Auf Umwegen zu Gott

Kinder konnten sich an einem der Basteltische dem Propheten Jona nähern. Foto: Anja Goritzka

Die drei Pfarreien in Vorpommern treffen sich drei Mal im Jahr: zu Fronleichnam, zu einer Marienwallfahrt und zum Katholikentag Vorpommern. Während des Treffens in Zinnowitz stand das Buch Jona im Mittelpunkt.

„Die Menschen, die hier sind, sind die richtigen.“ Davon war Frank Hoffmann, Pfarrer und Propst für Vorpommern, mit Blick auf den diesjährigen Katholikentag Vorpommern in Zinnowitz überzeugt. Die Pfarrei St. Otto hatte in die gleichnamige Familien- und Begegnungsstätte eingeladen – dieses Jahr unter dem Motto „Auf Umwegen zu Gott“. „Es gibt viele Kirchen und Orte in Vorpommern und bestimmte Momente im Jahr, wo wir zusammenkommen, in dem einem Haus“, so Hoffmann vor der Messe in der Bengschhalle der Begegnungsstätte.

Während der Messe und auch des restlichen Tages stand das Buch Jona im Mittelpunkt. So bezog sich nicht nur Dompropst Tobias Przytarki aus Berlin in seiner Predigt darauf. Auch der Kinderund Jugendchor St. Joseph aus Greifswald führte zum Abschluss des Katholikentreffens das Musical „Jona“ auf.

Die Kirche muss auch heute Umwege gehen

„Jona braucht viele Umwege, um zu verstehen, dass Gott reich an Gnade ist“, erklärte Przytarski. Das sei auch heute wieder ein Thema. So gebe es gerade Wege zu Gott und immer wieder Umwege, die man gehen müsse. Diese seien manchmal nötig. „Oft höre ich Klagen von Eltern und Großeltern, dass ihre Kinder keinen Bezug mehr zum Glauben hätten. Da haben diese gar nichts falsch gemacht. Andere Einflüsse aus unserer Welt waren stärker“, so der Dompropst weiter. Umwege gelten auch für die Kirche. Viele Heilige wie Hildegard von Bingen oder Franziskus hätten Umwege genommen. „Durch die Missbrauchsfälle gehen viele. Vielleicht ist das nötig. Vielleicht braucht die Kirche auch diese Umwege. Gerade ist es ein wenig anstrengend, weil wir in Krisenzeiten leben, weil sich die ganze Welt in Krisen befindet.“ Dies sei ein bisschen viel auf einmal: „Aber, Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade.“

„Das finde ich ein schönes Bild“, meinte Pfarrer Hoffmann beim anschließenden Mittagessen und sagte weiter mit Bezug auf den Synodalen Weg: „Umwege liegen nicht in unserer Hand. Aber die schönen geraden Wege gehen nicht mehr.“

Vielfältiges Nachmittagsprogramm

Für die rund 120 Gläubigen, die nach Zinnowitz zum Katholikentag Vorpommern kamen, stand der Austausch untereinander, auch über das Thema „Umwege“ im Vordergrund. Viele trafen alte Bekannte, setzten sich zusammen, tauschten sich aus. Die Jugendlichen nahmen an einem Bibel-Escape-Spiel teil, wozu sie erstmal ihre Handys abgegeben mussten. Am Nachmittag gab es Stände mit Fairtrade-Produkten und Büchern und Basteltische für Groß und Klein. Markus Constantin, Leiter der Familien- und Begegnungsstätte St. Otto, las aus seinem neuen Buch „Berni dreht durch“. Es handelt von einem Bernsteinbohrwurm auf Usedom, der so einige Probleme lösen muss. Den Abschluss bildete das Musical.

Nächstes Jahr wird kein Katholikentag Vorpommern stattfinden, denn in Pasewalk wird am 1. Juli zum Ökumenischen Kirchentag Vorpommern eingeladen. Dieser wird unter dem Thema „Vor dir eine Tür“ stehen.