Im vorpommerschen Penkun gibt es ein neues ökumenisches Gemeindezentrum. Genutzt wird es für Gottesdienste, Füchtlingshilfe und Gemeindeveranstaltungen in drei Sprachen.
„Alles begann mit dem Krieg in der Ukraine und unserer Arbeit für Geflüchtete vor Ort“, erzählt Sozialarbeiterin Ewelina Lipinska vom Pastoralen Raum Hoppenwalde- Pasewalk, direkt an der Grenze nach Polen. Im Juli vergangenen Jahres wurden die Grenzen der zukünftigen Pfarrei erweitert, neben Pasewalk, Ueckermünde, Hoppenwalde und Löcknitz kam Penkun mit hinzu. Ab Kriegsbeginn kümmerten sich Gemeindemitglieder um die ankommenden Flüchtlinge im Grenzgebiet, organisierten Hilfe, bauten Netzwerke auf, auch in und um Penkun.
Diakon Ronald Ehlers hielt in dieser Zeit erstmals seit 20 Jahren wieder katholische Gottesdienste in der evangelischen Kirche. Die katholische Kapelle des Städtchens war bereits 1983 aufgegeben worden. Jetzt sehen die Verantwortlichen wieder Bedarf: Acht Prozent polnische Katholiken leben heute in Penkun und Umgebung, dazu kommen die Nachkommen der Katholiken, die nach dem Zweiten Weltkrieg hierhin vertrieben wurden. Auch die Ukrainehilfe benötigt Raum. „Aus der Hilfe-Aktion entstand eine tolle Netzwerkarbeit, die dazu führte, dass wir heute ein kleines ökumenisches Gemeindezentrum haben“, sagt Ewelina Lipinski.
Kommunionkurse in einstigem Ladengeschäft
Das neue Begegnungs- und Gemeindezentrum Maximilian Kolbe befindet sich in einem Häuschen, das zuvor als Ladengeschäft genutzt wurde. Die katholische Gemeinde hat es mit Unterstützung des Erzbistums für drei Jahre gemietet. Neben Messen jeden Samstag finden bereits Kindernachmittage in drei Sprachen – deutsch, polnisch, ukrainisch – statt. Kommunion- und Firmkurse sind geplant und ukrainisch-orthodoxe Gottesdienste. Seit März lebt der ukrainisch-orthodoxe Priester Serhii Karlovskyi mit Frau und Tochter im zehn Kilometer entfernten Glasow. Gemeinsam mit dem katholischen Pfarrer Marek Malesa, Diakon Ronald Ehlers und der evangelischen Pastorin Daria Szkudlinska leitetet er den dreisprachigen ökumenischen Gottesdienst zur Einweihung des neuen Zentrums.
Als Symbol für die erneute Anwesenheit zweier christlicher Kirchen sollen demnächst zwei Eichen in der Stadt Penkun gepflanzt werden.