Caritas-Laden muss schließen

Foto: Diakoniewerk Simeon Birte Zellentin

Seit über zwei Jahrzehnten war der CARIsatt-Laden in Königs Wusterhausen Anlaufpunkt für sozial Schwache, bot günstige Lebensmittel und vermittelte Beratung. Zum Jahresende schließt er seine Pforten.

Der Apfel mit dem kleinen Flecken, das beim Verpacken eingerissene Brot, Waren aus Überproduktion: Seit über 21 Jahren ist der CARIsatt-Laden im Brandenburgischen Königs Wusterhausen Anlaufstelle für Menschen mit geringem Einkommen. Hier erhalten sie zum günstigen Preis Lebensmittel, die vom Handel zwar aussortiert wurden, aber eigentlich noch in gutem Zustand sind. Mehr noch: Der Flachbau in der Maxim-Gorki-Straße, in dem neben der Caritas auch die Diakonie mit einer Tee- und Wärmestube untergebracht ist, dient als sozialer Treffpunkt. Hilfsbedürftige Menschen erfahren, wo sie die fachliche Beratung finden, die sie mit ihren Problemen benötigen.

Nun die schlechte Nachricht für Kunden und Beschäftigte: Wie die Märkische Oderlandzeitung berichtete (und der Caritasverband für das Erzbistum Berlin bestätigte), wird der Laden zum Jahresende hin schließen.

Die Caritas führt verschiedene Gründe für die Schließung an. „Als der Laden eröffnet wurde, gab es noch keine günstigen Supermärkte in der Stadt“, sagt der Wohlfahrtsverband. Dies sei längst anders. Hinzu kämen stark erhöhte Ausgaben. „Wir sind für den Betrieb auf Spenden und verbilligte Waren von Händlern angewiesen. Seit geraumer Zeit erhalten wir aber immer weniger Spenden und müssen deshalb Waren zukaufen, um ein Angebot bieten zu können“, so die Caritas. Die Preise, heißt es, befänden sich deshalb auf nahezu gleichem Niveau wie in den großen Ketten.

Auch die Mietbedingungen hätten sich geändert. Mittelfristig käme man um eine deutliche Erhöhung nicht mehr herum. Zudem wolle der Eigentümer, der auch den benachbarten Fahrradladen betreibt, sein Geschäft in Zukunft erweitern. „Das Gebäude selbst ist marode und müsste von Grund auf renoviert werden.“ Geld, das die Caritas nicht habe, besonders, weil das Projekt schon länger jährlich rote Zahlen in mittlerer fünfstelliger Höhe schreibe. „Man muss sich bewusst machen: Das Geld, das wir für den Erhalt des Ladens aufwenden müssten, würde an anderer Stelle fehlen.“

Argumente, die durchaus nachvollziehbar scheinen, jenen Königs Wusterhäusern, denen der CARIsatt-Laden mit den Jahren ans Herz gewachsen ist, aber kein Trost sind. Immerhin: Den Festangestellten soll zum Jahreswechsel eine andere Stelle angeboten werden. Die Möglichkeit für Langzeitarbeitslose, sich für eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt fit zu machen, wird jedoch entfallen.