Den ökumenischen Hospiz- und den Lazarusdienst der Pfarrei St. Bernhard in Stralsund gibt es seit 20 Jahren. Im Sommer soll das Jubiläum im Rahmen von 30 Jahren Caritas in der Region gefeiert werden.
„2002 trafen sich zehn Ehrenamtliche und wir gründeten den Hospizdienst, erstmal für unsere Gemeinde“, berichtet die Leiterin des Stralsunder Dienstes Martina Steinfurth. Es folgte 2006 ein erster Ausbildungskurs beim evangelischen Pfarrer Philip Stoepker in Greifswald. „Wir wuchsen, so dass wir 2013 von einer Hospizinitiative zum anerkannten Dienst wurden“, berichtet sie weiter. Anerkannt nicht nur in der Pfarrei St. Bernhard, sondern in der gesamten Hansestadt Stralsund.
Derzeit betreuen 40 Ehrenamtliche Kranke und Sterbende. Insgesamt sind 55 Leute aktiv. Auch in den letzten zwei Jahren wurde der Dienst gebraucht. „Wir durften ins Krankenhaus, auf die Onkologie. Später auch wieder in die Seniorenheime“, erzählt Martina Steinfurth. Aber auch die Trauerbegleitung und Beratung nahm viel Platz ein. „Menschen, die ihre Angehörigen nicht besuchen durften, hatten erschwerte Trauer“, weiß die Leiterin. Martina Steinfurth war froh, dass sie und die Ehrenamtlichen ihr Trauercafé nur zweimal in den beiden Jahren aussetzen mussten. „Wir konnten mit dem hiesigen Gesundheitsamt eine Vereinbarung treffen, dass unser Angebot für die Fürsorge extrem wichtig ist, und so die Trauergruppen und unser Trauercafé auch während der Pandemie weiter führen.“
Pro Jahr begleitet der ambulante Hospizdienst, der sich in Trägerschaft der Caritas Stralsund befindet, 30 bis 40 Menschen. „Das ist für unsere Region viel.“ Derzeit läuft ein weiterer Ausbildungskurs für Begleiter. „Das ist eine sehr bunte Mischung von Menschen: Christen, auch aus der Freikirche, Atheisten kommen hier zusammen. In ihrer Arbeit wissen die Ehrenamtlichen genau um unsere christlichen Grundwerte.“ Am ersten Mai erhalten diese ihr Zertifikat.
Auch zwei Jahre Lazarusdienste wurden in der Andacht Anfang März in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit gefeiert. Die Lazarusdienste sind ein Schwerpunkt der Pfarrei St. Bernhard, die von Rügen über Stralsund bis nach Demmin in Vorpommern reicht, die in Kooperation mit der Caritas Stralsund angeboten wird. Martina Steinfurth ist die Koordinatorin des Dienstes. „Die Lazarusdienste sind ein absolutes Highlight“, meint sie. Der Sozialdienst der Pfarrei begleitet als Schwerpunkt Trauernde, Kranke und Hilfesuchende. Er versteht sich auch als Beerdigungsdienst. Martina Steinfurth habe in den zwei Jahren auch selber drei weltliche Beerdigungen begleitet. So begleiten die Ehrenamtlichen die Angehörigen eines Verstorbenen auf sämtlichen Wegen, bereiten die Beerdigung vor und auch nach, sind Ansprechpartner für die Trauernden.
Die Lazarusdienste bieten aber noch mehr: Bei einer zentralen Telefonnummer können Hilfesuchende sich melden. 70 Ehrenamtliche – katholische, evangelische, nicht gläubige - stehen mit ihren Angeboten parat und leisten Unterstützung, sei es mit regelmäßigen Besuchen oder auch nur mit einem Ohr, was zuhört. Jetzt will der Landkreis Vorpommern- Rügen in Stralsund mit der Caritas ein Ukrainecenter aufbauen. Auch hier werden die Ehrenamtlichen der Lazarusdienste gefragt sein. „Hier soll es unbürokratische Hilfen geben. Auch Begegnungen sollen ermöglicht werden“, weiß die Caritasmitarbeiterin Martina Steinfurth.