Ein Zuhause für den Start ins Berufsleben

Jetzt auch in Berlin-Mitte: Nach den Jugendwohnhäusern in Prenzlauer Berg und Oberschöneweide eröffnet Kolping das dritte Haus in Berlin. Foto: Kolping Jugendwohnen

Das Kolpingwerk eröffnet in Berlin-Mitte ein „Azubi- und Jugendwohnen“ mit 104 Zimmern. Das Haus bietet jungen Menschen Gemeinschaft, Bildung und Begleitung – ganz im Sinne des Verbandsgründers Adolph Kolping.

Wer eine Ausbildung beginnen möchte, scheitert heute oft nicht am fehlenden Ausbildungsplatz, sondern bei der Wohnungssuche. Besonders in Großstädten klaffen Angebot und Nachfrage auseinander: Während Betriebe händeringend Nachwuchs suchen, finden viele junge Menschen keinen passenden Ausbildungsplatz in ihrer Heimatregion. Fern des Elternhauses können sie sich aber oft keinen Wohnraum leisten. Auch aus diesem Grund blieben im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bundesweit rund 40 000 Ausbildungsstellen unbesetzt, während gleichzeitig mehr als 80 000 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren.

Als Antwort auf dieses Problem hat der katholische Kolpingverband in Berlin-Mitte ein neues Azubi- und Jugendwohnen eröffnet. 104 junge Menschen können hier während ihrer Ausbildung oder beruflichen Orientierung ein Zuhause finden. Damit knüpft das Projekt unmittelbar an die Ideen des seligen Adolph Kolping an. Der katholische Priester und Sozialreformer erkannte bereits vor rund 175 Jahren, welche Herausforderungen junge Menschen bewältigen müssen, wenn sie ihre Heimat verlassen, um einen Beruf zu erlernen. In den von ihm gegründeten Gesellenvereinen fanden sie Unterkunft, Bildung und Gemeinschaft. Dieses Grundanliegen prägt die Arbeit des Verbandes bis heute. Dabei versteht sich das Berliner Haus, wie alle Jugendwohnhäuser von Kolping (www.kolping-jugendwohnen.de), ausdrücklich als offenes Angebot. Willkommen sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 26 Jahren – unabhängig von Nationalität, Religion oder Geschlecht.

Auch beim Neubau spielte die Verantwortung für kommende Generationen eine wichtige Rolle. Das Gebäude wurde nach nachhaltigen Kriterien errichtet und soll langfristig ökologisches Wohnen mit sozialer Verantwortung verbinden. Elf barrierearme und zwei rollstuhlgerechte Zimmer sorgen dafür, dass alle Zugang haben.

Am 15. Juni rückte das neue Haus auch politisch in den Blick. Unter dem Motto „Pizza, Pasta & Perspektiven“ kamen der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch mit den Bewohnern über ihre Ausbildungssituation ins Gespräch. Denn neben den alltäglichen Dingen zählt für junge Menschen vor allem eins: Zukunftschancen.