Faire Erfolgsgeschichte

Das Team des Weltladens Pankow (von links): Kai Ohlinger, Ulrike Hirsch, Annelen Dutzmann und Margit Mauersberger. Foto: Marina Dodt

Gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen für die Handelspartner und die Einhaltung ökologischer, menschenrechtlicher und sozialer Standards: Mit diesen Anliegen versuchen die Mitglieder des Weltladens Pankow, die Welt besser zu machen.

Fair im Kiez heißt es seit 15 Jahren in Alt Pankow für einen echten „Global Player“ (weltweit agierendes Unternehmen): Am 17. September feiert der Weltladen Pankow während der bundesweiten „Fairen Woche“ (16. bis 30. September) sein 15-jähriges Bestehen. Daher findet in der Breite Straße 39b bis 24. September ein Geburtstagsfest mit vielen Überraschungen für jedermann statt. Zum Stelldichein der Stammkunden werden dabei sicher auch etliche Mitglieder der katholischen Gemeinden aus dem Umfeld gehören. Wie die gesamte Kundschaft schätzen sie die Möglichkeit, in einem besonderen, persönlichen Ambiente fair einzukaufen und unterstützen den Weltladen auf verschiedene Weise.

Laden-Leiterin Ulrike Hirsch gehört quasi zum „Inventar“ des Geschäfts – steht sie doch seit Stunde Null hinter dem Ladentisch. Sie kann sich noch gut an die Anfänge erinnern: Auf Initiative des Pankowers Andreas Trotzky wurde die Genossenschaft „Weltladen Pankow“ am Weltladentag im Mai 2007 gegründet und am 1. September 2007 wurde der Laden eröffnet. Auch wenn der faire Handel damit rein zufällig sein Domizil in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kirche und Gemeindehaus der evangelischen Kirchgemeinde Alt Pankow fand, entwickelte sich daraus in den zurückliegenden Jahren ein gutes Miteinander und gegenseitige Unterstützung.

Sortiment wird abwechslungsreicher

Mit dem klassischen Grundsortiment der Weltläden – fair gehandelter Kaffee, Tee, Honig, Schokolade, Schmuck und Kunsthandwerk fing vor 15 Jahren alles an. Inzwischen hat sich das stark verändert und weiterentwickelt. Immer mehr Gebrauchsgegenstände erobern die Regale und faire Mode ist nicht mehr wegzudenken. Daneben machen hochwertiges Kunsthandwerk, edler Schmuck und besondere Lederwaren den Laden zu einer Fundgrube und nach wie vor zu einem Geheimtipp. Jeder einzelne Artikel lässt sich bis zu den Produzenten zurückverfolgen. In etwa 40 Ländern profitieren Partner vom Verkauf der Produkte. Schwerpunkt des Pankower Ladens sind dabei Textilien. Immer entsprechen sie dem Fairtrade-Textilstandard und die Materialien sind oft aus biologisch angebauten oder hergestellten Rohstoffen.

Hinter all diesen Produkten und Angeboten steht der Grundgedanke des fairen Handels: die Arbeits- und Lebensbedingungen der Handelspartner in den benachteiligten Ländern zu verbessern, unter Einhaltung ökologischer, menschenrechtlicher und sozialer Standards. Im Mittelpunkt steht dabei ein Lohn, der deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt und damit die faire Bezahlung von Erzeugnissen, die nicht auf ausbeuterischer Kinderarbeit beruhen. Fair und umweltbewusst handeln, dieser Anspruch wird auch direkt vor Ort umgesetzt, bis hin zur Ladenausstattung – beispielsweise mit sparsamen LED-Lampen.

Mitgliederzahl hat sich mehr als versechsfacht

Der Weltladen Pankow ist als Genossenschaft organisiert, die sich als lebendige Struktur ständig weiterentwickelt. Waren es bei Gründung neun Genossenschaftsmitglieder, sind heute 59 Mitglieder in dem Gedanken des fairen Handels und weltweiter Verbundenheit miteinander vereint. Vorstände sind Ulrike Hirsch und Lutz Heiden, ihnen zur Seite steht ein gut funktionierendes, motiviertes und sehr engagiertes Team. Neue Mitglieder sind in der Genossenschaft stets willkommen. Mit ihrer Mitgliedschaft und dem Erwerb von Genossenschaftsanteilen leisten sie einen wichtigen Beitrag für den fairen Handel im Pankower Kiez.

Global und fair vernetzt heißt es für Genossenschaft und Ladenteam nicht nur in Sachen Satzung und Sortiment, sondern auch bei der öffentlichen Präsentation. Ob eigene Internetseite, Newsletter oder Aktionen: mit viel Engagement und Kreativität bringt sich der Weltladen Pankow in Kampagnen und Aktionen rund um den fairen Handel ein. Besonderes Aushängeschild und Markenzeichen sind die Modenschauen zur Vorstellung der Frühjahrs- und Herbstmode – das nächste Mal am 15. Oktober. Das Konzept dieser Modenschauen ging nicht nur in einem bundesweiten Leitfaden des Dachverbandes ein, es entspricht in diesem Jahr auf ganz besondere Weise dem Motto der Fairen Woche: Fair steht dir!