Spende aus gutem Anlass Wenn Geburtstage und Lebensgeschichten zu Segensmomenten werden

Es gibt viele Anlässe zum Feiern – und manchmal wächst daraus mehr als Dankbarkeit und Geselligkeit. Immer wieder melden sich Menschen im Erzbistum Berlin mit einer besonderen Idee: Sie möchten ihr Fest, ihr Jubiläum oder einen persönlichen Meilenstein nutzen, um anderen Gutes zu tun. Anlass-Spenden verbinden Freude mit Verantwortung – und lassen aus einem persönlichen Ereignis ein Geschenk werden, das weit über den Tag hinauswirkt.

„Frau Bolze, wir feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Aber wir haben alles. Wir möchten kei­ne Geschenke, sondern ein wichtiges Projekt im Erz­bistum Berlin unterstützen. Können Sie uns da etwas empfehlen?“

So oder ähnlich beginnen immer wieder Gespräche. Dann geht es um Interessen, um Herzensanliegen, um die Frage: Wo wird unsere Hilfe wirklich gebraucht? Zwei oder drei Projekte schlage ich meist vor – pas­send zu dem, was den Menschen wichtig ist.

Einem Paar lag die Förderung von Kindern und Ju­gendlichen sehr am Herzen. Schnell fiel der Blick auf das MIA-Projekt in Löcknitz. In der Oder-Grenzregion wächst rund um das Begegnungszentrum lebendiges katholisches Leben. Kinder und Jugendliche kommen zusammen, singen, basteln, beten und teilen ihren Glauben. Das hat die beiden sofort überzeugt. Sie ha­ben eine sehr persönliche Einladung an alle ihre Gäste geschrieben.

Beigelegt waren ein Flyer des Projekts und ein vorbe­reiteter Überweisungsträger – mit einem handschrift­lichen Vermerk: „Geburtstagsspende für MIA“. Schon bald nach dem Versand trafen die ersten Spenden ein, weitere rund um das Fest. Jede einzelne wurde bedankt, selbstverständlich mit Zuwendungsbestäti­gung.

Am Ende stand eine stolze Gesamtsumme, die das Ehepaar noch großzügig aufrundete. So war es für alle Beteiligten ein gutes Gefühl. Die beiden konnten sich an der Freude der beschenkten Kinder in Löcknitz freuen, denn Klaudia Wildner-Schipek, die Leiterin des Begegnungszentrums MIA, hatte einen ausführlichen Brief geschrieben, wie die Geburtstagsspenden kon­kret eingesetzt werden.

Aus einem Geburtstag war ein Fest des Teilens ge­worden. Wäre das nicht auch eine Idee für Ihre Pfarrei oder Ihr nächstes Jubiläum?

Spende mit Ansage

Vor einem Jahr erreichte mich ein Brief einer älteren Dame. Sie deutete an, dass sie gern der Kirche „etwas geben“ möchte.

Ich antwortete und kündigte meinen Besuch an. Wenige Tage später saßen wir bei Kaffee und Kuchen zusammen.

Ein langes und erfülltes Leben liegt hinter ihr – mit Entbehrungen und Freuden. So erfuhr ich auch, dass sie immer für viele Kinder gesorgt hat. Das war ihr stets eine große Freude. Und sie hat wirklichen Hun­ger kennengelernt. Das ist ein Gefühl, das kein Mensch haben sollte. Wir haben besprochen, welche dazu pas­senden Projekte es im Erzbistum Berlin gibt. Schon bald war klar, sie möchte die Religiöse Kinderwoche (RKW) unterstützen. Für jedes Kind soll es ein „Extra“- Geld geben. Wir konnten an alle RKW-Reisenden 10 € pro teilnehmendem Kind weitergeben. So konnten einige Kindergruppen den Zoo besuchen, ein wirklich leckeres Eis genießen oder einfach mal etwas machen, was sonst nicht möglich gewesen wäre.

Die Kinder sagten auf ihre Weise danke: mit Fotos, Briefen und liebevoll gestalteten Steinen. Als ich diese Zeichen der Dankbarkeit überbrachte, war die Spende­rin tief bewegt.

Zudem war es möglich, eine große Ausgabestelle von Laib und Seele mit einem fünfstelligen Betrag zu unterstützen. Das hieß, dass es dort zu Weihnachten für alle bedürftigen Kinder Obst und Schokolade und auch für alle Erwachsenen eine schöne Überraschung gab. Als ich der Spenderin davon berichtete, hat sie das sehr gefreut. Die Freude der Beschenkten und die Freude am Schenken sind sehr starke Gefühle. Das zu sehen hat auch mich berührt. Man konnte sehen: Ge­ben erfüllt – beide Seiten.

Anlass-Spenden sind mehr als eine finanzielle Un­terstützung. Sie sind Ausdruck gelebter Nächstenlie­be. Sie verbinden persönliche Lebensgeschichten mit konkreter Hilfe. Und sie zeigen: Freude verdoppelt sich, wenn man sie teilt.

Vielleicht steht auch bei Ihnen ein besonderer An­lass bevor? Dann könnte daraus ein Segen werden – für andere und für Sie selbst.