Gesichter einer Gemeinde

Ein Glücksfall für den Pastoralen Raum: Der Stralsunder Pfarrer Andreas Sommer. | Foto: Andreas Kaiser

Mit einer Hochglanzbroschüre will der katholische Hotelier Sebastian Tacke die Menschen in Norden wieder stärker für den Glauben begeistern und den neuen Pastoralen Raum von innen her zusammenhalten.

Als im März 2016 die drei Gemeinden Rügen, Stralsund und Demmin zu einem Pastoralen Raum zusammengefasst wurden, entstand damit die mit Abstand flächenmäßig größte Pfarrei der Republik. Vom Südzipfel Altentreptow bis zur Nordspitze Rügens sind es 150 Kilometer. Die logistischen Anforderungen sind enorm. Doch der zuständige Pfarrer Andreas Sommer lässt sich weder von der Größe seiner Gemeinde mit einer Gesamtfläche von rund 4300 Quadratkilometern, noch von der Flut an Verwaltungsaufgaben entmutigen. „Ich bin Pragmatiker und sage, wenn Dinge anstehen, dann werden die auch erledigt“, sagt er. „Ich wurde vom Bischof nach Stralsund gesandt und möchte für die Menschen da sein. Gegebenenfalls auch 24 Stunden am Tag.“ Für viele Gemeindemitglieder ist Pfarrer Sommer „ein echter Glücksfall.“ Das sieht auch der engagierte katholische Hotelier Sebastian Tacke so.

Um zusammenzufügen, was vorher nicht zusammengehörte, ersann Tacke ein Projekt. Mit der Hochglanzbroschüre „Gesichter der Gemeinde“ möchte der gebürtige Berliner den rund 6500 Katholiken beweisen, wie bunt das Glaubensleben in seiner Wahlheimat – einer Region, in der nur noch knapp drei Prozent der Bevölkerung katholisch sind – noch immer ist. „Außerdem wollten wir den Menschen, die nur noch selten oder gar nicht mehr zur Kirche gehen, zeigen, was für interessante Menschen es in der Gemeinde gibt. Frei nach dem Motto: Wenn der oder die noch zur Kirche geht, gehe ich auch mal wieder hin“, sagt Tacke.

Der 48-jährige Familienvater betreibt das VCH Hotel Stralsund, das seit 2017 zum Verband Christlicher Hoteliers gehört. In seiner Freizeit engagiert er sich im Vorstand des Diözesanrats. Mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit will Tacke vor allem die Reputation des ländlichen Raums in Berlin verbessern und andererseits Neuigkeiten aus der Zentrale des Erzbistums in die Provinz tragen. Genau diesen verbindenden Charakter hat auch das von ihm erdachte Sonderheft. Verschiedene Journalisten verfassten Porträts von norddeutschen Katholiken, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Herausgekommen ist ein lesenswertes Heft; dafür sorgen auch die Berichte über die elf Gottesdienststandorte im pastoralen Raum sowie ein Interview mit dem zuständigen Pfarrer. Zwei schöne Geschichten, etwa das Porträt über den spätberufenen Katholiken Maik Borchardt sowie den forensischen Psychiater Stefan Orlob, der in Stralsund einige zum Teil hochgefährliche, psychisch kranke Straftäter therapiert, durften die Zeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse, unter ihnen auch der Tag des Herrn, vorab veröffentlichen. Finanziert wurde Tackes Heft von der Franz-von-Sales-Stiftung und dem Bonifatiuswerk.

Eine der schönsten Gemeinden der Republik

Der pastorale Raum Stralsund gehört zu den schönsten Teilen der Republik. Allein die Inseln Rügen und Hiddensee verzeichnen rund sechs Millionen Übernachtungen im Jahr. „Im Sommer ist die Kirche in Binz brechend voll. Von den 2,5 Millionen Urlaubern, die jährlich Stralsund und Umgebung besuchen, sind vielleicht 20 Prozent katholisch“, vermutet Tacke. Auch diese Menschen möchte er mit seiner Broschüre für den Norden begeistern. Ab Ende März liegt „Gesichter der Gemeinde – Der pastorale Raum zischen Altentreptow und Kap Arkona“ daher in allen Kirchen der Region und etlichen Touristenzentren aus.