Margot Friedländer an der Katholischen Schule St. Paulus

Foto: Stephanie Utz

Im Mai 2024 hatten wir einen besonderen Besuch bei uns an der St. Paulus Schule, die damals 102 Jahre alte Holocaustüberlebende Margot Friedländer.
Mit einem Taxi wurde sie direkt vor unsere Mensa gefahren. In dem Moment, als Frau Friedländer durch die Tür schritt, waren die Sechstklässler und die Chorkinder vollkommen starr vor Ehrfurcht und es wurde auf einen Schlag mucksmäuschenstill.

Der Chor brach dann die Stille mit einem einstudierten Lied. Nach einer kurzen Begrüßung zeigte uns Frau Friedländer einen Film über ihr Leben. Gleichzeitig präsentierte sie immer wieder Dinge, die sie aus der Zeit noch aufgehoben hatte, wie z.B. eine Kette, die ihrer Mutter gehört hatte sowie ihren Judenstern. Nach dem Film durften die Sechstklässler ihre vorbereiteten Fragen vortragen und Margot Friedländer beantwortete diese mit viel Zeit für Details. Beeindruckt von den Antworten und der Mahnung an alle Kinder, miteinander friedlich umzugehen, da jeder auf die gleiche Weise auf die Welt gekommen ist, applaudierten alle im Anschluss tobend.

Frau Friedländer hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen und war auch selbst sehr angetan von unserer Grundschule – es war ihr erster Besuch einer Grundschule. Am Ende der Veranstaltung wurden noch fleißig Fotos geschossen und sich ausgetauscht. Keiner der Sechstklässler wollte zurück in den Unterricht. Nachdem sie mit ihrem Taxi von allen winkend verabschiedet wurde, war der Redebedarf groß. In den nächsten Unterrichtstunden wurden nochmal einige Inhalte aufgearbeitet und Briefe an sie geschrieben.

Und ein Satz wird uns allen im Gedächtnis bleiben: „Sei ein Mensch!“

Wenig später war Margot Friedländer auch zu Gast in der Katholischen Schule St. Franziskus.

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