Am Samstag vor Palmsonntag feierten die Jugendlichen wieder den Diözesanen Weltjugendtag in St. Matthias. Der Augsburger Weihbischof Florian Wörner ermutigte sie, dass Gott sich für jeden Einzelnen interessiert.
In den Jahren, in denen es kein weltweites Jugendtreffen mit dem Papst gibt, wie zuletzt 2016 in Krakau und im nächsten Jahr in Panama, findet der Weltjugendtag in den einzelnen Diözesen statt. Für Berlin hat sich die St. Matthias-Kirche auf dem Schöneberger Winterfeldtplatz als Treffpunkt der jungen Katholiken bewährt.
„Du hast bei Gott Gnade gefunden“
„Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast bei Gott Gnade gefunden“ lautete in diesem Jahr das Motto des Tages aus dem Lukasevangelium. Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg war nach Berlin gekommen, um in einer Kurzkatechese zum Auftakt und in der Predigt der heiligen Messe mit den Jugendlichen über diese Botschaft nachzudenken. In den Mittelpunkt stellte er die Aufforderung, keine Angst zu haben, und den Rat, für das eigene Leben die richtigen Fragen zu stellen. Nicht auf Fake-News sollten die Jugendlichen vertrauen, sagte er am Beispiel der ersten Frage der Bibel, mit der die Schlange bei Adam und Eva Misstrauen gegen Gott säte. Vielmehr sollten sie die Fragen Gottes stellen, etwa das „Wo bist du?“, mit dem der Schöpfer nach dem ersten Menschen fragte. Dass Gott sich für die Menschen, für jeden Einzelnen interessiere, sei ermutigend, um sich selbst als von Gott geliebter Mensch für den Nächsten einzusetzen.
An der Lebendigkeit des Gottesdienstes hatten die vielen Vertreter der muttersprachlichen Gemeinden Berlins Anteil, die die Fürbitten in ihren Sprachen vortrugen und die Gabenprozessionen mit ihren Nationalflaggen mitgestalteten. Getragen wurde die heilige Messe auch durch den Chor der Neuköllner Marienschule, der nicht nur zahlenmäßig stark war, sondern wirklich zum Mitsingen animierte.
Glaubensgespräche beim „Stadtpilgern“
Nach dem Gottesdienst begaben sich kleine Gruppen als „Stadtpilger“ auf den Weg zu alltäglichen Orten, die durch gut vorbereitete Begleiter zum Nachdenken und zum Gespräch über den eigenen Glauben einluden. Weihbischof Wörner, der die Jugendlichen den ganzen Tag über begleitete, fand sich beispielsweise mit einer kleinen Gruppe an einer Tankstelle wieder. Wo tanke ich auf, wer ist mir Hilfe, wie kann ich anderen Stütze und Helfer sein, war hier die Frage.
Zurückgekehrt gab es auf dem Schulhof der Franziskusschule Zeugnisse aus den Pilgergruppen über die Erfahrungen auf dem gemeinsamen Weg und eine leibliche Stärkung. Anschließend wurden Palmzweige gesegnet, bevor die schon traditionelle Prozession am Vorabend des Palmsonntags nach St. Bonifatius führte. Mit Gebet und engagiertem Gesang mündete die Prozession in den Abschluss des Weltjugendtages mit Nightfever und Imbiss auf dem Kirchengrundstück an der Yorckstraße.