Wenn ehrenamtliche Seelsorgerinnen zuhören Neues Modell für Polizeiseelsorge

Bild: Peter Weidemann, pfarrbriefservice.de

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten neuerdings auch Ehrenamtliche in der katholischen Polizeiseelsorge mit – ein bundesweit bislang einmaliges Projekt. Wie funktioniert es und wie reagieren die Polizisten auf das Angebot?

"Ich stehe tatsächlich mitten im Geschehen." Wenn Susanne Lubig von ihrem Ehrenamt erzählt, klingt das einigermaßen unspektakulär – und beschreibt doch ziemlich genau, worum es geht. Kein Büro, kein geschützter Raum, keine langen Vorankündigungen. Stattdessen ein Polizeirevier, in dem ständig jemand kommt oder geht, Telefone klingeln, Einsätze dazwischenfunken. Und mittendrin eine Frau, die einfach da ist und zuhört.

Lubig, 65 Jahre alt, hat vor ihrem Eintritt in den Ruhestand viele Jahre in der katholischen Schwangerschaftsberatung gearbeitet. Auf das neue Angebot der ehrenamtlichen Polizeiseelsorge in Mecklenburg-Vorpommern stieß sie eher zufällig – ein Aushang in der Kirche weckte ihr Interesse, einen Tag vor Bewerbungsschluss. "Ich habe gedacht: Das ist es", sagt sie. Die Idee, in einem völlig neuen Umfeld aktiv auf Menschen zuzugehen, habe sie sofort angesprochen. Sie habe bewusst Zeit für ein Engagement gesucht – und zugleich eine Aufgabe, die sie fordert.

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