Jesus Christus ist auferstanden von den Toten

Er ist wahrhaft auferstanden.

Das ist keine Botschaft aus den „alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat“ - wie wir es bei den Gebrüdern Grimm lesen können. Das ist die lebendige Wirklichkeit, die uns alle Evangelien bezeugen.

Der Gekreuzigte lebt. Er lebt als der, der er war, und er lebt dennoch in einer neuen und anderen Weise. Und darum feiern wir zu Ostern nicht nur die Erinnerung an die Auferstehung. Wir feiern den Auferstandenen. Wir feiern den, der den Tod besiegt und das Leben neu geschaffen hat.

Natürlich, in unserer Welt gibt es immer noch den Tod – wer wollte daran zweifeln? Auch nach Ostern sterben Menschen – oftmals auf grausame Weise – wie wir es gerade in diesen Tagen des Ukrainekrieges und der Pandemie schmerzlich erleben müssen.

Aber im Glauben dürfen wir eben auch wissen, dass der Tod mit Jesu Auferstehung  - seine eigentliche Macht verloren hat, die Macht für immer tödlich zu sein.

Auf die Realität des Todes antwortet die Kirche darum mit der Botschaft der Auferstehung. Auf die Kultur, oder besser: die Unkultur des Todes antwortet die Kirche mit dem Einsatz für das Leben.

Gerade von Ostern her kommt unser Einspruch gegen den Tod. Gegen jeden Tod, wie immer er sich darstellt. Auch gegen den Tod, der mittlerweile gesellschaftlich weithin akzeptiert und praktiziert wird: die Tötung Ungeborener, die Tötung von angeblich lebensunwertem Leben oder der angeblich schöne Tod, d.h. die Euthanasie als letzte Flucht vor Leben und Sterben.

Die österliche Kirche bleibt dem Leben verpflichtet, oder sie ist nicht mehr Kirche des Auferstandenen. Nicht nur Auferstehen aus dem Tode, sondern auch Aufstehen für das Leben ist darum die Konsequenz von Ostern.
Was die Auferstehung Jesu Christi für die Glaubenden bedeutet, lässt sich in dem einfachen Wort zusammenfassen: „Ich lebe, und auch ihr werdet leben“ (Joh 14, 19) oder wie es im Brief des Apostels Paulus an die Kirche von Rom heißt: „Sind wir… mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden“ (Röm 6, 8).

Nachdem unser Leben in der Menschwerdung Jesu Christis zu Gottes Leben wurde, soll jetzt Gottes Leben durch die Auferstehung unser Leben werden; denn Ewigkeit ist ja die Art und Weise, wie Gott lebt. Und an diesem Leben sollen wir Anteil halten.