Ein Gewinn für alte, kranke und einsame Menschen genauso wie für die jungen Menschen, die sie besuchen: Das Projekt „Crossing Generations“.
„Fast alle alten Menschen genießen es, Besuch von jungen Menschen zu bekommen“, sagt Andreas Kopf. Und für die jungen Menschen gebe es häufig kaum attraktive Möglichkeiten, am Leben ihrer Kirchengemeinde teilzunehmen. „Sie kommen nur zu den Gottesdiensten, aber in den vorhandenen Gruppen fühlen sie sich oftmals nicht wohl.“ Aus beiden Beobachtungen heraus schafft Andreas Kopf ein neues Projekt: Demnächst können sich junge Leute zwischen 17 und 28 Jahren für Menschen in ihrem Kiez bei „Crossing Generations“ (zu deutsch etwa: Generationen verbinden) im Pastoralen Raum Tiergarten-Wedding einsetzen.
Das Projekt entstand aufgrund zweier Neuaufbrüche: Andreas Kopf ist in der Ausbildung zum Ständigen Diakon. Und die Gemeinde St. Paulus in Berlin-Moabit, in der er im Rahmen seiner Ausbildung ein einjähriges Praktikum absolviert, ist mit dem Pastoralen Raum auf dem Weg, Anfang des nächsten Jahres eine neue Pfarrei zu werden. „Wie können wir diesen Pastoralen Raum mit etwas füllen?“, fragte sich der Diakonand, der beruflich Arzt an der Charité ist. Das führt er in Zusammenarbeit mit der Malteser Jugend und ihrer FSJ-Freiwilligen Anna Meitzner durch.
Es geht darum, einfach Zeit zu schenken
Ins Projekt bringt Andreas Kopf seine fachliche Kompetenz durchaus ein: Aus seinem Einsatzbereich in der Palliativmedizin weiß er, dass eine Reihe von erkrankten Menschen durch das soziale Netz fallen: „Etliche Langzeiterkrankte sind nicht ausreichend krank, um vom Hospizdienst betreut zu werden, aber ihnen geht es nicht mehr gut genug, um selbständig ihr Leben zu gestalten.“ Unter anderem ihnen sollen die jungen Leute im Projekt Zeit schenken. „Es geht darum, einfach nur zu reden oder zuzuhören“, sagt Andreas Kopf.
Die jungen Leute sollten nicht therapeutisch oder missionarisch-verkündigend tätig werden, sondern offen sein für die Bedürfnisse des Besuchten. Der wird den Teilnehmern nach persönlichen Wünschen und in Zusammenarbeit mit Hospiz, Pflegeheim oder Seniorenhilfeeinrichtung zugeteilt. In einem Ausbildungstag werden die jungen Erwachsenen auf ihren Dienst vorbereitet. Danach können sie sich entscheiden, am Besuchsdienst mitzuwirken und sollten sich für ein Jahr darauf festlegen. In einer Feedback- Gruppe können sich die jungen Besucher untereinander austauschen und erhalten Fortbildungen.
„Wenn das klappt“, sagt Andreas Kopf, „haben wir einen dreifachen Gewinn: Für die jungen Menschen, für die Besuchten und für den pastoralen Raum.“ Infoabend: 7. März, 18.30 Uhr, St. Paulus, Bibliothek (Eingang Klosterpforte), Oldenburger Straße 46, Berlin-Moabit. Ausbildung am 7. April, 11-18 Uhr. Wer den Infoabend verpasst hat, kommt schon um 10 Uhr. Informationen: <link>a.kopf@posteo.de