Im Oktober hatte Gundula Morcinek von der Naturwerkstatt Müncheberg eine Idee: Wie schön wäre es, wenn überall im Erzbistum Berlin im nächsten Frühling blühende Orte entstehen könnten, die Bienen einen guten Ort bieten und das Herz der Passanten erfreut – ein Projekt für die Seele von Natur und Mensch. Freiflächen gibt es rund um unsere Kirchen, Kitas, Friedhöfe, Krankenhäuser, Schulen usw. schließlich genügend. Kurzerhand hat sie 12.000 Blumenzwiebeln bestellt, die besonders anziehend für Bienen sind, sie in 500er-Packen gebündelt und den Pfarreien und Orten kirchlichen Lebens zum Einsetzen angeboten.
Uta Bolze, Referentin für Fundraisingentwicklung im Erzbistum Berlin, war sofort von der Idee überzeugt, Menschen zu einer guten Aktion zusammenzubringen, miteinander zu verbinden, damit Gutes für das Bistum und für die Natur daraus erwachsen kann. „Denn Schöpfung und Klima zu schützen und zu bewahren gehört zu unseren Aufgaben.“ Deshalb hat sie diese Aktion über ihren Fundraising-Newsletter „Geben gibt“ beworben. Und wer Glück hatte, konnte die Zwiebelpakete kostenfrei gewinnen.
Mehr als 6.000 Blumenzwiebeln stecken inzwischen im Bistums-Boden – in Löcknitz, Potsdam und Berlin, in Frankfurt/Oder, Petershagen oder Alt-Buchhorst. Damit werden die Orte gestaltet und für das Frühjahr vorbereitet. Die Erwartung ist groß: In einer Kita hat ein Kind schon das Bild eines Krokus an der Stelle platziert, an der er nun wachsen soll. Die Kinder haben ganz praxisnah etwas über die Natur gelernt und warten nun gemeinsam gespannt auf den Frühling. „Wir hatten nicht nur großen Spaß beim Pflanzen selbst, wir freuen uns schon auf das Ergebnis. Die Aktion hat sogar ein bisschen Teambuilding-Charakter gehabt bei uns – das war ein toller Nebeneffekt“, erzählt Daniela Bock, Sozialarbeiterin aus der Pfarrei Maria Magdalena in Frankfurt/Oder augenzwinkernd. Auch Klaudia Wildner-Schipek, Leiterin des Begegnungszentrums mia in Löcknitz, bedankt sich herzlich für das Paket mit den Frühblühern und ergänzt: „Unsere Kinder hatten viel Spaß bei dieser Aktion. Nun heißt es für uns alle: warten …“ Denn es braucht Zeit, bis aus den unscheinbaren Zwiebeln farbenprächtige Blumen werden.
Uta Bolze verbindet mit diesem Projekt die Hoffnung, „dass auch Freude wächst – bei denen, die täglich an den Blumenwiesen vorbeikommen, weil sie dort arbeiten, und bei denen, die, von der plötzlichen Farbenpracht überrascht, nachfragen, wer sich da wohl so viel Arbeit gemacht hat, um anderen eine Freude zu machen.“