Nicht mit leeren Händen - im Abschied Halt geben … Auszeichnung für den "Abschiedskoffer"

Auch wenn das Krankenhaus vor allem ein Ort für Diagnose und Heilung sein soll – es ist auch ein Ort, an dem Menschen ihre letzten Tage und Stunden verbringen und sterben. Wie und was kann dann dem Sterbenden, den Zugehörigen und auch den Begleitenden aus Medizin und Pflege helfen, diesen Abschied -auch in den eher unpersönlichen Rahmenbedingungen einer Klinikstation- würdevoll und warmherzig zu gestalten? Darüber haben wir uns in einer Gruppe von Seelsorgenden und Mitgliedern des Ethikrats Gedanken gemacht – und Materialien zusammengestellt, die allen Beteiligten auf der Station ganz praktisch helfen sollen, den Abschied zu gestalten.

Ein dezentes Türschild weist alle, die das Sterbezimmer betreten wollen- oder daran vorbei gehen-, darauf hin, dass hier ein Mensch seine letzte Zeit verbringt, und bittet um Ruhe und Rücksichtnahme.

Für die Gestaltung des Raums sind LED Kerzen, eine Tischdecke, Bildkarten bereit. Ein Duftdiffusor kann die Atmosphäre im Zimmer beruhigend beeinflussen.

Für die Angehörigen gibt es eine leicht verständliche Broschüre, die sie ermutigt, ihrem Sterbenden nahe zu sein und durch einfache Gesten und Handreichungen zu unterstützen.

Eine eigens gestaltete Karte gibt dem Stationsteam die Gelegenheit, ihre Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen und den Angehörigen mitzugeben.

Alle Materialien können von den Klinikstationen über das Bestellsystem bezogen werden.

Die Erstellung dieses „Abschiedskoffers“ hat uns einiges an Gesprächen und Vorbereitungen abverlangt. Was musste nicht alles bedacht werden von Verständlichkeit bis Hygiene …

Alle, die mitgewirkt haben, haben ihre eigenen Kompetenzen und auch persönliche Erfahrungen mit eingebracht- und so sind wir stolz und froh, dass Projekt jetzt präsentieren zu können! Dass wir mit unserer Initiative das wichtige Thema Sterbebegleitung einmal mehr zur Sprache gebracht und einen praktischen Beitrag zur guten Umsetzung geleistet haben, wurde belohnt mit dankbarem Interesse der Klinikstationen – und auch mit der Nominierung für den diesjährigen Wettbewerb  bei „Vivantes ausgezeichnet!“

Dazu wurde mit viel Engagement auch ein Film gedreht, der das Projekt bewegend veranschaulicht!

Am 23. Januar 2026 konnten Dr. Malte Gössling und Luzia Hömberg den Jury-Preis stellvertretend für das ganze Arbeitsteam entgegennehmen!

Wir sind sehr stolz auf diese gelungene Kooperation von Seelsorge und der Stabsstelle für Ethik und Seelsorge wie auch auf die Arbeit der Klinischen Ethik Komitees vor Ort!

Wir wissen aber auch, dass alle Handlungsempfehlungen, Materialien und Ideensammlungen nur hilfreich sind, wenn sie vor Ort aktiv, kreativ und einfühlsam umgesetzt werden. Wir wünschen uns, dass der „Abschiedskoffer“ dazu beiträgt, die Sorge um ein würdevolles Sterben im Krankenhaus zu unterstützen.

In der Projektgruppe mitgewirkt haben:

  • Franziska Gerken und Carola Engelbert-Brandherm für die Stabsstelle Ethik und Seelsorge
  • Dorothea Hofmann, Luzia Hömberg, Elisabeth Mitter für die Seelsorge
  • Dr. Malte Gössling und Dr. Sabine Bendix für das Klinische Ethikkomitee im HUK