem erfahren, was Gott für sie sein möchte.

Frage: Ein „Umdenken auf allen Ebenen“ ist notwendig, heißt es am Ende des Beschlusses, „hin zu einer synodal-missionarischen Kirche, die die Freude des Evangeliums (Evangelii gaudium) freimütig in die Welt spricht und diese Frohe Botschaft – den Glauben an Jesus Christus – allen Menschen anbietet“. Es ist aber auch von einzelnen Maßnahmen – „kleine und große Schritte“ – die Rede. Woran denken Sie?

Das christliche Alleinstellungsmerkmal

Kollig: „Gott hat mit Euch eine Geschichte!“ Das könnte eine Überschrift sein für die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Diese Geschichte mit Kindern und Jugendlichen zu entdecken, wäre lohnend. Jede und jeder hat – mindestens – ein Talent von Gott anvertraut bekomme. Evangelisierung ermutigt, es einzubringen wie im Gleichnis von den anvertrauten Talenten Silbergeld (Mt 25, 14-30). Auch Irritationen können ein Ansatz sein, wie die Erzählung von der sog. Reinigung des Tempels (Mt 21, 12-17, Mk 11,15-18, Lk 19,45-48, Joh 2,13-16, in allen vier Evangelien!). Jesus, der die Händler aus dem Tempel vertreibt, ist gerade nicht der „liebe“ Jesus. Er lässt nicht zu, dass das Gotteshaus missbraucht wird. Es geht ihm nicht nur um das Gotteshaus aus Steinen. Sakramentalität ist ja nicht nur in der Eucharistie. So ist nicht nur zu entdecken, dass in diesem Brot, in diesem Wein Christus gegenwärtig ist, sondern auch zu entdecken, dass er in Menschen gegenwärtig ist. Und das wäre etwas, wo ich glaube, das müssen wir deutlich einbringen. Und das ist dann auch das Alleinstellungsmerkmal. Gut zu anderen Menschen sind viele. Aber diesen Blick auf den anderen, dass in ihm Christus lebt, das ist ein Alleinstellungsmerkmal; der Mensch gleichsam als Tabernakel, als wanderndes Zelt, in dem Gott lebt.

Giese: Vieles ist schon in Schwung gekommen, auch weil in vielen Gemeinden Menschen an unsere Türen klopfen, die etwas über den Glauben erfahren wollen. Manche Gemeinden haben sich auch schon den Konsequenzen gestellt, die es hat, wenn auf einmal „neue“ Menschen dazukommen. In vielen Bereichen sind wir dafür gar nicht schlecht aufgestellt. Das darf aber nicht heißen, wir brauchen diesen Antrag eigentlich nicht, wir machen eh schon so viel Gutes. Es geht gar nicht um einzelne Aktivitäten und Initiativen, es geht um einen Kulturwandel, den wir mit diesem Antrag fördern wollen. Uns geht es um das zitierte „Umdenken auf allen Ebenen“, „hin zu einer synodal-missionarischen Kirche“. Ich befürchte allerdings, dass andere Themen wie die bevorstehenden Gremienwahlen im Herbst 2026 Engagement absorbieren.

„Auch wer sich in kirchlichen Gremien engagiert, evangelisiert!“

Bomke: Auch wer sich in kirchlichen Gremien engagiert, evangelisiert! Ich engagiere mich in meiner Pfarrei, weil ich meine Talente in den Dienst dieser Pfarrei, dieser Gemeinde stellen will, mitwirken will, die Frohe Botschaft nach innen und nach außen erfahrbar zu machen. Gemeinde sollte auch ein Forum für politische Debatten bieten, nicht parteipolitisch, aber um zu reflektieren: Hat das, was ich vertrete, mit meinem Glauben zu tun? Diesen „Sitz im Leben“ auszuhalten als Gemeinde und nicht zu sagen, ach über Politik wollen wir nicht reden, weil da kriegen wir nur Krach, das ist notwendig. Der Beschluss soll eine Ermutigung sein, Dinge auszuprobieren. Das kann – und soll – der Glaubenskurs sein, das kann aber auch eine sozialpolitische oder caritative Aktion sein. Und keines davon ist besser oder schlechter.

Kollig: Evangelisierung wird für mich konkret, wo Menschen sich begegnen können, wo wir ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen, wo jemand zuhört, wenn Menschen von ihrer Verzweiflung und Frustration erzählen. Evangelisierung kann also auch der Gemeindekaffee oder der Spielenachmittag sein, da können alle hinkommen. Und wir bringen die Hoffnung aus dem Evangelium mit ein. Also: Ob ich ein Stück Brot gebe oder einer, der nicht glaubt, ein Stück Brot gibt, das ist erstmal nicht relevant. Aber meine Haltung zu diesem Menschen, die ist relevant. Mich beeindruckt die französische Sozialarbeiterin, Mystikerin und Schriftstellerin Madeleine Delbrêl. Sie blieb ihr Leben lang der Lebenswelt der Arbeiterklasse verbunden, lebte aber sehr bewusst ihren Glauben und ihre Hoffnung. Oder Schwester Evelina in Münster; bei ihr lag immer eine Bibel in der Suppenküche. Der erste, der kam, deutete zufällig auf eine Bibelstelle mit dem Finger, und die wurde vor dem Essen vorgelesen. Das ist nicht das Sahnehäubchen, sondern das muss ganz selbstverständlich daherkommen. Und immer so, dass der andere spürt, er muss es nicht so sehen wie ich. Aber das deutlich wird: mir geht es um Christus. Kirche hat eine dienende Funktion: Um IHN sichtbar, hörbar, wirksam werden zu lassen.

Giese: Ich erinnere trotzdem an den Beschluss, darin heißt es: „Kurse zum Kennenlernen von Glauben und Leben der Kirche, sowie Taufkurse werden in allen Pfarreien angeboten. Ansonsten werden die Angebote benachbarter Pfarreien oder der Katholischen Glaubensinformation aktiv beworben.“ Das steht da ausdrücklich so drin und ist nicht eine Möglichkeit unter vielen.

Frage: … als ein Punkt von sechs, neben der Überarbeitung von Pastoralkonzepten, der Unterstützung der „Durchführung evangelisatorischer Projekte“, der Stärkung kultureller und sozialer Initiativen, der Förderung von Austauschforen und regelmäßiger Evaluierung.

Bomke: Ich habe auch bereits über eine Wanderakademie nachgedacht mit unterschiedlichen Modulen, die dann in die einzelnen Gemeinden „wandern“, und damit Impulse vor Ort setzen.

Giese: Die Idee, Evangelisierung in die Fläche zu bringen, finde ich super. Ich könnte mir vorstellen, dass im Laufe der Umsetzung dieses Beschlusses auch ein modernes, freshes Konzept von einer Volksmission rauskommt. Drei, vier Leute, die den Sozialraum kennenlernen, die in der Innenstadt ein Ladenlokal mieten und dort so eine Pop-Up-Kirche machen. Und dann probiert man drei/vier Dinge aus, und davon klappen zwei. Und das Team kann dann sagen, okay, eine Sache führen wir weiter, zwei schaffen wir nicht. Das könnte ein Ansatzpunkt sein.

Frage: Kann es nicht auch sein, dass die vielen guten Ideen die Gemeinden überfordern?

Giese: Das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn es gibt so viele Themen: Pfarreientwicklung, Immobilienprozess, Gremienwahlen, Ehrenamtsförderung und jetzt auch noch Evangelisierung? Ist das die nächste „Sau, die durchs Dorf getrieben wird“? Unterstützung und Förderung durch das Erzbistum steht auch im Beschluss und ist notwendig. Ich bin überzeugt, dass es für alles rund um das Thema Evangelisierung eine Ansprechsprechperson geben muss, vielleicht sogar eine „Task Force“. In Norwegen, Schweden, Dänemark und England gibt es eigene Bischofsvikare für Evangelisierung. Und so wie wir uns in anderen Ländern Anregungen holen können, sollten wir auch Kontakt mit anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften pflegen: Wie lebt ihr Evangelisierung? Wo können wir von euch was lernen? Wo könnt ihr von uns lernen?

Ansprechstelle und Unterstützungsangebote

Bomke: Wichtig ist mir auch, eine feste Ansprechstelle zu haben. Jemand, der oder die sich als Motor versteht, Impulse sammelt, evaluiert und vernetzt, einen „Ermöglicher“.

Kollig: Ich denke weniger an eine einzelne Person als an ein Team, das die Evangelisierung im Blick hat. Es geht um Impulse, die neue Aspekte, neue Perspektiven zeigen. Ich will noch einmal an die Kernfrage erinnern, jedenfalls aus meiner Sicht: Bringt uns all unser Tun näher zu diesem Christus? Wir brauchen keine Schaufensterveranstaltungen. Das Schaufenster hilft mir nur, wenn der Laden dahinter gut sortiert und das Lager – die Tradition – aufgeräumt ist.

Bomke: Und es muss Angebote geben. Richtig verstanden, müsste Evangelisierung nicht Erschöpfung bedeuten, sondern unsere Batterien aufladen. Wenn ich am Abend beschwingt nach Hause gehe, weil mir die Beschäftigung mit dem Thema Kraft gibt, dann reicht die hoffentlich auch noch aus für das Immobilienkonzept. Wir wollen gerne mit den Gemeinden weiterdenken, mit dem Bereich Pastoral, dem Synodalpastoralrat und dem Erzbischof überlegen, wie kriegen wir das Kind jetzt ein bisschen größer und besser zum Laufen.