Fahrdienst gegen den Hunger

Foto: Laib und Seele

Durch die Corona-Krise wird die Lebensmittelversorgung der Aktion „Laib und Seele“ immer schwieriger. Viele Ausgabestellen mussten bereits schließen. Die GeschäftsführerinAntje Trölsch erklärt das weitere Vorgehen.

Wenn die Lebensmittelversorgung durch Corona überall schwierig wird, dürfen die Ärmsten nicht zusätzlich leiden. Darum kümmert sich seit 15 Jahren auch „Laib und Seele“, eine Aktion der Kirchen, der Berliner Tafel und des RBB. An 45 Ausgabestellen in Berliner Kirchen verteilt die Organisation Lebensmittelspenden für kleines Geld. Doch die meisten Ausgabestellen mussten wegen der Pandemie schließen.

Sie richten einen Fahrdienst ein. Warum?

Von 45 Ausgabestellen mussten 42 zum Schutz der überwiegend älteren ehrenamtlichen Helfer schließen. Um die Unterstützung fortzusetzen, haben wir uns für eine Lieferung nach Hause entschieden. Wir sind derzeit noch in der Testphase und werden jeden Tag besser. Dafür kümmern wir uns dabei vorrangig um alte und kranke Menschen sowie Alleinerziehende mit mehreren Kindern. Die Lebensmittel werden gesammelt und zur zentralen Sortierung auf den Großmarkt gebracht. Dort werden sie von unseren Helfern in Tüten gepackt, die dann ins Einzugsgebiet der Gemeinden transportiert werden, wo die Ausgabestellen im Moment geschlossen sind. Von dort aus werden sie an die „Laib und Seele“-Kunden geliefert.

Sie sagen, Sie werden jeden Tag besser, wo hakt’s denn noch?

Es ist eine logistische Herausforderung, alles zu koordinieren: den Fuhrpark, welcher Fahrer fährt wann, wie stellt man die Touren zusammen, wer fährt wann wohin. Das ist pure Logistik.

Wohin können sich Bedürftige wenden, um am Fahrdienst teilhaben zu können?

Die „Laib und Seele“-Kunden, die auf Lebensmittelspenden angewiesen sind, müssen sich an die Gemeindebüros der geschlossenen 42 Ausgabestellen in ihrem Postleitzahlenbereich wenden und werden dort in Listen aufgenommen. Auf unserer „Laib und Seele“-Internetseite stehen auch die jeweiligen Ansprechpartner.

Schaffen Sie es, alle Kunden in gewohnter Weise zu beliefern?

Das müssen wir sehen. Wir werden uns bemühen, möglichst viele Bedürftige zu unterstützen.

Wie finanzieren Sie den Fahrdienst?

Ausschließlich über Spenden.