Drei B’s für gutes MiteinanderCaritas-Pastoral-Tag „Begegnung, Beziehung, Barmherzigkeit“ versammelt Haupt- und Ehrenamtliche

Einander begegnen, in Beziehung treten: Handpuppen wie diese können helfen. Alle Fotos: Cornelia Klaebe

Gemeinsam ein Fest feiern – und noch viel mehr: Das wollten die Caritas und das Erzbistum Berlin mit dem Caritas-Pastoral-Tag, den sie für die Haupt- und Ehrenamtlichen in St. Paulus anboten.

„Als sie einander acht Jahre kannten / (und man darf sagen: sie kannten sich gut), / kam ihre Liebe plötzlich abhanden. / Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.“ Mit dieser Strophe aus Erich Kästners Gedicht „Sachliche Romanze“ eröffnete Erzbischof Heiner Koch sein Grußwort zum Caritas-Pastoral-Tag und erklärte, was für ihn Begegnung ausmache: „Wo Menschen in der Kirche und durch die Kirche einander und Gott begegnen, da blühen sie auf“, markierte er einen der Programmpunkte dieses gemeinsamen Fests des Erzbistums und der Caritas im Erzbistum Berlin.

Beziehung an der Handy-Hülle erklärt

Seelsorgeamtsleiterin Uta Raabe und Caritas-Direktorin Ulrike Kostka, die gemeinsam die Haupt- und Ehrenamtlichen zu diesem Tag eingeladen hatten, ergänzten die weiteren B-Wörter: Beziehung – von Uta Raabe anhand der Handy- Hülle ihres Sohns erläutert, die er mit seiner Lieblingscousine verbindet und daher nicht wegwirft – und Barmherzigkeit, Fachgebiet von Ulrike Kostka, die anhand der Zusammenarbeit bei der Ankunft der Flüchtlinge am Lageso erläuterte, wie man „gemeinsam Wunder wirken“ kann.

Auf diese Einstimmung folgten im „Themenpark“ viele Workshops, Vorträge, Podien, auf die sich die mehreren hundert Teilnehmer verteilten. Martina Nowak, Sozialarbeiterin beim Caritasverband und ehrenamtliche Mitarbeiterin in ihrer Gemeinde, entschied sich für „Diakonisch Kirche werden im Sozialraum“ mit Professor Andreas Lob-Hüdepohl. Er habe gesagt, die Kirche müsse aus sich herausgehen, berichtete sie. Sie interessierte, wie sich das konkret umsetzen lasse: „Schade, dass man nicht den ganzen Tag darüber diskutieren konnte!“ Daher besuchte sie im Anschluss den Workshop „Speeddating“, den der scheidende Diözesanratsvorsitzende Wolfgang Klose und Daniela Bethge von „Caritas rund um den Kirchturm“ gemeinsam anboten. Hier wurde eine Methode vorgestellt, Menschen miteinander bekannt zu machen.

Unkompliziert kennenlernen mit einfachen Fragen

Normalerweise geht es beim Speeddating darum, einen Partner zu finden – gerade für die Einbindung der Caritas-Stellen als Orte kirchlichen Lebens in die Pastoralen Räume wollte Bethge aber das Miteinander fördern: „Zusammenarbeit funktioniert, wenn Leute miteinander ins Gespräch kommen“, erklärte sie. Mit einfachen Fragen – nach der ersten Arbeitsstelle, der Beziehung zum Nachbarn oder nach einer Person, die das Leben geprägt hat – sollten die Teilnehmer einander unkompliziert kennenlernen. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl fiel die praktische Übung aber weg.

Parallel zu den Workshops prägten viele Gruppen den Tag: Infostände, wie das Caritas-Arztmobil oder von der Notfallseelsorge, genauso wie Verpflegung durch die muttersprachlichen Gemeinden oder Fazenda da Esperança, aber auch die Möglichkeit, sich von professionellen Zeichnern ins Bild setzen zu lassen, die Kinderbetreuung, die Musiker von „Patchwork“. Das Improvisationstheater „Die Gorillas“ zeigte, wie es aussieht, wenn Caritas und Pastoral als ungleiche Schwestern ein Fest planen und reizte die Zuschauer mehrmals zu schallendem Gelächter ob der treffenden Darstellung. Lob gab es für das Helferteam: Ihnen wurde oft gedankt und gesagt, wie schön der Tag gewesen sei.