Auf Einladung der Gemeinde St. Georg in Hoppegarten durfte ich am ersten Fasten-Freitag einen Vortrag zur aktuellen Situation von bedrängten Christinnen und Christen in der Weltkirche halten. Der Fokus lag dabei auf den Ländern Pakistan, Indien und Nigeria. Das Interesse war recht groß und so waren am Abend nach vorheriger Kreuzwegandacht noch circa 30 interessierte Hörende im Gemeindesaal versammelt. Von Pakistan und dem Missbrauch seiner Blasphemiegesetze über Indien mit der zunehmenden Gewalt und Diskriminierung bis nach Nigeria und den dort stattfindenden Vertreibungen und Massakern wurde doch ein recht bedrückendes Bild der Glaubensgeschwister in diesen Ländern aufgezeigt. Die Zuhörenden kannten die Situation in Nigeria bereits über die Medien, doch die Infos dazu sind meist sehr oberflächlich. Ziel des Vortrages war es vor allem, ein differenziertes Bild der verschiedenen Situationen wiederzugeben.
In Nigeria findet laut missio-Partnern kein Genozid an Christinnen und Christen statt, doch es finden schlimme Gewaltverbrechen und Massaker statt. Es ist wichtig, dies zu benennen und die Ursachen davon zu bekämpfen. Neben islamistischen Gruppen wie Boko Haram, die ganze Dörfer zerstören und die Bewohner ermorden, gibt es auch kriminelle Banden, welche „(Massen)Entführungen“ zu einem Geschäft gemacht haben und versuchen, möglichst viel Lösegeld zu erhalten. Zusätzlich sind auch ethnische Konflikte immer wieder Grund für Gewalttaten. Der Staat ist zu schwach und schafft es nicht, seine Bürger/innen, besonders in der nördlichen Region, zu schützen. Es ist also zu kurz gesprochen, wenn man wie Donald Trump schlicht von einem „Genozid an Christen“ spricht. Das wird der Situation vor Ort nicht gerecht. Auch muslimische Bürger/innen in Nigeria leiden unter der Gewalt der islamistischen Gruppen und sind von Entführungen betroffen.
Zum Schluss des Vortrags wurden noch einmal Unterstützungsangebote aufgezeigt. Neben Gebet für die verfolgten Glaubensgeschwister sind auch andere politische Aktionsformen eine Option. Aktuell setzt sich missio-Aachen für Asif Pervaiz in Pakistan ein. Seit Oktober 2013 sitzt der Familienvater in Haft und wurde 2020 zum Tode verurteilt. Pervaiz bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer falschen Anschuldigung aus Rache nach einem Streit. Sein Anwalt sieht gravierende Ungereimtheiten im Urteil und legte 2020 unmittelbar Berufung ein. Eine Verhandlung vor dem High Court Lahore steht aber bis heute aus. Mit der Unterstützung der missio-Petition kann man sich dafür einsetzen, dass die Verhandlungen endlich weitergehen und Asif Pervaiz ein gerechtes Verfahren erhält. Gerechtigkeit für Asif Pervaiz | missio
Abschließend kann man sagen, dass viele Glaubensgeschwister weltweit unter Diskriminierung und auch unter Verfolgung leiden. Das sollte uns nicht gleichgültig lassen, denn wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass „Wenn ein Glied leidet, leiden alle mit.“ (1. Kor 12:26). Wir sollen und müssen uns für die Betroffenen einsetzen und unsere Stimme erheben.
Wenn Sie und Ihre Gemeinde/Pfarrei Interesse an einem Vortrag zu dem Thema haben, dann können Sie sich gerne bei Milan Ivic (Leiter missio Berlin-Büro) melden: milan.ivic(ät)erzbistumberlin.de